Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
141.042 Fragen, 59.163 Anwaltsbewertungen
448.729
Registrierte
Nutzer
businessandmore.de Anwalt? Hier lang  | 2 Anwälte online

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Wohnrecht laut testament


11.12.2012 20:50 |
Preis: ***,00 € |

Hauskauf, Immobilien, Grundstücke


Beantwortet von

Rechtsanwältin Janna Stefan



Sehr geehrte Damen und Herren,

meine Mutter, hat Ihrem Lebensgefährten das unentgeltliche lebenslange Wohnrecht testamentarisch vererbt. Er will das Wohnrecht nun ins Grundbuch eingetragen haben. Im Testament steht, wenn er es wünscht muß es eingetragen werden. Ich bin die alleinige Erbin des Hauses. Wenn ich das Haus meinen Kindern überschreibe, kann der Lebensgefährte dann trotzdem die Eintragung verlangen?
Achtung Archiv

Diese Antwort ist vom 11.12.2012 und möglicherweise veraltet. Stellen Sie jetzt Ihre aktuelle Frage und bekommen Sie eine rechtsverbindliche Antwort von einem Rechtsanwalt.

Jetzt eine Frage stellen
11.12.2012 | 22:28

Antwort

von

Rechtsanwältin Janna Stefan
4 Bewertungen
Sehr geehrte Ratsuchende,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich anhand des von Ihnen geschilderten Sachverhalts beantworten möchte:

Die Einräumung eines Wohnrechts in einem Testament erfolgte auf Grund Vermächtnisses. Das(rein schuldrechtliche unentgeltliche) Wohnrecht selbst ist als Leihe zu qualifizieren (BGH, NJW 1982, 295 ff; NJW 1985, 126 ff; OLG Köln, NJW-RR 2000, 152 ff, OLG Bamberg, NJW-RR 1994, 1359). Eine Rückgabepflicht aus § 604 BGB besteht jedoch nicht, da die Dauer der Leihe bestimmt ist, nämlich auf Lebenszeit des Lebensgefährten.

Bei einem durch letztwillige Verfügung eingeräumten Wohnrecht steht den Erben auch die Kündigungsmöglichkeit des § 605 BGB nicht zu. Das Vermächtnis ist insoweit dahingehend anzulegen, dass das Kündigungsrecht durch das Vermächtnis auf Dauer - sprich Lebzeiten des Bedachten - ausgeschlossen sein soll.

Würde man hier den Erben eine Kündigungsmöglichkeit einräumen, könnte das Vermächtnis seine Wirkung nicht entfalten. Die Erben könnten z.b.jederzeit Eigenbedarf anmelden und damit die letztwillige Verfügung der Erblasserin damit wirkungslos machen. Dies kann nicht Sinn eines Vermächtnisses sein. Somit ist in der Einräumung eines lebenslangen Wohnrechts ein dauerhafter Kündigungsschutz enthalten. Nur dadurch wird dem Willen Ihrer Mutter, genüge getan, ihrem Lebensgefährten ein Wohnrecht auf Dauer und nicht nur vorübergehend einzuräumen.


Ferner hat der Lebensgefährte Ihrer Mutter aufgrund des Testaments einen Anspruch auf die Eintragung des Wohnrechts ins Grundbuch.Durch die Eintragung des Wohnrechts ins Grundbuch(dingliche Sicherung, § 1093 BGB) soll
dieses Wohnrecht auch gegenüber einem eventuellen Käufer wirken.

Ist dieser Anspruch nicht erfüllbar, weil Sie z.b. das Haus verkaufen oder auf Ihre Kinder überschreiben, hat der Lebensgefährte Ihrer Mutter einen Anspruch auf Wertersatz. Für die Erben ist jedenfalls das Testament bindend.

Werden Sie den Vermächtnisanspruch des Wohnungsberechtigten nicht freiwillig erfüllen, so kann der Lebensgefährte Ihrer Mutter Sie
auf Abgabe der Einigungserklärung nach § 873 BGB und der Eintragungsbewilligung nach § 19 GBO
sowie zur Besitzeinräumung an den betreffenden Räumlichkeiten verklagen. Mit Rechtskraft des Urteils gelten die Willenserklärungen als abgegeben, § 894 ZPO.

Handelt es sich um ein handschriftliches oder notarielles Testament?Denn beim Vermächtnis über dingliche Rechte an Grundstücken, wie z.b.Wohnrecht, kann bereits die zu ihrer Entstehung konstitutiv erforderliche dingliche Einigung (§ 873 BGB) bezüglich des den Erblasser betreffenden Teils direkt in die notariell beurkundete Verfügung von Todes wegen aufgenommen werden. Die Einigungserklärungen beider Teile müssen hier - anders als bei der Auflassung - auch nicht gleichzeitig abgegeben werden. Der Vermächtnisnehmer (Lebensgefährte) kann seine dingliche Einigungserklärung auch noch später, nach Eintritt des Erbfalls, abgeben.An diese bleiben die Erben als Gesamtrechtsnachfolger gebunden, sofern die in § 873 Abs. 2 BGB genannten Formalien erfüllt sind (Abgabe der Eintragungsbewilligung nach § 19 GBO in notariell beurkundeter oder beglaubigter Form, § 29 GBO).

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Janna Stefan, Rechtsanwältin


Rechtsanwältin Janna Stefan

ANTWORT VON
Rechtsanwältin Janna Stefan
Cloppenburg

4 Bewertungen
RECHTSGEBIETE
Arbeitsrecht, Familienrecht, Miet und Pachtrecht, Vertragsrecht, Einkommensteuerrecht
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 53391 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Die Beratung war zügig und hat mir sehr geholfen. Vielen Dank! ...
5,0/5,0
Sehr schnelle Antwort und verständlich fuer nicht Rechtskundige! Empfehlenswert!!! Werde den Service bei bedarf wieder in Anspruch nehmen! ...
5,0/5,0
Herzlichen Dank für Ihre kompetente Antwort, gerne wieder ...
So können Sie zahlen:
Visa
MasterCard
PayPal
Sofortüberweisung
Vorkasse