Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
476.770
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Wenn ich einen nachehelichen Unterhaltsanspruch haben sollte, wird dann weiterhin das Gehalt meines


| 29.12.2008 15:25 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht



Sehr geehrte Anwälte,

ich lebe in Scheidung und meine Frage dreht sich um meinen nachehelichen Unterhalt. Mein Mann bezahlt mir seit unserer Trennung 900 Euro Unterhalt und für unsere Tochter (10 Jahre) 310 Euro. Ich arbeite auf einer 50% Stelle im öffentlichen Dienst. Unsere Tochter wird dann das 11. Lebensjahr vollendet haben und im kommenden Schuljahr die sechste Klasse besuchen. Im Prinzip können mein Mann und ich uns in vielen Themen verständigen, da unsere beiden Anwältinnen jedoch im Bereich meines künftigen Unterhalts gegensätzliche Ansichten haben, ist ein Streit zwischen uns entbrannt.

Meine Anwältin behauptet, dass ich weiterhin lediglich 50% Arbeiten gehen muss und mein Mann Unterhalt - nach seinem deutlich höheren Einkommen bemessen - an mich bezahlen muss, so könne ich damit rechnen, dass mein derzeitiger Unterhalt in der Höhe im Großen und Ganzen unverändert bliebe. Aufgrund des neuen Unterhaltsrechts habe ich die Befürchtung, dass diese Sicht zu optimistisch sein könnte. Bis meine Tochter das 12. Lebensjahr vollendet hat, habe ich noch einen Anspruch auf Vollbeschäftigung.

Die Anwältin meines Mannes behauptet, dass keinerlei Unterhaltsanspruch meinerseits ab dem Zeitpunkt der Scheidung mehr bestünde. Zur Begründung führt sie an, dass ich keinerlei ehebedingte Nachteile (außer zwei verpassten Erhöhungen der Dienstaltersstufen beim Gehalt, ca. 30 EUR/Monat) hätte. Im Weiteren biete das Schulzentrum meiner Tochter ein ganztägiges Betreuungsangebot mit Mittagstisch an. Meine Tochter habe derzeit bereits an zwei Nachmittagen Unterricht und könne ansonsten den Hort besuchen. Die Kosten hierfür würden in etwa 150 Euro pro Monat betragen und wären - aus ihrer Sicht - verhandelbar, so dass meiner Vollbeschäftigung nichts im Wege stehen würde.

Die Sachlage bezüglich der Betreuungsmöglichkeiten und ehebedingter Nachteile ist von der gegnerischen Anwältin korrekt dargestellt.

Wir leben im Bereich des OLG Karlsruhe.

Meine Fragen:

1. Welchen Unterhaltsanspruch bei welcher Arbeitspflicht kann ich nach Ihrer Ansicht realistisch annehmen? Würden Sie mir zu einer gerichtlichen Auseinandersetzung raten?

2. Wenn ich einen nachehelichen Unterhaltsanspruch haben sollte, wird dann weiterhin das Gehalt meines Mannes zugrunde gelegt oder muss er höchstens bis zu meinem maximal möglichen Gehalt bei Vollbeschäftigung aufzahlen, was bei 50% Beschäftigung etwa 700 EUR wären? Worauf muss ich mich einstellen?

Herzlichen Dank für eine Auskunft

Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten
Sehr geehrte Ratsuchende,

ich möchte Ihre Fragen auf Grund des dargelegten Sachverhalts und unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes wie folgt beantworten:

Ich weise darauf hin, dass dies einer ersten Orientierung über die bestehende Rechtslage dient und ein ggf. persönliches Beratungsgespräch bei einem Anwalt Ihrer Wahl nicht ersetzt.

Das Hinzufügen oder Weglassen von Informationen kann die rechtliche Beurteilung beeinflussen.

Dies vorangestellt beantworte ich Ihre Fragen wie folgt:

Ich betrachte Ihre Angelegenheit mal etwas objektiver als die beiden am Streit beteiligten Anwälte.

Ich gehe davon aus, dass die Einschätzung Ihrer Anwältin in der Tat etwas sehr optimistisch erscheint.

Nach dem neuen Unterhaltsrecht wurde der Grundsatz der Eigenverantwortlichkeit gestärkt, so dass Sie grundsätzlich nach Vollendung des 3. Lebensjahres Ihres Kindes eine Erwerbstätigkeit (jedenfalls Teilzeit) aufnehmen könnten.

Beim derzeitigen Alter Ihres Kindes kommt es auf die Besonderheiten des Einzelfalls an, vor allem auch auf die Möglichkeit der Kindertagesbetreuung.

