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Vom Erbe ausgeschlossen... wie Testament anfechten?


13.12.2010 10:11 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Michael Böhler



Hallo!

Folgender Fall aus unserer Familie:

-mein Opa ist im Mai diesen Jahres verstorben, es gibt kein Testament
- meine Oma ist im Oktober verstorben, hat nach dem Tod ihres Mannes immer mehr abgebaut
- meine Tante wohnt im selben Haus, hat meine Oma zuletzt gepflegt(sie war aber auch lange Zeit im Krankenhaus)
- meine Oma hatte zwei Kinder: meine Tante und meine verstorbene Mutter
- mein Bruder und ich wohnen(schon immer) 300km weit weg von meiner Oma/Tante

So, nun haben wir am WE Post bekommen vom Amtsgericht wegen dem Erbe meiner Oma (der Fall meines Opas ist immer noch nicht abgeschlossen). Wir hatten immer ein sehr gutes Verhältnis zu unseren Großeltern.Nichts destotrotz hat unsere Oma Ende August ein handschriftliches Testament aufgesetzt, durch dieses wir enterbt sind und nur den Pflichtteil erhalten sollen.
Aus verschiedenen Quellen wissen wir, dass unsere Oma kurz bevor unser Opa verstorben ist, größere Summen vom Bankkonto abgehoben hat und unserer Meinung nach ihrer Tochter(unserer Tante) gegeben hat. Da unsere Tante trotz Arbeitslosigkeit ständig am anbauen und umbauen war/ist gehen wir davon aus, dass sie schon über längere Zeit regelmäßig Geld bekommen hat.
Außerdem vermuten wir, dass unsere Oma bei Aufsetzung des Testaments von ihrer Tochter + Familie beeinflusst wurde.

Welche Möglichkeiten haben wir denn jetzt? Würde es Sinn machen, dass Testament anzufechten? Könne wir "einfach so" ohne Grund enterbt werden? Wie steht es mit den Geldschenkungen zu Lebzeiten meiner Großeltern?

Wortlaut des Testaments:
"Das Erbteil von F....(Ehemann) soll für meine Enkel M.. und K... aus meinem Sparguthaben (abzüglich der Unkosten) ausgezahlt werden. Nach meinem Tod soll K... und M.... vom Nachlaß(abzüglich aller Kosten) das Pflichtteil erhalten. Meine Tochter M.... gehört das Auto. Für die Pflege soll sie den gesamten Nachlaß erhalten"

Freundliche Grüße
Kathrin

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Sehr geehrte Ratsuchende,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich auf Grundlage Ihrer Schilderung summarisch gerne wie folgt beantworte:

Zunächst einmal ist festzuhalten, dass eine Enterbung mittels Testament auch ohne weitere Begründung möglich ist. Ob eine Anfechtung des Testaments Ihrer Großmutter Erfolg versprechend ist, kann hier nicht abschließend beurteilt werden – dies hängt davon ab, ob Zweifel an deren Testierfähigkeit vorliegen, sie also noch geistig imstande war, einen letzten Willen zu äußern, § 2229 Abs. 4 BGB. Sie tragen hierfür die Beweislast – es muss gesagt werden, dass selbst bei Altersdemenz mittleren Grades oder nach einem Schlaganfall die Testierfähigkeit noch gegeben sein kann, etwa in sog. „lichten Zwischenräumen". Ob die Voraussetzungen des § 2078 Abs. 2 BGB vorliegen, also eine widerrechtliche Beeinflussung im Hinblick auf den Inhalt des Testaments durch Ihre Tante stattgefunden hat, müssten Sie ebenfalls beweisen.

Im Hinblick auf die Schenkungen zu Lebzeiten sind Pflichtteilsergänzungsansprüche nach § 2325 BGB möglich. Dabei ist die Regelung des § 2323 Abs. 3 BGB zu beachten, nach der die Schenkung nur im ersten Jahr vor dem Erbfall vollumfänglich und dann immer mit 1/10 pro Jahr weniger angesetzt wird.

Der Erbteil von F könnte als Vermächtnis an die Enkel zu qualifizieren sein, doch müssen für eine abschließende Einschätzung sämtliche Nachlasswerte bekannt sein.

Ich rate Ihnen daher dringend, einen Rechtsanwalt vor Ort mit der ausführlichen Prüfung und Vertretung Ihrer Interessen gegenüber Ihrer Tante zu beauftragen.

Mit freundlichen Grüßen

Michael Böhler
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 13.12.2010 | 20:41

Sehr geehrter Herr Böhler,

vielen Dank für Ihre schnelle Antwort.

Ich gehe davon aus, dass die Geldschenkungen an meine Tante nirgends notiert wurden, könnte man das denn mit Hilfe eines Anwalts überhaupt nachprüfen lassen, in welcher Höhe da Geld "geflossen" ist?

Vielen Dank!

Freundliche Grüße
Kathrin

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 13.12.2010 | 22:34

Sehr geehrte Ratsuchende,

Ihre Nachfrage beantworte ich gerne wie folgt:

Sie haben zwar einen Anspruch darauf, dass Ihre Tante Ihnen gegenüber Auskunft gibt, welche Schenkungen sie in den letzten 10 Jahren erhalten hat. Allerdings besteht das Risiko, dass nicht mehr nachvollzogen werden, welche Geldgeschenke geflossen sind, was hier ganz offen gesagt werden muss. Ihre Tante könnte behaupten, dass die Barmittel von der Großmutter verbraucht worden sind.

Gleichwohl sollten Sie einen Kollegen vor Ort mit der Wahrnehmung Ihrer Interessen beauftragen.

Mit freundlichen Grüßen

Michael Böhler
Rechtsanwalt

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