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Vornamensänderung bzw. Erweiterung / im Kindesalter eingedeutscht


| 28.07.2017 18:21 |
Preis: 25,00 € |

Generelle Themen


Beantwortet von



Sehr geehrte Damen und Herren,

mein Anliegen dreht sich um das Namensrecht. Folgende Situation: Als ich 2 Jahre alt war, sind wir nach Deutschland gekommen.
Damals wurden die Namen "eingedeutscht", obwohl die russische Namensform hier alles andere als exotisch ist.
Aus Irina (Ira) wurde Irene. Der zweite Name, der Vatersname, wurde wie üblich, gestrichen, was auch ok ist.

Nun ist es so, dass ich seit über 30 Jahren für Familie, Freunde nach wie vor Ira bin. Für mich vor allem.
In offiziellen und beruflichen Angelegenheiten muss ich aber Irene sein.
Auch in meiner Selbstständigkeit. Ich "bin" aber nicht Irene. Und es kommt andauernd zu unangenehmen Situationen,
Erklärungen, Verwechslungen usw. Es ist belastend und nervenaufreibend. Ich hätte gerne meinen echten Namen, den ich damals bekommen habe (ohne Vatersnamen) wieder. Wäre ich damals nicht erst 2 Jahre alt gewesen, hätte ich dieser Änderung widersprochen. Meine Eltern haben damals nicht viel von dem verstanden, was die Beamten ihnen erzählt haben.

Gibt es eine Chance für mich auf ein Zurück zum ursprünglichen Namen?
Zur Not auch als Zweitnamen/Rufnamen?

Ist es bei einer Antragstellung sinnvoll, diese direkt gemeinsam mit einem Anwalt zu erstellen?

Ich danke für Ihre Zeit und Hilfe.


Freundliche Grüße
Ira
28.07.2017 | 19:59

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragestellerin,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Die Voraussetzungen für eine Namensänderung richten sich nach §§ 11, 3 NamÄndG.

Danach muss für die Namensänderung ein wichtiger Grund vorliegen.

Es besteht ein öffentliches Interesse an der Namensklarheit und -kontinuität sowie an der Vermeidung von Namensverwirrung.

Ihr eigenes Interesse an der Namensänderung muss dieses öffentliche Interesse überwiegen.

Der Begriff des „wichtigen Grundes" ist ein unbestimmter und deshalb auslegungsbedürftiger Rechtsbegriff, sodass Ihre Frage nicht mit der von Ihnen vermutlich gewünschten Klarheit beantwortet werden kann.

Generell wird angenommen, dass bei Vornamensänderungen das öffentliche Interesse an der Kontinuität geringer ist als bei Änderungen des Familiennamens.

Trotzdem ist die Verwaltungspraxis eher zurückhaltend bei der Änderung von Vornamen.

Die Möglichkeit, den Namen Irina der deutschen Fassung voran zu stellen oder als Zweitnamen hinzuzufügen könnte als Hilfsantrag in Betracht gezogen werden. Denn diese Lösung würde zweifellos die Wahrscheinlichkeit einer Störung der Klarheit im Rechtsverkehr verringern.

Ich kann Ihre Gründe gut nachvollziehen, da vermutlich eine Art Identitätsproblem vorliegt. Meines Erachtens ist das zumindest vom Ansatz her ein wichtiger Grund.

Wenn Sie den Namen Irina oder in der Kurzform Ira zumindest im Privatleben seit Jahrzehnten führen, kann dies als weiterer wichtiger Grund hinzukommen und auf der anderen Seite das öffentliche Interesse an der Fortführung Ihres alten Namens noch einmal herabsetzen.

Die Besonderheit, dass in Ihrem Fall ein alter Name zurückgewünscht wird, führt m.E. nicht zu einer günstigeren Beurteilung aus sozusagen rein formalrechtlicher Sicht, denn wenn ich Sie richtig verstanden habe, wurden Ihre Eltern zwar möglicherweise überrumpelt, haben aber doch letztlich der Änderung zugestimmt.

Der Umgang mit unbestimmten Rechtsbegriffen und mit Interessenabwägungen ist nicht immer leicht. Deshalb kann es sinnvoll sein, die Sache von vornherein durch einen Rechtsanwalt in die Wege leiten zu lassen.

Die Zuständigkeit für Namensänderungen nach dem Namensänderungsgesetz liegt bei den unteren Verwaltungsbehörden. Das sind die kreisfreien Städte oder die Kreise (Landratsämter) bei den kreisangehörigen Städten.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Roger Neumann

Bewertung des Fragestellers 29.07.2017 | 20:56


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