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Vorfälligkeitsentschädigung Berechnung


| 21.09.2017 12:38 |
Preis: 72,00 € |

Kredite


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Ich will meine Immobilienkredite vorzeitig ablösen. Es sind mehrere Kredite. Als Verwendungszweck steht bei allen Krediten Immobilienfinanzierung bzw. Umschuldung der Immobilienfinanzierung. Bei einem Kredit, um den es mir hier geht, steht aber als Verwendungszweck: Finanzierung von Finanzierungskosten. Zwar steht als Art des Kredits: Verbraucherdarlehensvertrag gemäß §§491 ff. BGB (befristetes, grundpfandrechtlich gesichertes Zinszahlungsdarlehen).

Frage: obwohl anders als bei anderen Krediten dient dieser Kredit nicht der Immobilienfinanzierung sondern Finanzierung von Finanzierungskosten darf bei der VFE ganz normal diese wie bei Immobilienkrediten berechnet werden oder gilt hier 1% Deckelung wie bei "gewöhnlichen" Verbraucherkrediten?
Kreditsumme ist 29.000€ Bank verlangt 5145,71€ bei 1% wäre das nur 290€...
21.09.2017 | 13:47

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:


Um die gestellte Frage vollständig zu beantworten, wäre zunächst noch zu klären, wann der betreffende Kredit ausgereicht wurde, und zu welchen Konditionen. Denn mit Inkrafttreten der sog. Wohnimmobilienkreditrichtlinie Anfang 2016 hat sich die diesbezügliche Rechtslage komplett geändert. Aufgrund dieser Unklarheit möchte ich in Beantwortung Ihrer Frage die beiden Rechtslagen dar- und einander gegenüberstellen.

Die von Ihnen angesprochene günstigere Berechnung von Vorfälligkeitsentschädigung (VFE) betraf nach alter Rechtslage alle die Verbraucherdarlehen, die kein Immobiliardarlehen waren. Nach neuer Rechtslage gilt diese günstigere VFE-Variante für sog. Allgemein-Verbraucherdarlehen, während bei Immobiliar-Verbraucherdarlehen die „teurere" VFE anfällt.

Um ein Immobiliardarlehen nach altem Recht handelte es sich stets dann, wenn die Gewährung eines Verbraucherdarlehens von der Stellung eines Grundpfandrechts (Grundschuld, Hypothek) ABHÄNGIG gemacht wurde und die Konditionen, namentlich der Zinssatz, denen entsprachen, die üblicherweise für grundpfandrechtlich gesicherte Darlehen vereinbart werden. Ob das Darlehen dann letztlich auch tatsächlich dinglich besichert wurde, war nach altem Recht ebenso irrelevant, wie der Verwendungszweck.

Nach neuem Recht ist ein Immobiliar-Verbraucherdarlehen immer dann gegeben, wenn ein Verbraucherdarlehen TATSÄCHLICH durch ein Grundpfandrecht besichert wird und/oder dem Erwerb (oder Erhalt) von EIGENTUM an einer IMMOBILIE (oder einem äquivalenten Recht) dient. D.h. in diesem Fall kommt es auf die Art der tatsächlichen Besicherung und den konkreten Verwendungszweck an.

Sie müssten also prüfen, ob das Darlehen vor oder nach März 2016 gewährt wurde. Im Falle einer früheren Gewährung wäre zudem zu prüfen, ob die Bank eine Grundschuld (o.ä.) verlangt hat, und wie die Konditionen des Darlehens aussehen. Im Falle einer späteren Gewährung müssten Sie sich die konkrete Besicherung ansehen, da diese aufgrund des Verwendungszwecks „Finanzierung von Finanzierungskosten" alleine maßgebend wäre.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Thomas Henning

Nachfrage vom Fragesteller 21.09.2017 | 14:13

Darlehensvertrag ist vom 2012, also nach altem Recht. Zinssatz 3,9% p.a. gebunden bis 2027 effektiv 3,97%, mein Zinssatz für den Hauptdarlehensvertrag war 2,22%. Als Sicherstellung galt Abtretung von Lebensversicherungen /Rentenversicherungen und nicht die Grundschuld. Diese wurde auch nicht verlangt.
Vielen Danke für Ihre schnelle Hilfe

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 21.09.2017 | 14:21

Hallo
und vielen Dank für die Nachfrage. Im Jahr 2012 hatte das Zinsniveau für grundbuchlich gesicherte Darlehen noch zwischen 3 und 4 % p.a. gelegen, so dass die genannte Kondition auf das Vorliegen eines Immobiliardarlehens hindeutet. Wenn aber, wie Sie ausführen, eine Grundschuld nie verlangt wurde, fehlt diese zweite Voraussetzung, so dass nur die "kleine" VFE verlangt werden kann.

Mit freundlichen Grüßen

Thomas Henning
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 21.09.2017 | 15:28


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