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WEG Dachsanierung - Wohnung vorrübergehend nicht bewohnbar


07.12.2016 10:58 |
Preis: 30,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von

Rechtsanwalt Peter Dratwa



Hallo,

ich habe 2014 eine Dachgeschoss-Wohnung in einem 12-Parteien-Haus gekauft.
Nun muss das Dach aufwändig saniert werden, wodurch die Wohnung vorübergehend nicht bewohnbar ist.
Welche Ansprüche habe ich gegenüber der WEG hinsichtlich Umzugsunternehmen (Möbel müssen vorübergehend eingelagert werden), angemessener Ersatzwohnung (2 Erwachsene, 1 Kleinkind), anschließende Wiederherstellung der Wohnung in Ursprungszustand (Tapezieren, Streichen, Fugen),....?
Vielen Dank!
Sehr geehrte Ratsuchende,

zunächst vielen Dank für Ihre Frage.

Grundsätzlich kommen Schadenersatzansprüche des einzelnen Wohnungseigentümers gegen die Eigentümergemeinschaft bzw. gegen einzelne Wohnungseigentümer nur dann in Betracht, wenn diese der Verpflichtung, die im Gemeinschaftseigentum gelegene Schadensursache zu beheben, schuldhaft nicht oder schuldhaft verspätet nachgekommen sind.

Dies ist dann der Fall, wenn vorliegend die Sanierung des Daches schuldhaft nicht oder nicht rechtzeitig beschlossen wurde und insoweit die Unbewohnbarkeit der Dachgeschosswohnung hierauf oder zum Teil für einen Zeitraum zurückzuführen ist.

Die Verwaltung des gemeinschaftlichen Eigentums, mithin dessen Instandhaltung sowie Instandsetzung, obliegt den einzelnen Wohnungseigentümern, die hierüber durch Beschluss in der Eigentümerversammlung entscheiden. Der BGH hat mit Urteil vom 17.10.2014 Az: V ZR 9/14 insoweit entschieden, dass diejenigen Wohnungseigentümer auf Schadenersatz in Anspruch genommen werden können, die schuldhaft entweder untätig geblieben sind oder gegen die erforderliche Maßnahme, gestimmt oder sich enthalten haben. Zudem kommt eine Ersatzpflicht der übrigen Wohnungseigentümer für solche Schäden des betroffenen Wohnungseigentümers in Betracht, die dadurch entstanden sind, dass die gebotene Beschlussfassung, vorliegend also die Dachsanierung, zu spät erfolgte und Sie hierdurch einen Schaden erleiden.

Dies muss geprüft werden, insofern besteht erheblicher Aufklärungsbedarf. War also das Dach seit längerer Zeit sanierungsbedürftig und hat die Eigentümerschaft sehen Auges dessen Sanierung unterlassen, kann ein Schadenersatzanspruch bestehen.

Wurde gem. Teilungserklärung die Instandsetzung des Gemeinschaftseigentums einem Verwalter übertragen, so haftet dieser entsprechend den vorgehenden Ausführungen dem einzelnen Wohnungseigentümer, wenn er die notwendige Instandsetzung schuldhaft – vorliegend die Dachsanierung – zu spät in Angriff nahm und hierdurch der Schaden auf Ihrer Seite eintritt..

Liegt all dies nicht vor bzw. ist die Dachsanierung rechtzeitig veranlasst worden, scheidet ein Schadenersatzanspruch aus.

Gerne stehe ich für eine Nachfrage zur Verfügung.


Mit freundlichem Gruß

Peter Dratwa
Rechtsanwalt
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