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Wer erstattet die Kosten für den mangelhaften Zahnersatz, Labor oder Zahnarzt?


| 21.02.2012 12:52 |
Preis: ***,00 € |

Medizinrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Guido C. Bischof



Sehr geehrte Damen und Herren,
ich wende mich an Sie stellvertretend für meine Mutter, 84 Jahre alt und Privatpatientin, was sich in diesem Fall nicht unbedingt als förderlich erwiesen hat.
ABLAUF:
Besuch der Zahnarztpraxis, zwecks der Fertigung einer neuen Prothese für Unter-, sowie Oberkiefer,
Nach Fertigstellung im wahrsten Sinne „untragbar". (Druckschmerzen, starke Probleme beim Kauen, beim Sprechen feuchte Aussprache und auch von der Optik her deutlich vorstehende Frontzähne.
Nach diesbezüglicher Reklamation gegenüber der Zahnärztin mehrmalige Nachbesserungsversuche in Form von Abschleifen in deren Praxis sowie im Dentallabor, leider ohne Erfolg. Behandlung wurde dann von der deutlich genervten Zahnärztin als abgeschlossen erklärt mit dem Hinweis, dass sei jetzt das Höchste der Gefühle gewesen, was Sie noch für meine Mutter tun könne, aber sie könne sich ja einen Gutachter besorgen.

Hauptrechnung über ca. 1500,-€ + ein Nachschlag von 45,- für diese erfolglosen „Beratungen" wurden von meiner Mutter bezahlt, da schon Mahnungen der Privatverrechnungsstelle ins Haus flatterten.

ZUSAMMENFASSEND
1.) Der Zahnärztin wurde Gelegenheit zur
Nachbesserung gegeben, erfolglos!
2.) Schlichtungsstelle der Ärztekammer wurde
eingeschaltet, dort wurde die Prothese nach
Begutachtung derselben als insuffizient
erklärt,keine Nachbesserung sei mehr möglich
und sie müsse neu hergestellt werden.
(Zahnärztin ist übrigens dem Termin bei der
Schlichtungstelle einfach ferngeblieben)
3.) Das Vertrauensverhältnis zwischen Patientin
und behandelnder Ärztin kann man durchaus als
gestört bezeichnen, so dass meine Mutter ver-
ständlicher weise keine weitere Behandlung
von ihr wünscht und dementsprechend eine
andere Zahnarztpraxis aufsuchen will.
4.) Meine Mutter hat daher um die Rückerstattung
der ihr entstandenen Kosten(betrifft aus-
schließlich Hauptrechnung)gebeten.(Laut
Schlichtungsstelle vollkommen rechtens)

AKTUELLER STAND:
Zahnärztin hat Scheck geschickt. Scheckbetrag beinhaltet jedoch ausschließlich ihr eigenes Honorar sowie ihre Verbrauchsmaterialien.
Die Kosten für das Fremdlabor (594,82€), welche die Zahnärztin in ihrer Hauptrechnung mit eingerechnet und kassiert hat, wurde von ihr nicht zurückerstattet mit dem Hinweis, es stehe meiner Mutter frei, diese Auslagen nach §9 der GOZ bei dem zuständigen Dentallabor einzufordern.

FRAGE:
Ist das jetzt rechtens?
Meine Mutter ist schließlich nur mit der Zahn-ärztin, nicht mit dem Labor ein Vertrags-verhältnis eingegangenen und die Zahnärztin wiederum ein Vertragsverhältnis mit dem Dentallabor.
Die Rechnung des Dentallabors wurde auf den Namen der Zahnärztin ausgestellt, diese hat sie wiederum meiner Mutter in Rechnung gestellt und es wurde auch die Zahlung an sie geleistet.

Muss sich meine Mutter nach all den Unannehmlichkeiten jetzt wirklich auch noch mit dem Dentallabor auseinandersetzen, oder kann sie direkt von der Zahnärztin auch die Laborkosten zurückfordern?

Für die fachmännische Beantwortung dieser Frage wären wir sehr dankbar!

Liebe Grüße
E. Becker

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Sehr geehrter Fragestellerin!