Diese scheint durch die Möglichkeit der Ganztagsschule gegeben zu sein, so dass ich dazu neige, der Anwältin Ihres Mannes beizupflichten, so dass Ihnen eine Vollzeittätigkeit zugemutet werden dürfte, so dass sich ein Anspruch auf nachehelichen Unterhalt nicht mehr ergeben dürfte.

Der Vollständigkeit halber beantworte ich Ihre zweite Frage wie folgt:

Ihr Unterhaltsanspruch beträgt 3/7 der Differenz zwischen den anrechenbaren
Erwerbseinkommen der Ehegatten, insgesamt begrenzt durch den vollen ehelichen Bedarf; für
sonstige anrechenbare Einkünfte gilt der Halbteilungsgrundsatz.

Es wird das Gehalt Ihres Mannes weiterhin zu Grunde gelegt.

Ich hoffe ich konnte Ihnen einen ersten Überblick über die bestehende Rechtslage geben und Ihre Fragen zu Ihrer Zufriedenheit beantworten.

Bestehende Unklarheiten beantworte ich Ihnen gern innerhalb der kostenlosen Nachfragefunktion, wobei ich darum bitte, die Vorgaben dieses Forums zu beachten.

Darüber hinausgehende Fragen beantworte ich Ihnen gern im Rahmen einer Mandatserteilung.
Durch eine Mandatserteilung besteht auch die Möglichkeit einer weiterführenden Vertretung.
Die Kommunikation bei größerer Entfernung kann via Email, Post, Fax und Telefon erfolgen und steht einer Mandatsausführung nicht entgegen.


Mit freundlichen Grüßen

Marco Liebmann
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 29.12.2008 | 17:15

Sehr geehrter Herr Liebmann,

vielen Dank für die schnelle Antwort.

Dass meine Anwältin meinen Anspruch als zu großzügig annimmt, dachte ich mir, so habe ich vorsorglich bereits bei meinem Arbeitgeber einen Antrag auf 75% Pensum ab Sommer gestellt. Die sofortige volle Erwerbstätigkeit schockt mich allerdings sehr - verstehe ich Sie hier richtig, dass aus Ihrer Sicht bei einer Klage auch unter der erhöhten Arbeitszeit (75%) nur wenig Hoffnung auf nachehelichen Unterhalt besteht (aufgrund der sehr guten Betreuungsmöglichkeiten durch die Schule)? Sollte ich in diesem Zusammenhang Verhandlungen über die zusätzlichen Betreuungskosten für den Hort eingehen? Ist der Kindesvater verpflichtet, diesen Beitrag vollständig zu übernehmen?

Vielen Dank für die Klarheit.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 29.12.2008 | 21:44

Sehr geehrte Ratsuchende,

ich möchte Ihre Nachfrage wie folgt beantworten:

In der Tat ist nach meiner Rechtsauffassung nach Inkrafttreten der Unterhaltsreform in Ihrem Fall ein Unterhaltsanspruch fraglich, jedenfalls sofern dieser sich auf § 1570 BGB (Unterhalt wegen Betreuung eines Kindes) bezieht.

In diesem Fall würde ich auf jeden Fall empfehlen Verhandlungen über die Betreuungskosten im Rahmen des Kindesunterhalts zu führen.

Ein nachehelicher Ehegattenunterhalt kann sich dennoch für Sie auch bei Ausübung einer angemessenen Erwerbstätigkeit nach 1573 Abs. 2 BGB ergeben (Aufstockungsunterhalt), soweit die Einkünfte aus einer angemessenen Erwerbstätigkeit nicht zum vollen Unterhalt ausreichen.

Sie können dann den Unterschiedsbetrag zwischen Einkünften und dem vollen Unterhalt verlangen, § 1573 Abs. 2 BGB.

Eine konkrete abschließende Beurteilung kann auf Grund mangelnder Angaben nicht erfolgen.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen dennoch Ihre Nachfrage zu Ihrer Zufriedenheit beantworten.

Für zukünftige Fragen und Problemlösungen stehe ich Ihnen jederzeit gerne wieder zur Verfügung.


Mit freundlichen Grüßen

Marco Liebmann
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 30.12.2008 | 12:33


Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

" "
FRAGESTELLER 30.12.2008 5/5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 59316 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Schnell, kurz und treffend beantwortet. ...
FRAGESTELLER
4,0/5,0
Mir ist alles gesagt worden was mir wichtig war und ich bin jetzt auf der sicheren Seite. ...
FRAGESTELLER
4,4/5,0
Alles Gut kann ich nur Empfehlen ...
FRAGESTELLER