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Wie berechne ich den Pflichtteil für die Enkel, die schon eine Schenkung erhalten haben?


19.01.2006 09:56 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Die Eltern von meinem Vater sind verstorben und es liegt ein Testament vor. In dem Testament ist mein Vater als Haupterbe, der das Haus mitsamt Grundstück erbt, eingetragen. Sein Bruder bzw. , zwischenzeitlich verstorben, und nun seine Kinder sind im Testament mit einer Auskehrsumme von insg. 25000€ Euro (die Hälfte des damaligen Baupreises), da Sie seinerzeit ( vor ca. 30 Jahren) das gleichgroße Grundstück erhalten haben. Mein Vater ist seinerzeit leer ausgegangen. Im damaligen Schenkungsvertrag ist schriftlich festgehalten, dass das Grundstück auf ihr Erbe angerechnet werden muss.
Jetzt meine Frage. Wie sieht es aus wenn man beide Grundstücke aussen vor lässt. Das Haus wird auf ca. 80000€ geschätzt. Was ist wenn die Kinder das Erbe nicht akzeptieren und den Pflichteil einfordern.
Fall a) Haben Sie Anspruch auf die Hälfte (40000€) oder beträgt der Pflichteil die Hälfte von der Hälfte (20000€)?
Fall b) Es wird das Haus mit dem Grundstück und Barvermögen berechnet (240000€). Wie sieht es in dem Fall aus? Das Grundstück der Kinder hatte seinerzeit einen Wert von 20000€. Diese 20000€ müsste ich doch jetzt mit dem Faktor 1,04hoch29 (Anzahl der Jahre)multiplizieren.Das macht eine Summe von ca. 60000€. Diese werden dann auf die 240000€ gezählt. Das macht dann 300000€. Der Pflichteil wäre ja nun 75000€. Da Sie sich das Grundstück aber anrechnen lassen müssen, muss ich die 60000€ ja davon abziehen, korrekt? Also wäre der Pflichteil bei 15000€. Ist das so richtig berechnet?
19.01.2006 | 10:56

Antwort

von


555 Bewertungen
Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

die Rechtslage stellt sich in der von Ihnen dargestellten Konstellation folgendermaßen dar, wobei ich voraussetze, dass keine weiteren Erbberechtigten als die von Ihnen genannten Personen vorhanden sind:

Fall a)
Der Pflichtteil beträgt gemäß § 2303 Abs. 1 Satz 2 BGB die Hälfte des gesetzlichen Erbteils. Der gesetzliche Erbteil der beiden Enkel des Erblassers beträgt gemäß § 1924 BGB jeweils ein Viertel.
Nach Ihrem Beispiel beläuft sich der Pflichtteil der Enkel somit auf jeweils € 10.000.

Fall b)
Da sich der Pflichtteil nicht nach dem testamentarischen, sondern nach dem gesetzlichen Erbteil bemisst, scheidet die von Ihnen angedachte Anrechnung aus. Ein Abzug vom Erbe, der sich hier im Übrigen nur aus dem Schenkungsvertrag ergibt, findet somit bei der Ermittlung des Pflichtteilsanspruchs nicht statt.


Ich hoffe, Ihnen mit dieser Auskunft zunächst weitergeholfen zu haben.

Sollten meine Ausführungen noch Unklarheiten enthalten, nützen Sie bitte die kostenlose Nachfragefunktion.

Mit freundlichen Grüßen


Wolfram Geyer
Rechtsanwalt


Nachfrage vom Fragesteller 19.01.2006 | 11:08

Der Pflichteil wird doch vom ganzen Vermögen berechnet, oder? Laut Schenkungsvertrag wird das damalige Grundstück angerechnet, d.h. wenn der gesamte Nachlass sich auf 240000€ beläuft, wäre der Pflichteil ja bei 60000€. Da aber das Grundstück angerechnet werden muss, dann muss es doch anfangs auf den Nachlass gerechnet und dann wieder in Abzug gebracht werden. So steht es doch in §2315BGB. Wie wird der Wert des Grundstückes des verstorbenen Bruders denn errechnet? So wie ich es ausgerechnet hatte?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 19.01.2006 | 11:16

Sehr geehrter Ratsuchender,

nach Ihren Angaben ist eine Anrechnung des Grundstücks nur auf das Erbe, nicht aber auf den Pflichtteil vorgesehen.
Vorbehaltlich einer Prüfung und gegebenenfalls Auslegung des Schenkungsvertrages findet somit § 2315 Abs. 1 BGB keine Anwendung (siehe auch Palandt BGB § 2315 Rn.3).

Mit freundlichen Grüßen

Wolfram Geyer
Rechtsanwalt

ANTWORT VON

München

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