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Wasserschaden in Eigentumswohnung


| 26.11.2008 23:42 |
Preis: ***,00 € |

Baurecht, Architektenrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Dr. Danjel-Philippe Newerla



Hallo,

ich hatte kürzlich einen Wasserschaden in meiner 2005 bezogenen Eigentumswohnung (Baujahr ebenfalls 2005, Mehfamilienhaus).

Grund des Wasserschadens war eine Silikonfuge in der Dusche, welche sich gelöst hatte. Bei Belastung ergab sich ein Spalt, duch welchen Wasser unter die Dusche gelaufen ist. Dies kann schon Wochen oder Monate so gewesen sein. Ich hatte den Schaden gar nicht bemerkt. Erst als sich Fliesen im angrenzenden Flur gelockert hatten, hat der Bauleiter, welchen ich geholt hatte, festgestellt, dass die Dusche undicht ist.

Die Behebung des Schadens wird durch die Versicherung der Sanitätsfirma übernommen. Die Dusche wurde beim Einbau nicht richtig unterstützt. Die Acrylwanne lag zwar auf dem unterstützenden Holz an der Wand auf, wurde jedoch nicht duch Silikon fixiert, so dass die Duschwanne Bewegungsspielraum hatte.

Duch den Wasserschaden mussten folgende Arbeiten durchgeführt werden bzw. werden noch folgende Arbeiten durchgeführt:
- Ausbau und Einbau der Dusche inklusive Duschwand und Neuverfugung
- Herausnahme und Neuverlegung der kompletten Bodenfliesen im Bad inklusive Neuverfugung
- Herausnahme und Neuverlegung der Fliesen im Flur zu 1/3 inklusive Neuverfugung
- Herausnahme und Neuverlegung Laminat inklusive neuer Fußleisten im angrenzenden Kinderzimmer
- Neuverputzung der angrenzenden Wand im Kinderzimmer aufgrund Fleckbildung und Schimmelfleck an einer Stelle (hier war ein nicht benötigter Holztisch schon länger angelehnt)
- Austausch einer duch den Stecker des Bautrockners beschädigten Steckdose (wahrscheinlich durch Überhitzung)
- Trocknung der Böden in Bad, Flur (teilweise) und Kinderzimmer (teilweise)

Aufgrund der Arbeiten hat sich folgendes ergeben:
- Laufzeit des Bautrockners ca. 5 Wochen ab 29.09.08, dadurch Lärmbelästigung
- erheblicher Schmutz aufgrund der ausgeführten Arbeiten und des über Wochen offen liegenden Estrichts
- Neuauswahl und Neukauf Fliesen für den Badboden, da die alten Fliesen nicht mehr lieferbar waren (hier musste ich definitiv einen großen Kompromiss eingehen, da auch nach längerer Suche annähernd vergleichsweise Fliesen nicht zu finden waren und dadurch die neuen Fliesen nicht wirklich zur Bordüre und den Ablageflächen des Badezimmers passen, außerdem sind die neuen Fliesen billiger als die Alten)
- von den Fliesen im Flur hatte ich noch welche übrig, die auch verlegt wurden, des Weiteren hatte die Verlegefirma noch welche da, diese allerdings haben eine andere Tönung, so dass im Bereich der Eingangstüre jetzt 4 Fliesen liegen, die etwas anders aussehen, was leider aufffällt (die mir durch die Verlegefirma vorgelegte Vergleichsfliese entsprach meiner Meinungauch nicht den jetzt verlegten Fliesen, so dass ich den Unterschied erst nach Verlegung sehen konnte, auch diese Fliesen wären im übrigen nicht mehr lieferbar gewesen)
- Nichtnutzbarkeit der Dusche seit nun mehr fast zwei Monaten (ab 29.09.08, Duschmöglichkeit nur in der Badewanne, ohne Duschwand oder Duschvorhang, die Duschwand wird erst nächste Woche wieder eingebaut)
- das komplette Bad musste ausgeräumt und muss wieder eingeräumt werden
- das komplette Kinderzimmer musste ausgeräumt und muss wieder eingeräumt werden

Welche Ansprüche kann ich jetzt gegenüber der Sanitätsfirma bzw. deren Versicherung geltend machen?