Gerne beantworte ich Ihre Anfrage wie folgt:

§ 9 GOZ (Gebührenordnung für Zahnärzte) regelt, dass die Zahnärztin Ersatz der Ihr entstandenen Auslagen für zahntechnische Leistungen verlangen kann. Wie sich bereits aus dem Gesetzestext ergibt, handelt es sich dabei um Kosten, die dem Zahnarzt bzw. der Zahnärztin entstehen.

Ein Vertrag mit dem Zahnlabor wird daher regelmäßig zwischen der Zahnärztin und dem Labor zustande kommen. Hierfür spricht in Ihrem Fall zudem noch, dass die Rechnungen des Labors auf die Zahnärztin ausgestellt sind.

Dies bedeutet auch, dass Sie bzw. Ihre Mutter keinen Vertrag mit dem Zahnlabor haben. Entsprechend könnten Sie auch keine direkten Ansprüche gegen das Zahnlabor geltend machen.

Der richtige Ansprechpartner für Sie ist damit weiterhin die Zahnärztin. Auf einen Verweis an das Labor müssen Sie sich aus den genannten Gründen nicht einlassen.

Ob tatsächlich ein Anspruch gegen die Zahnärztin besteht, wird davon abhängen, ob die Prothese bzw. die Anpassung der Prothese mangelhaft war. Hiervon wird nach dem Gutachten der Schlichtungsstelle wohl auszugehen sein.

Sie bzw. Ihre Mutter sollten die Zahnärztin daher unter Fristsetzung auffordern, den ausstehenden Betrag zu zahlen. Falls diese Frist verstreicht, wäre der Anspruch gerichtlich geltend zu machen.


Bedenken Sie bitte, dass die Beantwortung von Fragen auf diesem Portal Ihnen nur eine erste Einschätzung der Sach- und Rechtslage ermöglichen soll. Durch das Weglassen oder Hinzufügen von Information kann sich die Beurteilung wesentlich verändern.


Freundlicher Gruß

G. Bischof
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 21.02.2012 | 14:40

Sehr geehrter Herr Rechtsanwalt Bischof,

danke für die schnelle Auskunft.

Ich hoffe inständig, dass die Zahnärztin es nicht auf eine gerichtliche Auseinandersetzung mit einer so alten Dame ankommen lässt, aber ihr bisheriges Verhalten lässt das nicht ausschließen. Das sie zumindest ihren Teil der Behandlungskosten zurückerstattet hat, stellt für mich aber eine Art Schuldanerkenntnis dar.

Meine Mutter hat bisher nur die Rückerstattung der Hauptrechung beansprucht, obwohl
Ihr durchaus noch zusätzliche Kosten entstanden sind:
- Kostenpflichtiges Gutachten einer unabhängigen
Zahnarztpraxis war eingeholt worden,
schon vor Termin mit der Schlichtungsstelle
- Nachträglich ausgestellte Rechnung der Zahn-
ärztin für die erfolglosen Nachbesserungen,
bezeichnet als „Beratungen"
- Auslagen Porto/Schriftverkehr

Falls es jetzt wirklich vor Gericht ginge, hat meine meine Mutter die Aussicht, dort auch diese Kosten geltend machen, sowie die weiteren anfallenden Rechtsanwaltskosten?

Liebe Grüße
E. Becker

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 21.02.2012 | 15:11

Sehr geehrter Fragestellerin!

Neben den eigentlichen Behandlungs- bzw. Laborkosten kommt auch ein entsprechender Schadensersatzanspruch Ihrer Mutter in Betracht.

Hierzu würde wahrscheinlich zumindest ein großer Teil der von Ihnen genannten Positionen zählen, auch etwaige Rechtsanwaltskosten. Konkret kann ich dies aus der Ferne und ohne Kennntnis der kompletten Umstände leider nicht sagen.

Sie würden aber Ihre rechtliche Lage, auch bezüglich der Erstattung dieser "Nebenpositionen", verbessern, wenn Sie vorher die Gegenseite nachweisbar und unter Fristsetzung zur Zahlung auffordern.

Freundlicher Gruß

G. Bischof
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 21.02.2012 | 16:01


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"Herr RA Bischof konnte ich in allen Punkten mit 5 Sternchen bewerten! Meine Nachfrage wurde ebenfalls super beantwortet!
Er könnte ruhig hier im Saarland eine Kanzlei eröffnen :-)"
FRAGESTELLER 21.02.2012 5/5.0
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