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Wohnung geschenkt bekommen


21.12.2014 22:09 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht



Guten Tag.

folgendes : meine eltern (Papa 61 jahre alt, mama 54 jahre alt ), haben eine eigenturmswohnung. der wert liegt bei ca. 120 000euro. sie wollen mir diese wohnung scheneken. Ich habe zwei weitere geschwister.eine schwester und ein Bruder, mit mein Bruder haben wir kein Kontakt. bzw . er möchte kein kontakt.

nehmen wir an meine eltern sc´henken mir die wohnung nachstes jahr. Ich bin verheiratet und hab ein Kind.

meine frage:

1. Wenn sie mir die wohnung scheneken hat meine frau anspruch drauf bei scheidung oder totesfall von mir? Wir haben kein ehevertag oder ähnliches

2 Frage. Kann mein Bruder(mit den wir kein Kontakt haben) anspruch auf sein Pflichtteil haben ? Nehmen wir an Mein papa und mama leben noch 15-20Jahre? Gibst da ne frist wo es erlischt?

3. Frage: Was passiert wenn ich die wohnung für 40 000 euro kaufe und wir vereinbaren das die meiteinnahmen fur die nachstne 5 Jahre (50% der mieteinnahmen) auf meine eltern gehen und ich mich um die Wohnung komplett kümmere. Kann da trtzdem mein bruder sein pflichtteil anfordern?

bitte nicht so schwierige wörter benutzen. ich bin nur hauptschüler und ausländer

Einsatz editiert am 21.12.2014 22:27:25

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1) Gemäß § 1374 BGB unterfallen Schenkungen nicht dem Zugewinnausgleich, wenn diese mit Rücksicht auf ein künftiges Erbrecht getätigt werden. Im den notariellen Übertragungsvertrag muss daher unbedingt diese Motivation zum Ausdruck kommen. Der Notar hält entsprechende Textvorlagen vor.

Ihre Eltern sollten überlegen, ob Sie die Wohnung später im Erbfall mit Ihren Geschwistern nach § 2050 BGB ausgleichen sollen. Die Schenkung einer Wohnung zählt als Ausstattung. Wenn jetzt Ihre Schwester und Ihr Bruder erben, so sieht das Gesetz in bestimmten Konstellationen vor, dass Ihr Erbteil zugunsten der beiden anderen sinkt. Sie müssen im schlimmsten Fall zwar nichts aus eigener Tasche bezahlen, aber Sie bekommen vom Erbe nichts mehr ab. Wenn Ihre Eltern dieses vermeiden wollen, sollten sie im notariellen Schenkungsvertrag ausdrücklich klarstellen, dass eine Ausgleichung nicht erfolgen soll.

Wenn nur Ihre Schwester später mehr bekommen soll als Sie, können Ihre Eltern zum Beispiel ja zusätzlich zur Erbeinsetzung zu gleichen Teilen mit Ihnen ein sog. Vorausvermächtnis in Hälfte des Wohnungswerts geben. Dann steht Ihre Schwester unterm Strich nicht schlechter als Sie da.

2) Ihr Bruder wird immer Pflichtteilsberechtigt sein. Er wird nicht Erbe, sondern erhält gegen diesen lediglich einen schuldrechtlichen Zahlungsanspruch in Höhe von 1/6-tel des Nachlasses.

Wenn die Eigentumswohnung mehr als 10 Jahre zuvor der Erbfall an Sie geschenkt worden wird, dann wird für die Berechnung des Nachlasses die Wohnung auch tatsächlich nicht dazugerechnet. Dann bekommen ihr Bruder und die Schwester nichts ab. Beträgt die Frist weniger als 10 Jahre, so ist gemäß § 2325 BGB für jedes verstreichende Jahr 10 % vom Wert abzuziehen. Sind zum Beispiel nur 4 Jahre vergangen, so ist noch 60 % vom Wert der Wohnung (knapp 72.000 EUR) dem Nachlass hinzuzurechnen. Hiervon bekommt dann Ihr Bruder seinen Pflichtteil (zusätzlich 12.000 EUR).


