Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
466.191
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Wem gehört das Erbe?


13.12.2014 13:14 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Andreas Wehle



Guten Tag,
vor fast genau 3 Jahren ist mein Schwiegervater gestorben. Er hat, wie viele Ältere Menschen einiges an Geld gespart. Da er plötzlich gestorben ist, gab es kein Testament und auch seine Frau ( meine Schwiegermutter) kannte seinen Willen nicht.
Somit wurde jeder der Erben (meine Schwiegermutter, und die erwachsenen 5 Kinder) angeschrieben von einem, wie sagt man Erbverwalter, und es wurde offen gelegt welche Geldbeträge zur Erbmasse gehören.
Jedem wurde eine Frist eingeräumt, um seinen Erbanteil einzufodern oder geltend zu machen.
Da dies niemand getan hat, ging das ganze Geld, bzw. Erbe an die Mutter (Witwe).
Nun ist die Schwiegermutter auch schon 84 Jahre und nun fangen die "Aasgeier" wenn ich das so sagen darf, an mit kreisen.
Von einem Sohn wurde der Mutter eingeredet, das ihr nur einen Teil des Geldes gehöre und der andere Teil gehört ihren Kindern und darüber kann sie sozusagen nicht verfügen.

Daher meine Frage: Ist das so? Ich dachte, das dadurch, das keines der Kinder seinen Erbteil nach dem Tod des Vaters eingefordert hat, der Mutter alles Geld gehört. Sie folglich über alles Geld in vollem Umfang verfügen kann und wenn sie möchte es noch vor ihrem Tode ausgeben kann. Ohne das sie eines ihrer Kinder fragen muss, oder für diese etwas, bzw. den Erbteil "übrig" lassen muss.

Vielen Dank für die Hilfe schon einmal im Vorraus!

Mit freundlichen Grüßen

Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten
Sehr geehrte Ratsuchende,

Ihre aufgeworfenen (Rechts-)Fragen möchte ich anhand des dargestellten Sachverhaltes wie folgt beantworten.

Im grundlegenden möchte ich Ihre Frage: "Ist das so?" mit Ja beantworten, jedoch ist auch ein aber hinzuzufügen.

Mit dem Ableben Ihres Schwiegervaters wurden dessen gesetzliche Erben die Erben seines positiven ud negativen Vermögens (§ 1922 BGB), soweit wie Sie es dargestellt haben, keine Verfügung von Todes wegen existiert.

Nach den §§ 1924, 1931 und 1371 BGB zählen dazu die Abkömmlinge (Kinder) und die Ehefrau des Verstorbenen. Diese bilden die Erbengemeinschaft und sind jeweils Eigentümer über alles, begrenzt durch das gleichrangige Recht des jeweiligen Miterben in gleicher Art und Weise.

Diese Erbengemeinschaft kann durch die Erklärung eines Miterben aufgelöst werden, dazu muss der Nachlass teilbar gemacht werden. Jedoch müssen vor der Auseinandersetzung die Verbindlichkeiten des Nachlasses bedient werden, erst der Rest kann unter den Miterben nach den jeweiligen Quoten aufgeteilt werden.

In dem von Ihnen beschriebenen Fall entfallen auf die 6 Beteiligten folgende Erbquoten. Die Ehefrau erbt nach § 1931 I BGB neben den Abkömmlingen 1/4 und ein weiteres 1/4 als pauschaler Zugewinnanteil, soweit die Eheleute im gesetzlichen Güterstand der Zugewinngemeinschaft gelebt haben. Das übrige 1/2 teilt sich zu gleichen Teilen insoweit auf die Kinder des Erblassers auf.

Nun ist es aus rechtlicher Sicht tatsächlich so, dass die Mutter eigentlich nicht allein darüber entscheiden darf, was insbesondere mit dem Geld passiert. Aber der Faktische Umstand hat imenses Gewicht, so dass weg unter Umständen tatsächlich weg sein kann. Die Mutter könnte sich gegenüber der Erbengemeinschaft darüber Schadensersatzpflichtig machen, aber auch dieser Anspruch müsste von mindestens einem Miterben zugunsten der Erbengemeinschaft geltend gemacht werden.

