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Vorgehen bei Schmerzensgeld oder Schadensersatz


13.12.2008 22:13 |
Preis: ***,00 € |

Medizinrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Martin P. Freisler



Vor ca. 1 Jahr war ich bei meinem Zahnarzt und wollte mir neuen Zahnersatz machen lassen. Nach dem der Kostenvoranschlag bei der Kasse bewilligt wurde , sollte ich immer noch eien Eigenanteil von 4300 Euro bezahlen. Das war mir zu teuer. Ich habe mir deshalb aus dem Internet über eine Arztpreisvergleichplattform eine Zahnarzt gesucht der mir den Zahnersatz für knapp 700 Euro gefertigt hat. Allerdings ein sogenanntes Geschiebe und keine wie zuvor geplante Teleskoparbeit. Dieser Zahnersatz stellte sich in Nachhinein als sehr Mangelhaft heraus. Ein Gutachter wurde eingeschaltet der das auch bestätigte und den keine 4 Wochen alten Zahnersatz als "Komplett Erneuerungsbedürftigt" einstufte (Gutachten liegt vor). Hinzu kam das der Zahnarzt den Zahnersatz OHNE vorherrige Kontrolle also ohne Röntgenbild eingesetzt hat. Was in den ersten Wochen nach einsetzen schon dazu führte das durch den neuen Zahnersatz durchgebohrt werden musste um eine Wurzelbehandlung durchzuführen. Nach dem Entfernen des Zahnersatzes stellte sich heraus das mehrere Zähne im Frontbereich Behandlungsbedürftig sind und das so hätte nie der Zahnersatz eingesetzt werden dürfte.
In der Folge wurden 2 weitere Zähne Wurzelbehandelt, 2 Zähne musste noch entfernt werden. 1 Zahn habe ich durch einen Eitrigen Abzess verloren. Jetzt bin ich nach über einem Jahr Behandlung endlich im Besitz meines neuen Zahnersatzes.

Kann ich den Zahnarzt der das verusacht hat auf Schmerzensgeld bzw. Schadensersatz belangen.
Ich will eigentlich nicht Klagen, sondern denke das das in einer Schlichtung zu machen ist.
Ich denke er sollte wenigstens die Hälfe des jetzt wieder bei 4400 Euro betragenden Eigenanteils tragen.

Ist da was zu machen - Oder mach ich mich da zum Don Quichote

Danke schonmal

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Sehr geehrter Fragesteller,

aufgrund Ihrer Schilderungen beantworte ich Ihre Frage in einer ersten rechtlichen Einschätzung wie folgt:

Eine Geltendmachung von arzthaftungsrechtlichen Ansprüchen bedarf zum einen einer Aufbereitung des Sachverhaltes sowie einer medizinischen und rechtlichen Prüfung dieses Sachverhaltes. Deshalb ist es zunächst erforderlich, sich die Behandlungsunterlagen in vollständiger Form zu besorgen. Die Erkenntnisse daraus sind sodann medizinisch dahingehend zu würdigen, ob die Behandlung dem medizinischen Standard entsprochen hat, - dieses kann überwiegend nur über ein medizinisches Gutachten erfolgen-, sowie auch rechtlich, ob die Anspruchsvoraussetzungen rechtlich dargelegt und im Zweifel auch bewiesen werden können, dafür bietet sich die Einschaltung eines im Arzthaftungsrecht spezialisierten Kollegen an. In Ihrem Fall wäre insbesondere zu prüfen, welchen Behandlungsauftrag Sie dem Zahnarzt gegeben haben, insbesondere weshalb und in Kenntnis welcher Umstände Sie sich zu der „anderen“ Behandlungsform entschieden haben.

Aus Ihrer Schilderung ergibt sich, dass Sie nicht mehr gänzlich am Anfang dieser Arbeit stehen. Insbesondere liegt Ihnen bereits eine Beurteilung der zahnärztlichen Tätigkeiten vor, wobei ich davon ausgehe, dass es sich dabei um die Begutachtung der finanzierenden Krankenkasse handelt. Je nach Aussagekraft dieses Gutachtens können Sie bereits damit Ihre Ansprüche gegenüber dem Zahnarzt begründen.

Das weitere Vorgehen hängt sodann davon ab, wie gut diese Geltendmachung begründet wird und wie der Zahnarzt bzw. dessen Haftpflichtversicherung darauf reagiert. So kommt bei eindeutigeren Sachverhalten, die insbesondere in den Verletzungsfolgen „abgeschlossen“ sind, überwiegend eine zeitnahe außergerichtliche Regulierung in Betracht. Werden die Fragen dagegen rechtlich oder medizinisch komplizierter, kann es zu weiteren Begutachtungen führen, bzw. auch zu einer gerichtlichen Überprüfung und Klärung streitiger Fragen.

Wenn Sie zunächst nicht klagen wollen, rate ich Ihnen zunächst den Inhalt und Umfang der vorliegenden Unterlagen zu prüfen, und je nachdem darauf gestützt, die sich daraus ergebenden Ansprüche gegenüber dem Zahnarzt geltend zu machen. Ggf. kann in einem zweiten (außergerichtlichen) Schritt ein Schlichtungsverfahren vor der zuständigen Landesärztekammer durchgeführt werden. Scheitern diese Möglichkeiten, verbleibt es bei der Klage.

Aufgrund der übergreifenden Materien von (Zahn)Medizin und Recht sowie die im Arzthaftungsrecht insgesamt existierenden Besonderheiten, wiederhole ich den Rat, bereits für die Vorbereitung und Formulierung der Anspruchsbegründung, einen spezialisierten Kollegen mit der Anspruchsdurchsetzung zu beauftragen. Dies sichert Sie vor Fehlern, die aufgrund der entsprechenden Spezialisierung auf der Gegenseite, d.h. in Form der Sachbearbeiter in den Haftpflichtversicherungen, regelmäßig drohen.

Ich hoffe, Ihnen mit meinen Ausführungen eine erste rechtliche Orientierung geben zu haben. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass eine abschließende rechtliche Bewertung Ihres Problems die Kenntnis des vollständigen Sachverhaltes erfordert. Im Rahmen dieses Forums können sich die Ausführungen aber ausschließlich auf Ihre Schilderungen stützen, und somit nur eine erste anwaltliche Einschätzung darstellen.

Ich empfehle Ihnen daher, einen Rechtsanwalt Ihres Vertrauens zu beauftragen, sofern Sie eine abschließende Beurteilung erhalten möchten. Bitten beachten Sie, dass dabei weitere Kosten anfallen.

Gerne stehe auch ich Ihnen bei der weiteren Durchsetzung Ihrer Interessen zur Verfügung. Sollten Sie dies wünschen, können Sie sich jederzeit - gerne auch per eMail - mit mir in Verbindung setzen.

Ich verbleibe mit freundlichen Grüßen


Martin P. Freisler
- Rechtsanwalt -




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