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Wegerecht für Wochenendgrundstück


20.12.2014 14:35 |
Preis: ***,00 € |

Hauskauf, Immobilien, Grundstücke


Beantwortet von

Rechtsanwalt Peter Eichhorn



Wie lässt sich eine angemessene Entschädigung für die Eintragung eines Wegerechtes in
folgendem Fall abschätzen. Es handelt sich um ein Wegerecht zur Zufahrt zu meinem
Wochenendgrundstück. Bei dem Weg, welcher als Zufahrt zu meinem Grundstück als Wegerecht eingetragen werden soll, handelt es sich um einen seit Jahrzehnten vorhandenen
Wirtschaftsweg auf einer landwirtschaftlichen Nutzfläche. Der Weg führt am Feldrand an einer
Waldkante entlang und wird von meinen Vorfahren und mir bereits seit 50 Jahren als Zufahrt genutzt, ohne dass hierfür bisher ein Wegerecht im Grundbuch eintragen ist. Die Zufahrtsstrecke bis zu meinem Grundstück über diesen Weg beträgt ca. 250 m. Das Grundstück, auf dem sich der Weg befindet, besteht aus einer Agrarfläche und einem Waldstück. Die Gesamtfläche des zu belastenden Grundstückes beträgt 6,675 Hektar. Der Verkehrswert für einen Hektar Agrarland beträgt lt. sächsischem Statistikamt in der betreffenden Region durchschnittlich 6000,00 EUR pro Hektar. Der Eigentümer des Grundstückes verlangt nun für die Grundbucheintragung eine Entschädigungssumme von 5000,00 EUR. Dieser Betrag entspricht ca. 15 % des Verkehrswertes des zu belastenden Grundstückes und erscheint mir im vorliegenden Fall zu hoch. Ich halte hier eine Entschädigung von ca. 5 % für angemessen. Ich weiß, das das eine Ermessensfrage ist, würde aber gern Ihre Einschätzung unter den geschilderten Rahmenbedingungen wissen.

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Sehr geehrter Ratsuchender,

Ihre Frage beantworte ich wie folgt.

Zunächst einmal ist der Nachbar nicht verpflichtet, sein Grundstück durch Eintragung einer sog. Grunddienstbarkeit zu belasten.

Daher ist die Höhe der "Entschädigung" frei verhandelbar. Sie müssen entscheiden, was Ihnen die Eintragung wert ist.

Ihrer Sachverhaltsschilderung ist leider nicht zu entnehmen, ob es sich bei dem Weg um einen Notweg handelt, dessen Benutzung der Nachbar auf jeden Fall zu dulden hat (Notwegerecht; § 917 Abs. 1 S. 1 BGB)

-Wie lässt sich eine angemessene Entschädigung für die Eintragung eines Wegerechtes in
folgendem Fall abschätzen.

Eine angemessene Entschädigung kann anhand des Ihner Grundstück zukommenden Vorteils aber auch anhand des Nachteils für das betreffende Grundstück bemessen werden. Nachteil ist zum Beispiel die Minderung des Verkehrswertes.

Vorteil für Ihr Grundstück wäre zum Beispiel die Möglichkeit der Bebaubarkeit durch die dingliche Sicherung der Erschließung.

Die Verkehrswertminderung oder auch -steigerung kann Ihnen ein Sachverständiger ermitteln.

Eine alleinfalls grobe Abschätzung der Wertminderung des belasteten Grundstücks ist möglich, wenn die Fläche des Weges ins Verhältnis zur Gesamtfläche genommen wird:

Ausgehend von eine Wegbreite von 3 Metern, nimmt der Weg 750 Quadratmeter von insgesamt 66750 Quadratmetern (1,1 %) ein.

Bei einem Gesamtwert des zu belastenden Grundstück von 6000 €/ha x 6,6750 ha = 40.050 € macht der Wert des Weges/die Wertminderung des Grundstücks 441 € aus.

Das wäre die Wertmindung bei einer Notwegerente (§ 917 Abs. 2 BGB).

Da neben der Wertminderung des zu belastenden Grundstücks aber auch die Wertsteigerung Ihres Grundstücks, d.h. Ihr Vorteil, Berechnungsgrundlage sein kann, kann eine angemessene Entschädigung auch deutlich höher sein.

Das es aber in Deutschland eine Vertrags(abschluss)freiheit gibt, kann der Eigentümer des zu belastenden Grundstück tatsächlich auch 5000 € als Entschädigung verlangen. Es ist an Ihnen, günstigere Konditionen zu verhandeln.

Mit freundlichen Grüßen

Peter Eichhorn
Rechtsanwalt



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