Ein Einfordern eines Erbes ist indes nicht notwendig, da die Erbenstellung allein aufgrund gesetzlicher Regelung entsteht. Nach § 1942 BGB geht die Erbschaft auf die Erben über. Soweit die nach § 1944 BGB die 6-wöchige Frist zur Ausschlagung verstrichen ist, gilt die Erbschaft als angenommen. Was wohl hier auch so passiert ist, so dass die 6 gesetzlichen Erben hier eine Erbengemeinschaft bilden.

Ich hoffe Ihre Fragen hinreichend beantwortet zu haben und verbleibe
mit freundlichen Grüßen
RA Andreas Wehle /Aachen

Nachfrage vom Fragesteller 14.12.2014 | 22:54

Guten Abend Herr Wehle,

dann versteh ich das richtig, dass meine Schwiegermutter folglich niemanden, weder einen Einzelnen noch Alle, enterben kann, in dem Sie alles Geld z.B. spendet oder jemanden zuspricht? Dies kann sie nur mir ihrem Teil des Erbes machen, der gesetzliche Anteil ist jedem Kind sicher, oder meine Schwiegermutter macht sich strafbar?

Ich dachte immer, das dadurch, das keines der Kinder sein Erbteil vor 3 Jahren eingefordert hat, die Witwe also meine Schwiegermutter allein über dieses Erbe verfügen kann!

Vielen Dank für Ihre Hilfe!

Mit freundlichen Grüßen

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 15.12.2014 | 11:56

Sehr geehrte Ratsuchende,

gern beantworte ich Ihre Nachfrage.
Ihre Schwiegermutter macht sich indes grundsätzlich nicht strafbar UND sie darf über ihr Vermögen frei bestimmen, auch soweit es sich um nicht auseinandergesetztes Vermögen innerhalb der Erbengemeinschaft handelt. Hier würden die Erben der Schwiegermutter in die Erbengemeinschaft mit den Kindern entsprechend eintreten.

Enterben von Abkömmlingen gestaltet sich unter der Maßgabe des § 2339 BGB eher schwierig, so dass zumindest den in § 2303 BGB genannten Personen ein Pflichtteil in Höhe der Hälfte des gesetzlichen Erbteils zusteht. Dies ist ein schuldrechtlicher Anspruch gegen den Nachlass und unterliegt der regelmäßigen Verjährung von 3 Jahren nach Ablauf des Jahres in dem der Anspruch entstanden ist.

Im Übrigen verjähren Erbansprüche nach § 197 BGB nach 30 Jahren.

Soweit Ihre Schwiegermutter über das Nachlassvermögen ohne Zustimmung oder Genehmigung der übrigen Miterben verfügt, macht sie sich gegenüber der Erbengemeinschaft schadensersatzpflichtig.

Ich hoffe Ihre Fragen hinreichend beantwortet zu haben. Gern stehe ich Ihnen auch außerhalb dieses Portals für Fragen oder im Rahmen einer Beauftragung zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen
RA A. Wehle
Rechtsawalt /Aachen

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 57042 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Meine Frage wurde in sehr kurzer Zeit sehr präzise beantwortet. Das hilft mir gewaltig bei der Entscheidung zur weiteren Verfahrensweise. Eine Nachfrage war nicht nötig und ich fühle mich durch die Antwort wirklich sehr gut ... ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Die Antwort von Herrn Raab hat mir sehr geholfen! Ich bin sehr zufrieden mit dem Ergebnis! Ich hatte den Eindruck, eine sehr persönliche Beratung zu bekommen! Danke vielmals! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Der Anwalt hat den Sachstand richtig verstand und hat dementsprechend geantwortet und Argumentiert ...
FRAGESTELLER