- Stromverbrauch des Bautrockners ist bekannt
- Erstattung der Kosten für den Fliesenneukauf ebenfalls

- welchen Schadensersatz/Nutzungsausfall kann ich für die Nichtnutzbarkeit der Dusche, der eingeschränkten Nutzung des kompletten Bades bzw. des Kinderzimmers geltend machen?
- was kann ich aufgrund der Lärmbelästigung durch den Bautrockner fordern?
- was kann ich wegen des Schmutzes fordern? Kann ich eine Putzfirma beauftragen oder muss ich das selber machen? Wenn ja, was kann ich hierfür geltend machen?
- kann ich etwas wegen der Fliesen in Bad und Flur fordern, welche ja jetzt nicht mehr dem entsprechen, was ich wollte?

Vielen Dank!

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Sehr geehrte Ratsuchende,


unter Berücksichtigung Ihrer Angaben und Ihres Einsatzes beantworte ich die von Ihnen gestellten Fragen sehr gerne zusammenfassend wie folgt:


Vorliegend steht somit zur Frage, wie der konkrete Schadensumfang zu bestimmen ist, also welche Positionen im Hinblick auf den Schadensersatzanspruch, der nach Ihrer Sachverhaltsschilderung unzweifelhaft gegeben ist und ja bereits von der Sanitätsfirma anerkannt wurde, erstattungsfähig sind.

Den Stromverbrauch bezüglich des Bautrocknereinsatzes können Sie als klassischen Folgeschaden ersetzt verlangen, ebenso die Kosten des Fliesenneukaufs, da diese Kosten notwendig sind, um den Zustand wieder herzustellen, der ohne das Schädigungsereignis, also den Wasserschaden, bestanden hätte, vgl. § 249 Abs.1 BGB.

Aufgrund der Lärmbelästigung kommt ein Schadensersatzanspruch in Betracht, weil Ihre Wohnqualität insoweit eingeschränkt wurde.

Für diese eingeschränkte Nutzungsmöglichkeit des restliches Hauses aufgrund der Lärmbelästigung können Sie eine Schadenshöhe im Bereich von 2-5 % einer ortsüblichen Vergleichsmiete in Bezug auf Ihre Wohnung ansetzen.
Die genaue Höhe kann aber aus der Ferne nicht ermittelt werden, da es sowohl auf den Grad der Beeinträchtigung als auch die entsprechende ortsübliche Vergleichsmiete ankommt.

Bezüglich eines Schadensersatzes bzw. Nutzungsausfalles für die eingeschränkte Nutzbarkeit der Dusche, des kompletten Bades sowie des Kinderzimmers sieht es ähnlich aus. Hierfür kann zur Ermittlung der Schadenshöhe ebenfalls auf einen Anteil der ortsüblichen Vergleichsmiete abgestellt werden.

Die Berechnung ließe sich anhand der nicht nutzbaren Quadratmeter vornehmen. Ist beispielsweise Ihre Wohnung 100 m2 groß und sind 10 m2 nicht nutzbar, so würde für die Zeit der Nichtnutzbarkeit ein Schadensersatzanspruch in Höhe von 10 % der ortsüblichen Vergleichsmiete gerechtfertigt sein.


Ob Sie aufgrund der Verschmutzungen eine Putzfirma beauftragen oder die Putzarbeiten in Eigenregie durchführen, bleibt ganz alleine Ihnen überlassen. In beiden Fällen ist Ihnen aber von der Sanitärfirma Schadensersatz zu leisten.

In diesem Zusammenhang können Sie grundsätzlich eine angemessene Entschädigung in Geld fordern, die sich nach den ortsüblichen Marktpreisen richtet, also nach dem durchschnittlichen Stundensatz einer durchschnittlichen Reinigungskraft in der betreffenden Region, in der sich das zu reinigende Objekt befindet.

