Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
472.756
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Wasserschaden in vermieteter ETW und anderen Whg.


| 13.12.2009 04:03 |
Preis: ***,00 € |

Versicherungsrecht, Privatversicherungsrecht



Sehr geehrte/r Rechtsanwalt/in ,

Ich bin Besitzer einer vermieteten Dachgeschoss-ETW in einem Mehrfamilienhaus.

Vor kurzem ist ein Wasserschaden entdeckt worden, der erhebliche Schäden in der Wohnung selbst, aber auch in Whg. darunter verursacht hat.

Die Sachlage stellt sich derzeit wie folgt dar:
Der Mieter hat vor geraumer Zeit eine neue EBK-Küche installieren lassen. Beim Anschluss der Küche selbst oder bei späteren anderweitigen Arbeiten (Abflussreinigung, Rücken o.ä.) wurde hinter der Wand (Leichtbauwand unter der Dachschräge, nicht tragend, nicht zugänglich) gewaltsam das Abflussrohr verschoben und eine nachfolgende Rohrverbindung getrennt. Das Wasser der Spüle lief so einen unbekannten Zeitraum direkt auf den Estrich und hat sukzessive den Schaden an den Böden der Wohnung selbst und in den Whg. darunter verursacht. Der Hohlraum hinter der Wand in dem die Rohre liegen ist nicht einsehbar und nicht zugänglich.

Folgende Fragen:
Lt. der Teilungserklärung sind Leichtbauwände Sondereigentum, mit Ausnahme solcher die SE von Gemeinschaftseigentum abtrennen. Dies ist hier m.E. der Fall, da die Wand die Whg. vom Dach abtrennt. Wem gehört dann das Abflussrohr hinter der Wand?

Wer ist für welche Schäden haftbar?

Wie stellt sich die versicherungsrechtliche Lage für die Schäden in der eigenen Wohnung und in den fremden Wohnungen? (Gebäudeversicherung, Haftpflicht- und Hausratvers. des Mieters)

Kann es passieren, das ich als Vermieter haftbar bin?

Anfang der Woche kommt der Gutachter der Gebäudeversicherung. Was muss ich bei diesem Termin beachten?

Mit bestem Dank für Ihre Bemühungen.

Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten
Sehr geehrte(r) Fragesteller(in),

vielen Dank für Ihre Anfrage, diese möchte ich an Hand Ihrer Angaben hier zusammenfassend im Rahmen einer Erstberatung unter Beachtung Ihres Einsatzes wie folgt beantworten:

Ihre Frage betrifft Fragen des Schadens- und Versicherungsrechts, Fragen des Wohnungseigentums (WEG), Fragen des Mietrechts (Mietvertrag) und allgemeine Fragen.

Zunächst ist einmal deutlich festzuhalten, daß es in Ihrem Fall im wesentlichen auf die tatsächliche und rechtliche Frage ankommt, wer den Schaden bzw. die jeweiligen Schäden (beweisbar) verursacht hat (und auch wer welche Beweise führen muß - sog. Beweislast). Es ist sicherlich klar, daß man bei Einbau, Wartung und Nutzung eine Einbauküche einerseits keine Abwasserrohre beschädigen darf. Andererseits stellt sich aber auch die Frage, ob bei einem fachgerechtem Einbau der Wand und auch der Abwasserleitungen bzw. sonstigen Bau- und Werkleistungen, es überhaupt möglich sein kann, daß eine Abwasserleitung gewaltsam verschoben/beschädigt wird, ohne daß man es merkt.

Für Schäden haftet zunächst der Verursacher des Schadens. Denkbar wäre hier den Erbauer der Wand, des Abwasserrohrs (des Hauses, was Sache der WEG, oder des Wohnungseigentümers sein könnte) bzw. der Küche (Küchenmonteure die im Auftrag des Mieters tätig waren) usw. zu beanspruchen. Der sogenannte Handlungststörer (der Verursacher) haftet oftmals vorrangig. Aber auch der Zustandsstörer (das ist der Eigentümer der schadensverursachenden Sache) kann haftbar gemacht werden.

