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Ware mangelhaft-VK streitet ab, wer trägt die Beweislast?


| 08.02.2005 22:50 |
Preis: ***,00 € |

Internetauktionen


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Sehr geehrte Damen und Herren,

meine Frage bezieht sich auf eine Ebay Auktion, die am 29.01.05 endete. Ich habe eine 15 Jahre alte Sammlerfigur für 70,99 Euro+8 Euro Versandkosten von einem Privatverkäufer ersteigert, die am 03.02.05 hier ankam.

Hier eine Kopie der Ebay Artikelbeschreibung: (die Markennamen habe ich durch ...ersetzt)

Orginal ...Figur neuwertig

Ende 1989 - Anfang 1990 gekauft,

standt nur in der Vitriene die ganze Zeit, weiss leider nicht wie er heißt oder welche NR. er hat. Unten drunter ist ein Aufkleber mit ...,handgemalt und ein Wappen.

Er ist ca 24 cm hoch und 18 cm breit,

wohl kaum noch zu bekommen.


Gleich nach dem auspacken fielen mir offensichtliche Unregelmäßigkeiten an der Figur auf, z. B. ein Riss an der kompl. Rückseite , teilw. verdeckt durch einen neuen, ungleichmäßigen Anstrich.

Ich bin am gleichen Tag zu meinem Fachhändler gefahren und habe ihn gebeten, sich die Figur näher anzuschauen und habe gefragt, ob so etwas bei der Herstellung passieren könne. Ich besitze zwar einige andere Modelle dieser Figuren, diese sind aber alle völlig perfekt gearbeitet.

Sein Fazit: Komplette Reperatur der gesamten Rückseite, teilweise geklebt und gespachtelt, deutliche Materialunterschiede, geringe Farbunterschiede, wörtlich: eine komplett restaurierte Figur, gut gemacht, aber offensichtlich.

Da die Figur nun vollkommen wertlos für meine Sammlung ist, habe ich den VK angeschrieben, ihm Fotos und eine Erläuterung geschickt und um eine Rücknahme gebeten, bzw. bin vom Kaufvertrag zurückgetreten.

Es folgten etliche Mails, er sagt, er habe die Figur bereits so gekauft, sei wenn überhaupt dann von seinem Fachhändler oder der Herstellfirma betrogen worden, er hätte davon nie etwas gemerkt auch nie selber restauriert, er sei allerdings kein Fachmann und wisse es auch nicht 100% ob es sein könne, der Zustand neuwertig beziehe sich ja nur auf den Vitrinenplatz und last but not least der Vorwurf, ich wolle ihm eine bereits vorhandene, beschädigte Figur unterjubeln.
Die sachliche Kommunikation gestaltet sich sehr schwierig.

Ich habe Fotos und eine entsprechende Mail an die Herstellfima geschickt, leider ist die zuständige Sachbearbeiterin in Urlaub und antwortet erst nach ihrer Rückkehr.

Meine Fragen: Wer trägt hier eigentlich die Beweislast, falls überhaupt? (es geht mir vor allem um daraus entstehende weitere Kosten, z. B. durch ein begutachten oder einschicken der Figur)

Sollte er tatsächlich nichts bemerkt haben und die Restauration wird auch von der Herstellfima bestätigt, muss er den Betrag dann zurückzahlen?

Sollte ich zwischenzeitlich einen Widerruf des Kaufes per Einschreiben abschicken?
Er hat weder Sachmängelhaftung, Garantie o.ä. ausgeschlossen.
Ich befürchte, dass ich mich an diesem Menschen "festbeiße" und ohne rechtliche Hilfe nicht weiterkommen werde.
08.02.2005 | 23:35

Antwort

von


771 Bewertungen
Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Ihre Fragen möchte ich wie folgt beantworten:

Der Verkäufer hat Ihnen eine "neuwertige" Figur verkauft.

Erfüllt die Figur diese Voraussetzung nicht, stellt dies einen Sachmangel nach § 434 BGB dar, da die Kaufsache bei Gefahrübergang nicht die "vertraglich vereinbarte Beschaffenheit" hatte. In diesem Fall ist der Käufer berechtigt, Nacherfüllung zu verlangen. In Ihrem Fall steht Ihnen also das Recht zu, die Lieferung einer neuwertigen Figur zu verlangen. Kommt der Verkäufer dieser Pflicht nicht nach Fristsetzung nach, haben Sie das Recht, von dem Kaufvertrag zurückzutreten und Rückzahlung des Kaufpreises Zug um Zug gegen Rückgabe der erhaltenen Ware zu verlangen.

Behauptet der Verkäufer, seine Pflicht aus dem Kaufvertrag erfüllt zu haben, muß er dies auch beweisen. Er muß also beweisen, Ihnen eine neuwertige Figur geschickt zu haben. Dieser Beweis wird ihm nicht gelingen, denn eine solche Figur hat er Ihnen ja nicht geschickt. Daß er der Meinung gewesen ist, die Figur sei neuwertig gewesen, wird ihm nichts nützen. Denn den Verkäufer trifft das Risiko, daß die Kaufsache die von Ihm angegebene Beschaffenheit hat.

Bestreitet der Verkäufer, Ihnen die von Ihnen erhaltene Figur geschickt zu haben, muß er darlegen und beweisen, daß er Ihnen eine andere Figur geschickt hat. Das wird er natürlich nicht können.

Behauptet er, daß die von Ihnen erhaltene Figur neuwertig ist, müssten Sie allerdings vortragen und beweisen, daß diese Figur dies gerade nicht ist, da Sie sich auf die Mangelhaftigkeit berufen. Nach Ihrer Schilderung sollte Ihnen dieser Nachweis aber relativ leicht gelingen.

Ein Widerruf des Kaufes wird Ihnen nicht helfen, da das Widerrufsrecht nur bei gewerblichen Verkäufern besteht.

Ihrer Schilderung folgend werden Sie ohne anwaltliche Hilfe wahrscheinlich nichts erreichen, so daß ich Ihnen, wenn der Verkäufer sich weiterhin weigert, seine Pflichten zu erfüllen, rate, einen Anwalt mit der Durchsetzung Ihrer Rechte zu betrauen.

Ich hoffe, Ihnen mit dieser Auskunft geholfen zu haben.

Mit freundlichen Grüßen

A. Schwartmann
Rechtsanwalt



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Köln

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