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WEG - Klopfgeräusche im Heizkörper


11.12.2004 14:43 |
Preis: ***,00 € |

Generelle Themen



Ich bewohne eine Eigentumswohnung in einem Mehrfamilienhaus. Leider klopft ständig in unserem Schlafzimmer die Heizung, mal lauter, mal leiser, jedes Mal dauert es 1-2 Minuten. Besonders am frühen Morgen, wenn die Heizung wieder aufwärmt, ist das Klopfen so laut, dass wir jedes Mal davon aufwachen. Dabei ist es gleich, ob der Heizkörper an ist oder nicht. Außerdem ist jedes Mal, wenn die Heizung aufwärmt, auch ein Rauschen zu hören. Das geschieht ca. alle 10 Minuten. Die Hausverwaltung habe ich schon mehrmals darüber informiert. Die Heizungsfirma behauptet, dass die Quelle nicht zu orten ist und dass man daher nichts dagegen machen könne. Das ist für uns natürlich sehr unbefriedigend, zumal die Ursache nicht unser Heizkörper zu sein scheint, denn wir lassen ihn meistens ausgeschaltet.

Kann ich verlangen, dass ein andere Heizungsfirma die Heizungsanlage checkt und ggfs. die Anlage austauscht? Oder kann ich gegen die Hausgemeinschaft einen Schadensersatzanspruch geltend machen, wenn die Ursache tatsächlich nicht behoben werden kann? Als Mieter könnte ich ja auch eine Mietminderung vornehmen.
Sehr geehrter Anfragender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich wie folgt beantworten möchte:

Zunächst einmal können Sie das Verhältnis eines Mieters zu seinem Vermieter nicht mit dem Verhältnis eines Wohnungseigentümers zu der Eigentümergemeinschaft vergleichen.

Der Vermieter schuldet dem Mieter einen bestimmten Erfolg. Er muss eine taugliche Mietsache liefern. Wenn er dies nicht schafft, muss er den Mangel beseitigen. Und solange die Tauglichkeit der Mietsache nicht vorliegt, muss der Vermieter kraft Gesetzes eine geminderte Miete hinnehmen.

Hingegen sind die Eigentümer einer Eigentumswohnung zunächst einmal nur sich selbst verantwortlich. Abweichungen ergeben sich nur insoweit, als dass der einzelne Eigentümer keine Änderungen am gemeinschaftlichen Eigentum vornehmen kann.

Einen Schadensersatzanspruch könnten Sie nur dann begründen, wenn (1) die Eigentümergemeinschaft bzw. der Verwalter schuldhaft die ordnungsgemäße Verwaltung des gemeinschaftlichen Eigentums vernachlässigt und (2) Ihnen dadurch ein Schaden entsteht.

Solange Sie nur selbst in der Wohnung wohnen, entsteht Ihnen kein Schaden (= Mietminderung eines Mieters), sondern nur persönlich erlebte Einschränkungen.

Ob Sie eine Änderung an der Heizungsanlage verlangen können, hängt davon ab, ob es sich bei der erforderlichen Maßnahme um (a) eine notwendige Instandhaltung der alten Heizung oder (b) um eine bauliche Veränderung zum Einbau einer neuen Heizungsanlage handelt.

Die Grenzen sind naturgemäß fließend. Irgendwann muss jede Heizungsanlage mal aufgrund ihres Alters ausgetauscht werden. Diese Maßnahmen müssen als notwendige Instandhaltung durch die Eigentümergemeinschaft vorgenommen werden. Hierzu ist die Instandhaltungsrücklage gedacht. Falls diese nicht reicht, müssten Sonderumlagen erhoben werden.

Solange jedoch der Grund für die Geräusche bei Ihnen nicht festgestellt werden kann, kann nicht sicher vorhergesagt werden, ob dies bereits erforderlich wäre. Falls der Grad der Überalterung noch nicht erreicht ist, müssten die Arbeiten am gemeinschaftlichen Eigentum von allen (!) Wohnungseigentümern einstimmig beschlossen werden.

Vielleicht fragen Sie zunächst noch einmal (auf eigene Kosten) eine andere Heizungsfirma, ob diese das Problem orten kann.

Nur mit einer fachlichen Einschätzung eines Handwerkers kann ein Jurist das Problem für Sie richtig einschätzen und lösen.

Ich hoffe, dass diese erste Einschätzung Ihnen weiter geholfen hat.

Mit freundlichen Grüßen
Kai Breuning
- Rechtsanwalt -

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