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Winterreifen ohne Radmuttern


17.11.2014 20:19 |
Preis: ***,00 € |

Verkehrsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Michael Pilarski


Zusammenfassung: Es geht um einen Autokauf mit dazugehörigen Winterreifen ohne entsprechende Radmuttern und die Regulierung eines durch Verwendung der für die Sommerreifen vorgesehenen Muttern an den Winterreifen entstandenen Schadens.


Sehr geehrte Damen und Herren,

im Mai 2012 kaufte ich ein Neufahrzeug im Autohaus. Zu dem Fahrzeug gab es noch Winterreifen auf Aluflegen zu einem Sonderpreis. Bei der Fahrzeugübergabe mit meiner Frau zusammen waren die Winterreifen (Sonderzubehör) noch nicht da, diese wurden ca 3 Wochen später beim nächsten Autohausbesuch in den Heckraum geladen. Es wurde meiner Frau aber nicht mitgeteilt, weder mündlich noch schriftlich, dass für diese Winterreifen auf Alufelge andere Radmuttern zu verwenden sind. Auch wurden diese Radmuttern nicht übergeben.
Da ich seit über 30 Jahren die Winterreifen selber wechsle, wurde nun von mir im Winter 12/13 und 13/14 die Radmuttern der Sommerreifen verwendet. Dieser Fehler führte dazu, da die Original-Radmutter der Sommerreifen in die Alu-Winterfelge ca 4 mm kürzer in die Radnabe eindrehen konnte, dass das Gewinde der Radnabe nach hinten ( bei den letzten Gewindegängen) Rost ansetzte. Als ich im Frühjahr 2014 wieder die Sommerreifen aufzog, entstand nun das Problem, dass ich die Radmuttern die letzten 3-4 mm nur erschwert eindrehen konnte - mit einem Drehmomentschlüssel! Die Räder waren nicht richtig festgezogen, es kam zum Schaden an der Felge, Radnabe etc. Insgesamt ein Schaden von ca 1400.-€. Als ich jetzt im Herbst die Winterreifen in einer Reifenwerkstatt montieren ließ, da ich neue Winterreifen benötigte, trat das Problem der fehlenden Radmuttern auf!
Im Juni 2013 wechselte das besagte Autohaus die Reifen von Winter auf Sommer, aber auch da bemerkte das Autohaus nicht, dass ich mit den falschen Radmuttern im Winter unterwegs war.
Auch wenn ich eine Eigenverantwortung für mein Handeln trage und evtl. schon die 2-jährige Verjährungsrist eingetreten ist, bin ich der Meinung, daß das Autohaus aber auf alle Fälle im Juni 2013 den Fehler hätte erkennen müssen. Das Autohaus lehnt jedoch jegliche Verantwortung ab.

Welche Chancen habe ich um hier das Autohaus in Schadenshaftung zu nehmen?


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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Eingangs möchte ich Ihnen mitteilen, dass eine abschließende Beurteilung der Rechtslage ohne die Einsicht in die entsprechenden Verträge nicht möglich ist.

Grundsätzlich einmal haben Sie einen Kaufvertrag gemäß § 433 BGB über das Neufahrzeug sowie die dazugehörigen Winterreifen geschlossen.

Die erste Frage ist, ob man bei einem solchen Kauf als Käufer erwarten kann, dass die Radmuttern für die Winterreifen mitgeliefert werden. Das ist grundsätzlich, wenn es nicht ausdrücklich vereinbart wurde, eine Sache der Auslegung und im Einzelfall zu beurteilen.

Anhaltspunkte dafür, dass neben dem Fahrzeug die Radmuttern durch den Verkäufer auch gekauft und übereignet werden sollten, kann ich Ihrer Sachverhaltsschilderung nicht entnehmen. Hierzu müsste ich genauere Kenntnis von den Umständen der Kaufabwicklung haben. Derzeit würde ich aber sagen, dass ein durchschnittlicher Verbraucher bzw. Kunde, der ein Fahrzeug sowie Winterreifen bei einem Autohaus kauft, üblicherweise erwarten kann, dass für die Winterreifen entsprechende Radmuttern mitverkauft werden. Über diese Frage kann aber gestritten werden.