Wegen der Fliesen im Bad sowie im Flur einen Schadensersatz zu fordern, weil diese Fliesen nicht mehr exakt dem entsprechen, was Sie sich vorgestellt haben, halte ich für nicht durchsetzbar.

Sie haben wie bereits ausgeführt gem. § 249 Abs.1 BGB einen Anspruch darauf, dass der Zustand hergestellt wird, der ohne das Schädigungsereignis bestanden hätte. Wenn dieses aufgrund der Nichtverfügbarkeit der alten Fliesen nicht mehr vollständig zu gewährleisten ist, ist in der Tat nur der Betrag als Schadensersatz zu leisten, der für adäquate Ersatzfliesen zu leisten wäre. Adäquat heißt, dass die Ersatzfliesen den alten Fliesen schon so nahe wie möglich kommen müssen hinsichtlich des Designs, Form, etc, sie müssen aber nicht identisch sein, wenn dieses nicht mehr möglich ist, weil die betreffenden Fliesen am Markt nicht mehr erhältlich sind.

Auch spielt der Umstand keine Rolle, dass die alten Fliesen günstiger Waren als die neuen, da der Schädiger lediglich dazu verpflichtet ist, einen tatsächlichen Zustand wiederherzustellen, so dass der Marktpreis der Fliesen nur eine untergeordnete Rolle spielt.

Aufgrund des Einräumens sowie Ausräumens der Zimmer können Sie grundsätzlich keinen Schadensersatz verlangen.


Nachfolgend habe ich Ihnen die wichtigsten gesetzlichen Bestimmungen zum besseren Nachvollziehen meiner Ausführungen beigefügt:

§ 249 BGB , Art und Umfang des Schadensersatzes

(1) Wer zum Schadensersatz verpflichtet ist, hat den Zustand herzustellen, der bestehen würde, wenn der zum Ersatz verpflichtende Umstand nicht eingetreten wäre.
(2) 1Ist wegen Verletzung einer Person oder wegen Beschädigung einer Sache Schadensersatz zu leisten, so kann der Gläubiger statt der Herstellung den dazu erforderlichen Geldbetrag verlangen. 2Bei der Beschädigung einer Sache schließt der nach Satz 1 erforderliche Geldbetrag die Umsatzsteuer nur mit ein, wenn und soweit sie tatsächlich angefallen ist.


Ich wünsche Ihnen für Ihr weiteres Vorgehen viel Erfolg!

Ich möchte Sie gerne noch abschließend auf Folgendes hinweisen: Die von mir erteilte rechtliche Auskunft basiert ausschließlich auf den von Ihnen zur Verfügung gestellten Sachverhaltsangaben. Bei meiner Antwort handelt es sich lediglich um eine erste rechtliche Einschätzung des Sachverhaltes, die eine vollumfängliche Begutachtung des Sachverhalts nicht ersetzen kann. So kann nämlich durch Hinzufügen oder Weglassen relevanter Informationen eine völlig andere rechtliche Beurteilung die Folge sein.

Ich hoffe, dass Ihnen meine Ausführungen geholfen haben. Sie können mich natürlich gerne im Rahmen der Nachfrageoption auf diesem Portal oder über meine E-Mail-Adresse mit mir Verbindung aufnehmen.

Sehr gerne stehe ich Ihnen auch im Rahmen einer Mandatierung zur Verfügung.
Den hier im Forum von Ihnen geleisteten Erstberatungsbetrag würde ich Ihnen in voller Höhe anrechnen.

Auch bei größerer Entfernung kann über Email, Post, Fax und Telefon eine gute Kommunikation erfolgen, so dass eine Mandatsausführung möglich ist.


Ich wünsche Ihnen noch einen angenehmen Morgen.


mit freundlichem Gruß

Dipl.-jur. Danjel-Philippe Newerla, Rechtsanwalt

Heilsbergerstr. 16
27580 Bremerhaven
kanzlei.newerla@web.de
Tel. 0471/3088132
Fax: 0471/57774
Bewertung des Fragestellers 29.11.2008 | 14:53


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