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Vorlagefrist Testament


23.08.2004 22:57 |
Preis: ***,00 € |

Vertragsrecht



Meine Oma ist im Okt. 2003 verstorben.Sie hinterläßt 2 Kinder.
Das dritte Kind, meine Mutter ist vor zwei Jahren vorverstorben.Ich habe keine Geschw. mehr. Meine zwei Onkel hüllen sich seither in Schweigen. Der Haushalt wurde bereits aufgelöst. Das zuständige Notariat teilte mir mit, das kein Erbschein beantragt und kein Testament vorgelegt wurde. Mein Onkel ist auf der Bank bevollmächtigt "über den Tod hinaus".
Grundbesitz ist keiner vorhanden.Falls ein Testament vorhanden ist, ist es im Besitz einer der Beiden; besteht keine Vorlagpflicht, Frist.? Falls im Testament ihre drei Kinder bedacht sind, geht das Erbe auf mich über, oder steht mir ein Pflichtteil zu? Wie verhalte ich mich nun am geschicktesten?

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Guten Morgen,

das Verhalten Ihrer Onkel erscheint etwas sonderbar. Solange es keine Testament gibt greift die gesetzliche Erbfolge ein. Aufgrund der gesetzlichen Erbfolge sind Sie jedoch neben Ihren Onkeln ebenfalls gleichberechtigter (Mit-)Erbe (§ 1924 BGB). Wäre Ihre Mutter noch nicht verstorben, so würde aufgrund der gesetzlichen Erbfolge jedem Kind Ihrer Oma genau ein Drittel des Nachlasses zustehen. Lebt jedoch ein Kind des Erblassers nicht mehr, so treten an dessen Stelle dessen Abkömmlinge (Kinder, Enkel...). Wenn Sie ein Einzelkind sind, dann steht Ihnen das Drittel vollständig zu. Haben Sie jedoch auch Geschwister so kommt es zu einer Aufteilung des Drittels auf Sie und Ihre Geschwister. Hätten sie also z.B. noch einen Bruder oder eine Schwester, so würden Ihnen nur noch ein Sechstel des Nachlasses Ihrer Großmutter zustehen. Ihrem Bruder / Schwester käme das andere Sechstel zugute.

Bei Ihnen geht es derzeit jedoch nicht um die Frage, ob Ihnen ein Pflichtteil zusteht, sondern vielmehr um die Frage, wie Sie an Ihren gesetzlich zustehenden Erbteil gelangen.

Aufgrund der jetzigen Situation bilden Sie mit Ihren Onkeln eine Miterbengemeinschaft (das ist eine sogenannte Gesamthandsgemeinschaft, an der jeder Miterbe mit einem bestimmten Anteil, seinem „Erbteil“, beteiligt ist). Daraus ergibt sich nun das weitere Vorgehen.

Zu nenne wäre hier ein Auskunftsanspruch gegen Ihre Onkel. Grundsätzlich bestehen zwar keine allgemeinen Auskunftsansprüche gegen die anderen Miterben. Da Sie aber zur Durchsetzung Ihrer Ansprüche auf die Auskunft dringend angewiesen sein werden, billigt Ihnen die Rechtsprechung einen Auskunftsanspruch zu. Auch wird man einen Anspruch aus § 2027 BGB begründen können, da sich Ihre Onkel zumindest zu einem Teil ein ihnen nicht zustehendes Erbrecht anmaßen. Derzeit scheinen diese von einem 50igen Anteil auszugehen. Wie oben bereits erwähnt beläuft sich der Erbanteil jedoch nur auf ein Drittel.

Weitere Rechte:
Sie sind als Miterbe auch dazu berechtigt, die Vollmacht Ihres Onkels zu widerrufen. Das bedeutet, dass sein Vertretungsrecht Ihnen gegenüber nicht mehr gegeben ist. Als zwangsläufige Folge ist damit auch ausgeschlossen, dass Ihr Onkel von nun an wirksam über Nachlassgegenstände verfügen kann, da Sie in einer Miterbengemeinschaft den Nachlass gemeinschaftlich verwalten müssen. Ob ein Widerruf sinnvoll ist, kann an dieser Stelle nicht entschieden werden. Ein kleiner Schuss vor den Bug wäre es auf jeden Fall.

Sie sollten darüber hinaus auch die Auseinandersetzung der Erbengemeinschaft (Erbauseinandersetzung) anstreben (§ 2042 BGB). Davon spricht man, wenn der Nachlass abgewickelt und aufgeteilt wird. Notfalls steht Ihnen hier die Auseinandersetzungsklage zur Seite.

Die Durchsetzung Ihrer Ansprüche kann recht aufwendig werden, wenn sich Ihre Onkel weiterhin bedeckt halten.

Sie können auch einen Erbschein beim Nachlassgericht beantragen (§ 2353 BGB).



Testamentsablieferungspflicht:
Gem. § 2259 BGB gibt es eine Testamentsabgabepflicht. Danach ist der Besitzer eines Testaments verpflichtet, dasselbe an das Nachlassgericht (Amtsgericht) abzuliefern. Sie können das Nachlassgericht dazu auffordern, Ihre Onkel wiederum aufzufordern das Testament abzuliefern. Notfalls kann das Nachlassgericht Ihrer Onkel zur Abgabe einer entsprechenden eidesstattlichen Versicherung auffordern.

Schlussanmerkung:
Wenn es ein Testament gibt in dem Ihre Mutter bedacht wurde, so steht Ihnen der auf Ihre Mutter entfallende Teil zu.


Mit freundlichen Grüßen

Simon Jäschke
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