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Wasserschaden: Anspruch auf Schadensersatz?


| 17.07.2006 18:09 |
Preis: ***,00 € |

Schadensersatz


Beantwortet von

Rechtsanwalt Thomas Bohle


| in unter 1 Stunde

Hallo zusammen,

ich habe folgendes Problem:

wir sind vor einem halben Jahr in unseren Neubau eingezogen. Neulich ist uns aufgefallen, dass im Keller in einer Ecke am Putz Feuchtigkeit hochzog. Nach näherer Untersuchung stellte sich heraus, dass unter der Badewanne eine Dichtung undicht war und Wasser austrat. Das kann sich über Wochen oder Monate hingezogen haben, bis es irgendwann in einer ganz anderen Ecke am Putz sichtbar wurde.

Nachdem eine Trockenlegungsfirma da war und Messungen durchführte, stellte sich heraus, dass das Wasser unter der Dämmung im ganzen Keller verteilt war. Die Firma hat durch die Fliesen Löcher gebohrt und Geräte aufgestellt, die warme Luft unter den Estrich pumpen. Diese Luft verteilt sich und tritt in den Ecken wieder aus und zieht die Feuchtigkeit mit. Nach ein paar Wochen soll so der Keller wieder trocken sein.

Dass der Installateur bzw. seine Versicherung die Kosten dafür übernimmt ist klar, aber wie sieht das mit einer Entschädigung aus? Abgesehen davon, dass wir in dieser Zeit den Keller nicht nutzen können, entsteht doch eine nicht unerhebliche Lärm- und Geruchsbelästigung. Da wir keine Tür zum Keller haben, die wir schließen könnten (offenes Treppenhaus), ist es im EG und OG doch schon sehr laut und es riecht unangenehm durch die laufenden Motoren.

Hinzu kommt, dass dies Problem während der Bauphase schon einmal auftrat. Damals wars laut Installateur ein Hersteller-Fehler, dass die Leitung undicht wurde (allerdings an einer anderen Stelle). Damals sind die Geräte ca. sechs Wochen gelaufen. Ob die Versicherung des Installateurs oder des Herstellers letztendlich bezahlt hat, ist uns nicht bekannt.

Damals wars auch noch eine Baustelle (daher nicht sooo schlimm, wenn auch ärgerlich). Heute wohnen wir drin und fühlen uns belästigt und in der Lebensqualität eingeschränkt.

Steht uns eine Entschädigung zu und wenn ja, wie hoch könnte diese sein? Oder müssen wir das so hinnehmen und letztendlich froh sein, wenn alles wieder trocken ist?

Vielen Dank schonmal im Voraus.
17.07.2006 | 18:27

Antwort

von

Rechtsanwalt Thomas Bohle
1107 Bewertungen
Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),


es steht Ihnen eine Entschädigung zu. Diese ist aufzusplitten und zwar für

-die entgangenen Nutzungsmöglichkeiten des Kellers (ca. 5-10% einer ortsüblichen Vergleichsmiete)

-der eingeschränkten Nutzungsmöglichkeit des restliches Hauses aufgrund der Lärm-und Geruchsbelästigungen (ca. 2-5% einer ortsüblichen Vergleichsmiete).

Die genaue Höhe kann hier aber nur grob geschätzt werden, da es auf den Grad der Beeinträchtigung und eine Vergleichsmiete ankommt - dazu bedarf es dann nach Vorlage aller Unterlagen einer individuellen Beratung.

Neben den weiteren reinen Sachschäden, die natürlich auch zu ersetzen sind, sollten Sie keineswqegs den erhöhten Stromverbrauch und ggfs. Beschädigungen am Treppenhaus (Holztreppe?) vergessen.

Wichtig ist, dass der Schaden nun genau aufgenommen und protokolliert werden muss, um auch eventuelle Spätschäden, wie Schimmelbildung, festzuhalten.

Sofern der Versicherer kein Einsehen hat, sollten Sie dann zeitnah mit anwaltlicher Hilfe ein Beweissicherungsverfahren einleiten, um den genauen Umfang durch einen Sachverständigen beweisverwertbar festzuhalten.

Hier zeigen sich die Versicherer aber auch manchmal kulant und sind mit einer Beauftragung eines unabhängigen und vereidigten Bausachverständigen (das ist wichtig, bitte keinen Angestellten des Versicherers akzeptieren) einverstanden, wobei beide Parteien dann aber vorher schriftlich sich diesem Gutachten unterwerfen sollten.

Hier sollten Sie mit dem Versicherer reden und ihm eine kurze Frist von drei Tagen für das weitere Vorgehen setzen.

Auch dürfen Sie nicht vergessen, dass es zu einem erhöhten Strömverbrauch durch die Trockungsgeräte kommt; lassen Sie sich auch dieses Bestätigen und teilen Sie dieses bitte auch Ihrem Stromversorger mit, damit es dort nicht wegen des hohen Verbrauches zu einer Erhöhung der Vorauszahlungen kommt.




Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwalt
Thomas Bohle


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Rechtsanwalt Thomas Bohle
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