Es ist also nicht nur denkbar, daß Sie in Anspruch genommen werden können, sondern das ist ernsthaft zu befürchten.

In Ihrem Fall könnten aber nicht nur unterschiedlicher Schädiger existieren, sondern auch unterschiedliche Geschädigte. Geschädigt könnte der Mieter, die Wohnungseigentümergemeinschaft, und die jeweiligen Wohnungseigentümer der betroffenen Wohnungen sein - selbstverständlich auch Sie selbst als Wohnungseigentümer.

Es stellt sich dann die Frage wer für die Schäden (jeweils) haftet, und erst dann, ob diese Schadensverursachung von einer Versicherung (jeweils(teilweise) übernommen werden muß. Hier sind auch anteilige Haftungen nach Quoten (z.B. Mieter 40%, Vermieter 40%, Wohnungseigentümergemeinschaft 20%) denkbar.

Wenn also ein Gutachter der Versicherung kommt, wird er diese Fragen (und weitere) im Hinterkopf haben und beantworten wollen. Man muß sich klarmachen, daß (jeweilige) Versicherungsgutachter (bei mehreren Versicherungen z.B. Gebäudeversicvherung der WEG, Versicherung des Sondereigentums, Haftpflichtverichserungen des Vermieters, des Mieters oder von Dritten, also Handwerkern und Bauunternehmern) typischerweise Schaden von dem jeweiligen eigenen Versicherungsnehmer abwenden wollen (aus wirtschaftlichen Gründen) und dieser Schaden dann zwangsläufig auf andere "gelenkt" wird. Es ist also klar, daß ein Gutachter in aller erdenklichen Form (z.B. lockeres Gespräch, Augenschein, Messungen) nach Ursachen und Umständen sucht, die von seiner Versicherung und seinem Versicherungsnehmer Schaden abwenden, und bei bestehende Haftung in der Höhe zu begrenzen. Machen Sie gegenüber dem Gutachter keine vorschnellen Zugeständnisse. Unterschreiben Sie Nichts, den ansonsten könnten Ihre Interessen leiden. Es gilt oftmals der Satz : Reden ist Silber, Schweigen ist Gold.

Gerade bei unklarer Schadensverursachung und bei einer größeren Schadenssumme ist es sicherlich angezeigt einen eigenen Schadensgutachter und auch einen Rechtsanwalt vor Ort frühzeitig zu rate zu ziehen.

In Ihrem Fall könnte schon der sogenannte Schadenserforschungseingriff, also die Suche nach der Schadensursache eine teure Angelegenheit werden (Abbau der Einbauküche, Abbau der Wand, Sanierung der Abwasserleitung), neben der Schadensbeseitigung selbst (Bautrocknung o.ä.).

Die juristischen Fragen ergeben sich im wesentlichen auf den (vom Gericht unter Beweiseerhbungen festgestellten) Sachverhalten, dem Schadensrecht und den Versicherungsverträgen.


Ich hoffe, Ihnen einen hilfreichen ersten Überblick verschafft zu haben. Für das entgegengebrachte Vertrauen bedanke ich mich recht herzlich.

Bitte beachten Sie, dass diese Beratung nicht eine umfassende Prüfung an Hand aller Unterlagen und gegebenenfalls weiter Ermittlungen zum Sachverhalt ersetzen kann. Gerne weise ich darauf hin, dass Sie im die Möglichkeit haben eine kostenlose Nachfrage zu stellen.


Mit freundlichen Grüßen


Peter Lautenschläger
Rechtsanwalt und Diplom Jurist

Nachfrage vom Fragesteller 13.12.2009 | 11:49

Sehr geehrter Herr Rechtsanwalt Lautenschläger,

vielen Dank für ihre Antwort, die mir schon einmal hilft die Dinge richtig einzuordnen.

