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Wie vererben? - Immobilie Ehepartner/Kind


| 28.11.2014 11:15 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Stefanie Lindner



Sehr geehrte Anwälte,

mein Mann ist Eigentümer eines Hauses, welches er von seinen Eltern geerbt hat. Dieses wurde von uns renoviert und modernisiert, so dass auch eine Wertsteigerung eintrat. Da wir nun Eltern sind, überlegen wir, wie wir dies erbrechtlich festhalten wollen.

Er möchte, dass unser Kind das Haus bekommt, bzw. den Wert des Hauses. Da es sehr groß ist und er auch sein Gewerbe im Haus betreibt, haben wir besprochen, dass es für mich möglich sein muss, das Haus zu verkaufen.

Wie müssen wir testamentarisch festhalten, dass

1. ich das Haus veräußern kann
2. mir der Wert der Renovierung zur Verfügung steht
3. es eventuell möglich ist, dass mit dem Verkaufserlös des Hauses bspw. zwei kleinere Immobilien erworben werden und ich in zumindest einer Immobilie ein Wohnrecht erhalte

Ist dies eventuell durch eine Art Zwischenerbschaft möglich, in der mir das Recht der Verwaltung/der Veräußerung zugetragen wird? Kann man diese Vereinbarung auf das Haus alleine beschränken oder betrifft diese dann alle Vermögensgegenstände?

Herzlichen Dank vorab.
Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Ihr Ziel ist es, dass der überlebende Ehegatte nach dem Tod des anderen finanziell abgesichert ist.
Dennoch möchten Sie schon zu Lebzeiten eine Regelung bezüglich der Erbfolge des Kindes treffen.

Hierfür dürfte sich am besten die Anordnung einer Vor- und Nacherbfolge gemäß §§ 2100 ff. BGB eignen. Danach wird der überlebende Ehegatte Vorerbe und das Kind Nacherbe. Der überlebende Ehegatte verwaltet quasi die Erbschaft für den Nacherben. Welche Rechte der Vorerbe hat und inwieweit dieser über die Erbschaft des vorverstorbenen Ehegatten verfügen kann, richtet sich danach, ob eine befreite Vorerbschaft angeordnet wird. Die §§ 2113 ff. BGB regeln inwieweit eine Befreiung des Vorerben möglich ist.
Ein befreiter Vorerbe kann über den Nachlass des Erblassers grundsätzlich frei verfügen, er ist lediglich gem. § 2113 Abs.2 BGB beschränkt, d.h. er darf das Erbe nicht verschenken und keine anderweitigen unentgeltlichen Verfügungen treffen.
Wenn Sie nun Vorerbin wären, dann könnten Sie das Haus verkaufen und auch andere Immobilien erwerben. Sie haben den gesamten Wert der Erbschaft zur Verfügung.
Ein Wohnrecht oder Wohnungsrecht bräuchten Sie sich nicht eintragen lassen, da Sie verfügungsbefugt sind und Ihr Kind erst mit Ihrem Tode über die Immobilie, ggf. über die neu erworbenen Häuser verfügen kann.

Ein Wohnrecht macht immer dann Sinn, wenn ein Vermögensgegenstand bereits zu Lebzeiten übertragen werden soll. Dann werden beispielsweise die Kinder schon zu Lebzeiten der Eltern Eigentümer des Hauses. Die Eltern behalten sich aber ein Wohnrecht vor, um bis zum Tode abgesichert zu sein.
Wenn Sie die Vor- und Nacherbschaft wählen, dann geben Sie das Eigentum noch nicht aus der Hand und können noch darüber verfügen, so dass es eines Wohnrechts nicht bedarf.
Wenn Sie mir eine Email senden, kann ich Ihnen gerne (ohne weitere Kosten) einen Testamentsentwurf für eine solche Regelung zukommen lassen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Stefanie Lindner

Nachfrage vom Fragesteller 28.11.2014 | 14:32

Vielen Dank für Ihre schnelle, ausführliche und verständliche Antwort.

Eine kurze Rückfrage hätte ich noch. Muss dies notariell festgehalten werden oder reicht ein einfaches, handschriftliches Testament?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 28.11.2014 | 14:50

Vielen Dank für Ihre Nachfrage und danke für das Lob.

Sie haben die Wahl zwischen handschriftlicher Verfassung und notarieller Beurkundung, § 2231 BGB.
Es ist ausreichend, wenn Sie das Testament handschriftlich verfassen und darunter unterschreiben, vgl. § 2247 Abs.1 BGB. Wenn Sie gemeinsam mit Ihrem Mann ein Ehegattentestament errichten, dann reicht es, wenn einer von Ihnen das Testament handschriftlich verfasst und beide darunter unterschreiben.

Beste Grüße
Stefanie Lindner

Bewertung des Fragestellers 28.11.2014 | 18:04


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