Eine Pflicht des Autohauses beim Kauf, darauf hinzuweisen, dass die Muttern nicht für die Sommerreifen geeignet sind und die Winterreifen andere Muttern benötigen, würde ich nicht bejahen. Insbesondere tragen Sie selbst vor, dass Sie regelmäßig Winterreifen wechseln und hier gewisse Kenntnisse und Fähigkeiten besitzen.


Wenn Sie das Fahrzeug jedenfalls zum Reifenwechsel in die Werkstatt gegeben haben, hätte die Werkstatt als fachkundiges Unternehmen erkennen müssen, dass die Muttern der Sommerreifen nicht für die Winterreifen passen. Hier hat sie fahrlässig eine Pflichtverletzung aus dem Werkvertrag begangen. Es müsste aber ein Schaden entstanden sein, den die Werkstatt durch ihre Pflichtverletzung verursacht hat. Hier stellt sich dann aber die Frage, ob Sie möglicherweise dafür verantwortlich sind, dass der Schaden entstand, weil Sie die Radmuttern der Sommerreifen für die Winterreifen verwendeten. Sowohl Sie als auch das Autohaus hatten die Reifen gewechselt und die Verwendung der falschen Muttern bemerkt. Hier die Verursachungsanteile der nach und nach eintretenden Beschädigung nachzuweisen, wird schwer bis unmöglich. Möglicherweise könnte ein Kfz-Sachverständiger darüber Auskunft geben, hier kenne ich mich auch nicht aus, ob so etwas im Nachhinein noch erkennbar ist.

Anhand der Sachverhaltsschilderung denke ich derzeit, dass bei entsprechendem Sachverständigengutachten durchaus Erfolgsaussichten bestehen können, einen Teil des Schadens von der Werkstatt ersetzen zu lassen. Es hängt aber viel von der Beweisbarkeit, deren Prognose mit den bisherigen Angaben schwer ist.

Ich kann Ihnen gerne anbieten, Sie in der Sache zu vertreten, wenn Sie mich direkt beauftragen.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen bei der Entscheidung hinsichtlich Ihres weiteren Vorgehens behilflich sein. Nutzen Sie gerne die einmalige kostenlose Nachfragefunktion, falls Unklarheiten bestehen, damit ich diese ausräumen kann.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 10.01.2015 | 11:18

Sehr geehrter Herr Pilarski,

vielen Dank für Ihre ausführliche Stellungnahme.
Die Radmuttern bzw. Radbolzen sind immer Bestandteil der Alufelge,
wie mir nun mehrfach bestätigt wurde, insbesondere auch deshalb, weil die Alufelgen aus dem Sonderzubehör des Autohändlers stammten.

Ich bin gerne bereit Ihnen hier das Mandat zu erteilen mich in dieser Sache juristisch zu vertreten. Zwischenzeitlich habe ich dem Autohaus ein Vergleich angeboten, das er aber unbeantwortet verstreichen ließ.

Da ich keine Rechtschutzversicherung habe, werde ich jedoch nur gegen das Autohaus juristisch vorgehen, wenn mein finanzieller Einsatz ( Anwaltsgebühr, evtl. Sachverständiger-Gutachten, Gerichtskosten) den zu erwartenden Schadensersatz deckt.
Konkret gesagt, wenn die Kosten für mich ca 800.-€ nicht übersteigen, bin ich dabei.

Mit freundlichem Gruß

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 11.01.2015 | 12:24

Sehr geehrter Ratsuchender,

gerne beantworte ich Ihre Nachfrage:

Ich kann Ihnen nicht versichern, wie ein solcher Rechtsstreit durch ein Gericht entschieden wird, wenn die Gegenseite außergerichtlich nicht einlenkt. Gutachterkosten können mehrere Tausend Euro betragen. Daher muss ich Ihnen im Ergebnis sagen, dass die Kosten unter Umständen, wenn Sie im Prozess unterliegen, durchaus höher als 800,00 Euro betragen können.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen weiterhelfen und verbleibe mit


freundlichen Grüßen

Pilarski
(Rechtsanwalt)

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