Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
474.704
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Vorfaelligkeisentschaedigung - Sondertilgungen


| 10.12.2012 23:30 |
Preis: ***,00 € |

Kredite


Beantwortet von

Rechtsanwalt Marcus Schröter, MBA



Hallo,

Wir moechten unser Haus verkaufen und deshalb die Hypotheken ablösen. Fälligkeit fuer den Kaufpreis ist der 30.Dezember, Uebergabe fuer den 31.Dezember geplant.
Auf dem Haus liegen noch Hypotheken in Höhe von 120.00.- EUR. Zinssatz 3.62 %, Zinsbindungsfrist noch gut 12 Jahre. Jährliche Sonderzahlungsmoeglichkeit in Höhe von 70.000 EUR, fuer 2012 bereits ausgeschöpft.

Die Bank hat uns einen Aufhebungsvertrag geschickt mit 13.500 EUR Entschädigungszahlung. Berechnet offenbar fuer die gesamte Summe bis zum Ende der Laufzeit. Auch auf Nachfrage wurde diese Summe bestätigt. Sonderzahlungsmoeglichkeit offenbar nicht beruecksichtigt.

Meine Auffasung:
A) die Bank darf fuer die ersten 70.000 EUR fuer 4 Tage Entschädigung fordern, da wir ab 1. Januar 2013 ganz normal diese Summe einschießen dürfen
B) die Bank darf fuer die restlichen 50.000 EUR fuer gut 1 Jahr Entschädigung fordern, da wir am 1. Januar 2014 wieder bis zu 70.000 EUR einschießen dürfen.

Punkt A koennten wir sogar dadurch aushebeln, dass wir die Fälligkeit der Kaufpreiszahlung auf den 1. Januar verlegen - was von unserer Seite möglich wäre.

Wenn man mal annimmt, dass die Bank fuer 1,6% das Geld alternativ anlegen kann, wäre dann eine Summe von ca. 1.000 EUR fällig (+ Bearbeitungsgebuehr).

Ist meine Auffasung richtig oder darf die Bank die Sonderzahlunsmoeglichkeien "vergessen"

MfG
Harald Baumgart

Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten
Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich auf Grundlage Ihrer Angaben wie folgt beantworte.

Wie Sie richtig vermuten sind die Sondertiligungen bei der Berechnung der Vorfälligkeit entsprechend zu berücksichtigen. Hierfür werden bei Darlehensaufnahme entsprechende Zinszuschläge berlangt, so dass eine Nichtberücksichtigung der Sondertilgungsmöglichkeit Sie doppelt belasten würde.

Nach zwei Entscheidungen der Landgerichte Darmstadt (Urteil vom 23.08.2006) und Heidelberg (13.02.2006) sind vertragliche Sondertiligungsmöglichkeiten bei der Berechnung der Vorfälligkeitsentschädigung zu berücksichtigen.

Die Ansicht des OLG Frankfurt, wonach die writschaftliche Leistungsfähigkeit für eine Sondertilgung nachzuweisen wäre, folgen die Landgerichte nicht, sollte aber in Ihrem Fall auch nicht problematisch sein.

Dies ist auch in Einklang mit der BGH Rechtsprechnung, wonach bei der Ermittlung der Vorfälligkeitsentschädigung die Höhe des zinsgebundenen Kapitals zu berücksichtigen ist. Dies sind auch die Möglichkeiten der Sondertilgung.

Fordern Sie vorab eine Neuberechnung der Vofälligkeitsentschädigung, nicht dass die Bank Sie durch die Berücksichtigung einer Vorfälligkeit bei der Erteilung der Löschungsbewilligung unter Druck setzt.

Ich hoffe ich konnte Ihnen weiterhelfen und stehe Ihnen weiterhin gerne zur Verfügung.

Mit besten Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 11.12.2012 | 10:40

Vielen Dank für Ihre Antwort.
Wenn man annimmt, dass die Bank Ihre Sichtweise nicht akzeptiert bzw. nur die Verlegung des zahlungstermins auf den 2. Januar akzeptiert (was zu einer Halbierung der Entschädigung führen dürfte): würden Sie mir raten, die Aufhebungsvereinbarung zu unterschreiben? Eventuell unter Vorbehalt mit dem Hinweis, dass ich die Berechnung prüfen lassen werde? Am liebsten würde ich in einem solchen Fall nicht unterschreiben, aber ich bin unter sehr starkem zeitlichem Druck, da wir zum jahresende verkaufen wollen..

Schönen Gruss
Harald Baumgart

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 13.12.2012 | 22:21

Vielen Dank für die Nachfrage.

Die Aufhebungsvereinbarung sollten Sie nicht unterschreiben, da Sie dann mit einer Rückforderung der zuviel verlangten Vorfälligkeitsentschädigung ausgeschlossen sind. Teilen Sie der Bank mit, dass Sie den kaufvertrag schließen. Die Bank muss hier Löschungsbewilligung erteilen und wird voraussichtlich Löschung der Grundschuld nur gegen Zahlung der Darlehensvaluta zzgl. Vorfälligkeitsentschädigung vornehmen.

Hier können Sie aber im Nachgang den zuviel gezahlten Betrag zurückfordern ohne sich vorher durch eine Vereinbarung gebunden zu haben.

Mit besten Grüßen

Bewertung des Fragestellers 13.12.2012 | 10:25


Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

FRAGESTELLER 13.12.2012 5/5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 58786 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
4,8/5,0
Gute, fundierte Auskunft. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Vielen Dank für die ausführliche Antwort. Falls ich in dieser Angelegenheit einen Rechtsanwalt benötige, komme ich gerne auf Sie zurück. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Wie immer klare verständliche Antwort ...
FRAGESTELLER