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Welchen Erbanspruch haben Kinder aus 1. Ehe?


| 01.12.2004 12:48 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht



Sehr geehrte Damen und Herren,

wir sind 2 Töchter (47/49) aus 1. Ehe unserer Mutter. Aus der 2. Ehe (seit 38 Jahren verheiratet) gibt es 1 Tocher (37). Diese Tochter hat bereits min. 80.000,- Euro als Schenkung für eine Eigentumswohnung erhalten. Nun wollte unsere Mutter uns anderen 2 Töchtern auch einen Betrag (ca. 20.000,- Euro je Kind) zukommen lassen. Das führte mit dem Stiefvater zu erheblichen Schwierigkeiten, sodaß sich beide Eltern nun nur noch über Anwälte unterhalten. Der Stiefvater möchte uns 2 Töchtern (aus 1. Ehe) nichts zukommen lassen. Wir haben auch bis heute nie etwas erhalten.

Als Vermögenswerte existieren 1 Grundstück mit Immobilie (Wert: ca. 600.000,- Euro), welches der Stiefvater von seinem Vater geerbt hat mit dem Hinweis es nur an seine leiblichen Kinder weiterzuvererben.
Weiterhin gibt es das Wohnhaus der Eltern (Wert ca. 220.000,- Euro) sowie Barvermögen in Höhe von min. 120.000,- Euro. Das Haus wurde damals zum großen Teil mit dem Erbe der Großmutter (der leiblichen Mutter) finanziert. Aus diesem Grund haben wir auch nichts von der Großmutter geerbt.

Können wir bereits heute – sprich zu Lebzeiten der Eltern- einen Pflichtteil verlangen?

Welchen Erbanspruch haben wir bei Tod der Mutter bzw. des Stiefvaters?

Kann der Stiefvater zu Lebzeiten alles an seine leibliche Tochter übertragen?

Ein gemeinsames Testament der Eltern gibt es nicht.

Vielen Dank für die Beantwortung meiner Fragen.
>Können wir bereits heute – sprich zu Lebzeiten der Eltern- einen Pflichtteil verlangen?

Nein. Einen Pflichtteil gibt es immer erst nach dem Tod des jeweiligen Elternteils.

>Welchen Erbanspruch haben wir bei Tod der Mutter bzw. des Stiefvaters?

Gesetzliche Erbansprüche und damit auch Pflichtteilsrechte, setzen stets ein Verwandtschaftsverhältnis voraus, bestehen also nicht gegenüber Ihrem Stiefvater, sondern nur gegenüber Ihrer Mutter.

Für die Frage, wie hoch das Erbteil nach Ihrer Mutter ist, kommt es darauf an, ob Ihre Mutter bei ihrem Tode noch verheiratet ist. Wenn ja, erbt der Ehemann 1/2 und jedes der drei Kinder 1/6, ansonsten erbt jedes der drei Kinder 1/3. Der Pflichtteil für Sie und Ihre Schwester beträgt die Hälfte dieses gesetzlichen Erbteils. Für die Berechnung des Pflichtteils sind dabei auch die Schenkungen zu berücksichtigen, die Ihre Mutter schon zugunsten der jüngsten Tochter in den letzten 10 Jahren gemacht hat.

>Kann der Stiefvater zu Lebzeiten alles an seine leibliche Tochter übertragen?

Jeder kann zu Lebzeiten über sein Vermögen frei verfügen, auch ihr Stiefvater und ihre Mutter. Nur soweit auch Vermögen Ihrer Mutter betroffen ist, steht Ihnen - innerhalb einer Frist von 10 Jahren - ggfs. ein Pflichtteilsergänzungsanspruch zu.

Mit freundlichen Grüßen
Udo Meisen
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 01.12.2004 | 14:53

>Der Pflichtteil für Sie und Ihre Schwester beträgt die Hälfte dieses gesetzlichen Erbteils<

Was bedeutet das? Die Hälfte von 1/6 bzw. 1/3? Wer bekommt den Rest?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 01.12.2004 | 15:02

Die Höhe des Pflichtteils richtet sich nach der Höhe des gesetzlichen Erbteils und hängt damit ebenfalls davon ab, ob Ihre Mutter bei ihrem Tod noch verheiratet ist. Ist Sie noch verheiratet, beträgt der Pflichtteil für jedes Kind 1/12 (die Hälfte von 1/6), ist sie nicht mehr verheiratet 1/6 (die Hälfte von 1/3). Der Rest des Erbes verbleibt dem z.B. in einem Testament eingesetzten Erben bzw für den Fall, daß das Vermögen in den letzten 10 Jahren verschenkt wurde, dem oder der Beschenkten.

Mit freundlichen Grüßen
Udo Meisen
Rechtsanwalt

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"Vor allem war ich von der sehr raschen Beantwortung meiner Fragen begeistert."
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