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Wieder Geheiratet zwei Kinder


12.10.2004 10:18 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Hallo.
Meine Frage:
bin 1995 geschieden, aus der Ehe habe ich einen Sohn der ist heute 16 Jahre alt.
Muss außer Kinderunterhalt 269 €,
noch „Aufstockungsunterhalt wegen Kinder Erziehung“ in Höhe von 204 € bezahlen.
Verdiene ca. 2000 € Netto im Monat.
Meine Exfrau verdient ca. 1000 € im Monat.
1999 habe ich wieder Geheiratet.
Aus der Ehe habe ich zwei Kinder 3,5 und 4,5 Jahre.
Meine Frau arbeitet zurzeit nicht.
Mein Anwalt ist der Meinung da kann man nichts machen.
Durch die andere Steuerklasse verdiene ich mähr, und das reicht für die beiden Kinder.
Und meine jetzige Frau ist zweitrangig.
Und ich habe ein Gefühl als ob was nicht stimmt.
Wie ist Ihre Meinung, vielleicht ein Rechenbeispiel?
Grüße
12.10.2004 | 11:27

Antwort

von


162 Bewertungen
Sehr geehrter Fragender,

ob die Höhe der Berechnung stimmt, kann von hier aus nicht beurteilt werden. Denn dazu fehlen Angaben von möglichen Abzügen (z.B. ehebedingte Verbindlichkeiten). Der Kollege, der sich mit dem Fall beschäftigt hat, wird die Einzelheiten besser beurteilen können.

Eine allgemeine Hinweis möchte ich Ihnen trotdem geben:

Ihre Wierderverheiratung ändert nichts an Ihren Unterhaltspflichten gegenüber Ihrer Ex- Frau bzw. Ihren Kindern. Sichert Ihre Erwerbstätigkeit den Familienunterhalt, so haben Sie auch in der neuen Ehe auf die Unterhaltspflichten Rücksicht zu nehmen. Dies schränkt sich natürlich in Ihrer neuen Ehe ein.

Auch der Steuervorteil aus einer Wiederheirat ist seiner Zweckbestimmung nicht nur der neuen Familie zuzuordnen. Er kommt auch der frühreren Ehepartnerin und den Kinder aus der früheren Ehe zugute. Eine Aunsnahme ist nur dann zu wenn, wenn Sie die Steuervergünstigung benötigen, um den Bedarf der nachrangigen Ehefrau zu decken. Die Voraussetzungen sind dazu sind aber sehr eng.

Für mich erscheinen die Beträge auch nicht unglaublich hoch.

Die Unterhaltsberechnung erfolgt auf der Basis der Düsseldorfer Tabelle. Es besteht eine Unterhaltspflicht gegenüber der Ex- Frau und Ihrem Kind, welches bei der Ex- Frau lebt. Kindergeld wird an die Frau gezahlt.Die Höhe des Kindergeldes beträgt zum 12.10.2004 154,00 €

Bei Ihrem Nettoeinkommen des Unterhaltspflichtigen aus Erwerbstätigkeit in HÖhe von 2.000,00 € und bei Abzug der berufsbedingte Aufwendungen (pauschal mit 5,00%) in Höhe von 100,00 € verbleibt ein anrechenbares Einkommen in Höhe von ca. 1.900,00 €.

Ihre Frau hat dagegen ein Unterhaltseinkommen in Höhe von 1.000,00 €. Davon sind berufsbedingte Aufwendungen in Höhe von
50,00 € abzuziehen, so daß ein anrechenbares Einkommen in Höhe von 950,00 € verbleibt.

Hier weise ich darauf hin, daß die berufsbedingten Aufwendungen nicht immer pauschal berücksichtigt werden, sondern z.T. (z.B. im Bezirk des OLG Schleswig) nur nach konkretem Nachweis anerkannt werden. Allein deswegen kann sich die Berechnung verändern.

Zunächst wird der Kindesunterhalt errechnet.
Nach meinen Berechnungen ist der Betrag in Höhe von 269 EUR nicht hoch, sondern noch niedrig angesetzt.

Dann wird von dem Einkommen (1900 EUR) der Kindesunterhalt abgezogen und der Ehegattenunterhalt berechnet.

Ehegattenunterhalt berechnet sich grunds. wie folgt:
Gesamteinkommen des Unterhaltspflichtigen 1.900,00 €
abzgl. Tabellenunterhalt f. minderjährige Kinder

Daraus ergibt sich Ihr Gesamteinkommen. Davon werden abzogen:
Arbeitsanreiz, 1/7. Dann erhlaten Sie Ihr anrechenbares Einkommen für den Errechnung des Gesamtunterhalts Ihre Ex-Frau.

Unterhaltsrelevantes Einkommen des Gatten : 950,00 €
anrechenbare Einkünfte aus Erwerbstätigkeit: 950,00 €
./. Arbeitsanreiz, 1/7 aus 950,00 € 135,71 €
anrechenbares Einkommen des Gatten 814,29 €
Der Unterhaltsbedarf des Gatten beträgt die Hälfte der Summe der die ehelichen Lebensverhältnisse prägenden anrechenbaren Einkünfte der Ehegatten.

Wie Sie sehen ist diese Rechnung äußerst kompliziert und hier ist nur ein Kind berücksichtig. Noch komplizierter ist die Berechnung in Ihrem Fall und es sprengt den Rahmen dieses Portals.

Wenn Ihr Anwalt gesagt hat, daß die Berechnung stimmt, dann muß dies nicht falsch sein. Er kennt die gesamten Akten.

Mit freundlichen Grüßen
Klaus Wille
Rechtsanwalt
-----------------------
Rechtsanwalt Klaus Wille
Breite Str. 147- 151
50667 Köln
www.anwalt-wille.de
anwalt@anwalt-wille.de


Rechtsanwalt Klaus Wille
Fachanwalt für Familienrecht

Nachfrage vom Fragesteller 14.10.2004 | 11:09

Hallo und vielen dank für die Antwort,

In meiner Frage war noch
„Und meine Frau ist zweitrangig“
leider ohne Fragezeichen geschrieben.
Ich wollte aber wissen ob meine jetzige Frau auch Unterhaltanspruch hat?
Denn ich habe eigentlich jetzt 5 Personen zu Unterhalten
Was bedeutet Zweitrangig? 100,50,20 oder 10% des Anspruchs der Exfrau?
Nach dem neuen EU-Recht sind doch die Frauen gleichberechtigt wenn sie Kinder haben.
Wie wird das verrechnet?
Mein Anwalt sagt, das hängt von den einzelnen Richtern ab.
Ich meine es muss aber irgendeine Formel dafür geben, damit man überblick behält.
Oder kann das der Richter festlegen wie es Ihm gerade passt?
Vielleicht können Sie mir ein Beispiel nennen, wo Geurteilt worden ist, wo Exfrau und die jetzige Ehefrau die Kinder hat, gleichberechtigt behandelt worden sind?
Vielen Dank
Grüße

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 17.10.2004 | 23:32

Sehr geehrte Damen und Herren,

zweitrangig bedeutet, daß Sie zuerst die Unterhaltsansprüche der anderen befriedigen müssen. Erst dann kommt Ihre Frau! Es wird also geprüft, wie hoch der Unterhaltsbedarf der Unterhaltsgläubiger ist. Dann wird geprüft, ob Sie alle bedienen können. Können Sie dies nicht, dann muß derjenige, der zweitrangig ist, zurücktreten.

ANTWORT VON

Köln

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