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Vorfälligkeitszins


13.12.2004 11:08 |
Preis: ***,00 € |

Generelle Themen



Abs. Hans Velter Heiligbrunnenstrasse 20 79822 Titisee-Neustadt
Tel. 07652 1313 Fax 07652 982786

Sehr geehrte Damen und Herren,
Ich bin wegen einer Gehirnblutung behindert. Bei meiner Bank besteht eine Grundschuldeintragung für das Grundstück mit Haus, welches meine Frau nach meiner Erkrankung behindertengerecht umbauen ließ. Ferner wurde die Heizung und Wasserversorgung erneuert. SDadurch mußten wir Kredite aufnehmen
Jetzt könnten wir eine Immobilie im Wert von ca. 15.000,-- € verkaufen. Nach viel Problemen will die Bank jetz der Grundstücksteilung zustimmen unter der Voraussetzung, daß der Verkaufserlös voll zur Tilgung eines noch laufenden Kredites verwendet wird. Drüberhinaus möchte sie nun auch noch den Vorfälligkeitszins haben obwohl wir eigentlich keinen laufenden Kredit ablößen wollten. Die Bank zwingt uns nun dazu. Sonst würde sie der Grundstücksteilung nicht zustimmen. Wir haben allerdings den Fehler gemacht, der Bank zu sagen, daß wir mit dem Verkaufserlös noch zwei andere kleine, bei anderen Banken laufende Kredite ablösen möchten und den Dispokredit bei meiner Bank damit auf Null zu bringen. Ferner sollte ein kleiner Finanzieller Freiraum damit geschaffen werden.
Die Immobilie, eine freistehende Doppelgarage hat eine Grundfläche von 52qm. Unser Grundstück beträgt 1.650 qm
Unsere Frage: handelt die Bank korrekt und darf sie den Vorfälligkeitszins sowie den Verkaufserlös unter den geschilderten Bedingungen verlangen?
Über eine Antwort würde ich mich freuen.
mit freundlichen Grüßen
Hans Velter
Sehr geehrter Anfragender,

zunächst einmal möchte ich anmerken, dass es sich bei frag-einen-anwalt um ein öffentliches Medium handelt, in das jeder Einsicht nehmen kann. Aus diesem Grund rege ich an, dass Sie in Zukunft bei Anfragen Ihren Namen etc. nicht angeben.

Ihre Frage möchte ich wie folgt beantworten:

1. Zustimmung zur Grundstücksteilung
Ich verstehe Ihre Anfrage so, dass Sie eine Teilfläche Ihres Grundstückes verkaufen möchten.

Die Vermessung und Teilung des Grundstückes im Kataster bedarf für sich genommen gar nicht der Zustimmung der Bank.

Was der Zustimmung der Bank bedarf ist die Aufteilung der Grundschuld auf die beiden Grundstücke.

a) mit Zustimmung zur Haftentlassung
Grundstück + Haus = 100 % Grundschuld

neue Teilfläche = keine Grundschuld

b) ohne Zustimmung
Grundstück + Haus = 100 % Grundschuld
neue Teilfläche = 100 % Grundschuld

Es sind selbstverständlich auch Zwischenlösungen verhandelbar. Ich gehe bei der weiteren Betrachtung zunächst von der Teilung ohne Zustimmung aus.

2. Vorfälligkeit
Die gesetzlich normierte Vorfälligkeitsentschädigung des § 490 Abs. 2 BGB setzt voraus, dass Sie das Darlehen insgesamt kündigen, weil Sie die Immobilie verwerten wollen. Dies ist in Ihrem Fall nicht der Fall. Sie möchten das Darlehen ja weiter behalten und nur eine Pfandfreigabe erhalten.

Grundsätzlich kann in diesem Fall die Bank im Wege der Vertragsfreiheit frei festsetzen, unter welchen Voraussetzungen Sie die Freigabe erteilt.

Etwas anderes - und für Sie die einzige praktikable Lösung - wäre es, wenn die Bank möglicherweise übersichert wäre und deshbald einen Teil der Sicherheit freigeben müsste.

Übersicherung liegt dann vor, wenn der Wert der Sicherheit im Falle der Verwertung 120 % der Höhe der Forderung übersteigt. Ob das in Ihrem Fall der Fall ist, kann so nicht beurteilt werden. Hierzu müssten Sie sich einmal,

a) die besicherten Darlehensvaluta von der Bank nennen lassen,
b) beim Gutachterausschuß des für Sie zuständigen Kreises den ungefähren Marktwert des verkleinerten Grundstückes erfragen,
c) diesen Wert (b) *0,7 nehmen [in der Zwangsversteigerung werden häufig nur 70 % des Wertes erzielt].

Wenn der Wert (c) die Höhe der Forderung übersteigt, dann müsste die Bank den Grundstücksteil ohne Zahlung einer Ablöse o.ä. freigeben.

Ich hoffe, Ihnen mit diesen Ausführungen weiter geholfen zu haben.

Mit freundlichen Grüßen
Kai Breuning
- Rechtsanwalt -
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