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Vogelkot auf Autodach


| 01.12.2014 12:51 |
Preis: ***,00 € |

Generelle Themen


Beantwortet von

Rechtsanwältin Dr. Elke Scheibeler


Zusammenfassung: Ein Wohnungseigentümer darf sein Sondereigentum nur in einer Art und Weise benutzen, dass die anderen Eigentümer nicht mehr als unvermeidbar beeinträchtigt werden. Das Füttern von Vögeln ist zu unterlassen, wenn auf angrenzenden Stellplätzen abgestellte Fahrzeuge übermäßig stark verkotet werden.


Ich bin Eigentümer einer Eigentumswohnung in einem Terrassenhaus. Meinem Eigentum ist ein Stellplatz zugewiesen, welcher auch Bestandteil meines Eigentums ist und mit Benummerung Bestandteil meiner Eigentumserklärung ist. Der Pkw-Stellplatz befindet sich teilweise unter überhängenden Terrassen.

Ein weiterer Eigentümer lockt mit Vogelfutter Wintervögel an, welche bei Abflug von der Futterstelle Koten mit dem Resultat, dass ständig mein PKW verkotet wird. Es befinden sich je Tag ca. 20 bis 50 erneute Ausscheidungen auf meinem Pkw. Die seitlichen Pkw, rechts und links, werden nicht verkotet; die Wintervögel nehmen immer die gleiche Abflugrichtung wahr. Die Futterstelle ist zwar ca. 30-40 cm innerhalb der Brüstung angebracht (Meisenknödel an Sträuchern ), jedoch koten die Vögel bei Abflug. Ein Vogelhaus steht im Abstand von ca. 100 cm innerhalb der Terrasse über meinem Pkw. Der Vogelkot auf meinem Pkw ist eklig und wird sicherlich auch den Lack angreifen. Ich muss in jeden 2. Tag entfernen - manchmal benutze ich eine Waschstrasse.

Seit Jahren bitte ich den Eigentümer, die Fütterung an der Stelle vorzunehmen, an welcher er bis vor vier Jahren die Fütterung vornahm. Hierbei wurde kein Pkw verschmutzt.

Nun zu meinen Fragen:
1) Habe ich die Verkotung zu ertragen?
2) Kann ich eine polizeiliche Anzeige erstatten wg. Sachbeschädigung.
3) Wie kann ich einen Sachverständigen (Vogelkundler) ermitteln, welche eine eindeutige Verbindung zwischen der Futterstelle und dem verkoteten Pkw begutachten kann.
4) Gibt es hierzu Gerichtsurteile, und wenn ja, welche?
5) Kann ich entstandene Kosten - Waschstrasse - von dem Eigentümer einfordern?
Sehr geehrter Fragesteller,

gerne beantworte ich Ihre Anfrage wie folgt:

1) Habe ich die Verkotung zu ertragen?
Soweit Sie beweisen können, dass die Verkotung Ihres Autos von der Futterstelle herrührt, nein.

Grundsätzlich dürfen die Wohnungseigentümer gemäß § 14 Nr. 1 WEG ihr Sondereigentum nur so gebrauchen, dass anderen Sondereigentümern kein Nachteil erwächst, der über das bei einem geordneten Zusammenleben unvermeidliche Maß hinausgeht. Gegen das Füttern von Vögeln an sich hätte ich keine Einwände, wenn jedoch Ihr Auto deswegen täglich gewaschen werden muss, sehe ich schon eine Beeinträchtigung Ihres Sondereigentums. Sie können vom Nachbarn gemäß § 1004 BGB Unterlassung verlangen, diesen notfalls verklagen. Alternativ besteht die Möglichkeit, dies auf einer Wohnungseigentümerversammlung zum TOP zu machen und zu Beschluss zu stellen, dass die Vögel an dieser Stelle nicht mehr gefüttert werden dürfen. Dann könnte auch die WEG den auf Unterlassung Nachbarn verklagen.

Eine Schlichtung ist in Baden-Württemberg seit 2013 vor Einreichung der Klage nicht mehr vorgesehen, wobei ich unterstelle, dass Ihre Eigentumswohnung in Baden-Württemberg liegt.

2) Kann ich eine polizeiliche Anzeige erstatten wg. Sachbeschädigung.

Die Verschmutzung Ihres Fahrzeuges ist sicherlich eine Sachbeschädigung unabhängig von der Frage, ob der Lack angegriffen wird. Allerdings ist damit zu rechnen, dass das Verfahren eingestellt wird und sie auf die Privatklage verwiesen werden, bei der Sie quasi selbst den Staatsanwalt spielen müssen. Da es Ihnen ja auch nicht weiterhilft, wenn Ihr Nachbar zu einer Geldstrafe verurteilt wird o.ä., dürfte der Zivilrechtsweg erfolgversprechender sein.

3) Wie kann ich einen Sachverständigen (Vogelkundler) ermitteln, welche eine eindeutige Verbindung zwischen der Futterstelle und dem verkoteten Pkw begutachten kann.

Ich würde hier einmal bei der Industrie- und Handwerkskammer anfragen. Ein solches Privatgutachten hat aber keine bindende Wirkung gegenüber dem Nachbarn, hier macht ggf. die Feststellung der Verursachung in einem Prozess mittels eines gerichtlich bestellten Sachverständigen mehr Sinn. Es könnten auch Zeugen angeboten werden, wenn Nachbarn bestätigen können, dass die Vögel von der Futterstelle auf Ihr Auto koten.

4) Gibt es hierzu Gerichtsurteile, und wenn ja, welche?
Ich habe hier das Urteil des AG Bottrop 20 C 55/12 vom 10.01.2013 bezüglich des Auslegens von Katzenfutter zum Anlocken von verwilderten Katzen zwecks ärztlicher Untersuchung in einr Wohnungseigentumsanlage ermitteln können. Bezüglich des Fütterns von Vögeln wurde soweit ersichtlich kein Urteil zu einem vergleichbaren Fall veröffentlicht.

5) Kann ich entstandene Kosten - Waschstrasse - von dem Eigentümer einfordern?

Ja.



Mit freundlichen Grüßen
Bewertung des Fragestellers 01.12.2014 | 15:29


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