Entscheidend ist aber, dass tatsächlich eine Schenkung vorliegt. Die Eigentumswohnung muss komplett den Herrschaftsbereich des Erblassers verlassen haben. Bei einer normalen Schenkung ist das der Fall. Behält sich der Erblasser aber das von Ihnen geplante Nießbrauchsrecht (Eltern sollen Miete bekommen) vor, so sieht die mittlerweile herrschende Meinung die Schenkung erst mit dem Tod des Erblassers bzw. dem Erlöschen des Nießbrauchsrechts als vollzogen an. Kurz gesagt: Wenn Ihre Eltern die Miete (durch Nießbrauchrecht) bekommen, zählt in Bezug auf die Pflichtteilsberechnung die Eigentumswohnung noch mit dem vollen Wert zum Nachlass. Ihr Bruder (und ggf. die Schwester über einen Pflichtteilsergänzungsanspruch) erhalten dann einen größeren Anteil.

3) Wenn die Wohnung nicht verschenkt, sondern normal gekauft wird, gibt es keine Probleme mit der Ausgleichung oder dem Pflichtteil (Wohnung erhöht nicht Pflichtteil oder Erbquote). Es muss dann aber ungefähr der volle Gegenwert (120.000 EUR) gezahlt werden.

Wird nicht der übliche Marktwert gezahlt, liegt eine gemischte Schenkung vor. Ein Teil ist dann verkauft (für diesen Teil gilt das nachfolgende entsprechend), der andere Teil ist verschenkt (für diesen gilt das unter Frage 1 und2 gesagte). Der Kaufpreis muss ja nicht sofort gezahlt werden. Zinslose Stundungen oder Ratenzahlungen können aber weitere Schenkungen sein.

Wenn ein Fall der gemischten Schenkung vorliegt, sollte auf keinen Fall sollte ein Nießbrauchrecht (Eltern bekommen Miete) eingeräumt werden. Sie können lieber selbst monatliche Raten zahlen. Woher Sie das Geld für solche Raten nehmen (Mietzahlungen) ist doch egal.

Der große Nachteil bei einem Kauf der Eigentumswohnung ist, dass bei einer Scheidung (oder bei einem konkreten Zugewinnausgleich im Todesfall) die Wohnung mit in den Zugewinn fällt. Wenn’s richtig doof läuft (Frau hat in der Ehe kein Vermögen hinzuverdient, Mann hat Vermögen dazuverdient), ist daher der hälftige Wert (72.000 EUR) an die Frau abzugeben.

Nachfrage vom Fragesteller 21.12.2014 | 23:59

Also hab ich das richtig verstanden, wenn sie mir das schenkene , sollte vermerckt sein dass es nichts mitn erbe zu tun hat richtig(Also keine ausgleich).
Sollte in den nächsten zehen jahre nichts passieren, haben meine geschwister kein recht auf ein anteil?Richtig?im Prinzip geschenkt ist geschenkt und hat nichts mitn erbe zutun.

Also gut dass sie mir das mit den mieteinnahmen gesagt haben, das kann ich dann privat mit denen ausmachen und nicht notariell.

Dann vergessen wir schnell das ,,abkaufen von eltern '' bei geschenk hat frau nicht so viel recht wie bei gekauft oder???

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 22.12.2014 | 00:45

Nein, Sie bringen jetzt einiges durcheinander. Am besten noch mal ganz in Ruhe meine Antwort durchlesen. Die Kurzfassung war aber, dass im Falle einer Schenkung oder teilweisen Schenkung im Notarvertrag aufgenommen werden soll, dass die Schenkung gerade Rücksicht auf ein künftiges Erbrecht (vorweggenommene Erbfolge) geschieht und des weiteren eine Ausgleichung ausgeschlossen werden soll. Wenn Sie das dem Notar sagen, weiß der schon Bescheid.

Wenn ein Teil doch entgeldlich (zum Beispiel gegen monatliche Raten) geschehen soll, dürfen Sie das dem Notar natürlich nicht verschweigen. Das wäre Betrug und würde als Scheingeschäft den Vertrag auch Nichtig machen. Beachten Sie, dass bei Teilentgeltlichkeit Zugewinnausgleichsforderungen entstehen können.

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