Ich habe folgende Nachfrage:
Meines Erachtens ist die Frage wessen Eigentum das verursachende Rohr ist wichtig für die Haftung und Schadensersatzpflicht. Bitte gehen sie noch einmal etwas konkreter auf diese Passage ein.

In der Teilungserklärung des Objektes steht dazu, das nicht-tragende Wände die SE von GE trennen Gemeinschaftseigentum sind. Der Hohlraum hinter dieser Wand und unter dem Dach als GE in dem die Schadenstelle liegt ist m.E. somit Gemeinschafts-eigentum. Rohrleitungen die einzelnes Sondereigentum ver- oder entsorgen aber durch GE oder anderes SE verlaufen sind meine Recherchen nach immer Gemeinschaftseigentum.

Unabhängig davon, ob der Mieter etwas "schuldhaft" verursacht hat, oder ob ein "Baumangel" (am GE) vorliegt, dürfte doch bei dieser Konstellation eine Haftung von mir als Besitzer der Whg. doch kaum herleitbar sein. Sehe ich das verkehrt?

Danke, das sich sich noch eine wenig Zeit für mich nehmen.

Danke und Grüße

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 26.01.2010 | 14:20

Sehr geehrter Fragensteller,

vielen Dank für Ihre Nachfrage, deren Beantwortungs sich leider aus technischen Gründen verzögert hat.

Inhaltlich meine ich die wesentlichen Aspekte bereits angesprochen zu haben, und auch dargestellt zu haben, daß es ganz wesentlich auf die Inhalte der von der Eohnungseigentümergemeinschaft geschlossenen vereinbarungen ankommt, die unmöglich im hiesigen Rahmen genauer bewertet werden können.

Tatsächlich spricht Vieles für gute Gründe, daß es sich bei dem Abwasserrohr um Gemeindschaftseigentum handelt.

Ihre Haftung ist, wenn man unterstellt, daß die wesentlichen Sacgverhalte richtig und auch beweisbar sind tatsächlich eher unwahrscheinlich. Auch hier fehlt es an weiteren Informationen um eine mögliche Haftung sicher ausschließen zu können.

Ich bedanke mich für Ihre Bewertung, die falls sie zu mir persönlich oder per Mail kontakt aufgenommen hätten sicherlich anders ausgefallen wäre. Im hiesigen Rahmen ist "nur" eine Erstberatung geschuldet gewesen, die nicht gänzlich erschöpfend sein kann. Gerade bei größeren Schadenssummen ist es sicherlich geboten umfassenden Rechtsrat einzuholen.



Mit freundlichen Grüßen


Peter Lautenschläger
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 16.12.2009 | 07:03


Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"Die Frage wurde schnell, in einigen Passagen aber ziemlich allgemein beantwortet. Für eine generelle Einordnung der Fragestellung war die Antwort gut, mehr aber nicht. Die Nachfrage nach einem konkreten Detail blieb leider unbeantwortet. Beim nächsten Mal lasse ich mich persönlich beraten."
Stellungnahme vom Anwalt:
Fragensteller verkennt den Umfang der geschuldeten Erstberatung, und versucht die Nachfragemöglichkeit für eine neue Frage zu verwenden.
FRAGESTELLER 16.12.2009 3,2/5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 58398 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Trotz für mich ungünstiger Prognose war die Antwort sehr hilfreich und verständlich. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Einfach Spitze! Sehr kompetent... Immer wieder...! ...
FRAGESTELLER
4,2/5,0
Vielen Dank für Ihre Einschätzung meiner Situation. Ihre Beurteilung hat mir sehr geholfen. Der Vermieter (Wohngenossenschaft) ist stark zurück gerudert. Wir entfernen nur noch Tapteten in einem Raum anstatt in 3 Räumen :-) ...
FRAGESTELLER