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Vertragsänderung Arbeitsvertrag


25.11.2014 20:44 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Gerhard Raab



Ich arbeite seit 9 Jahren für meinen Arbeitgeber, die Firma wurde damals von meinem ehemaligen Chef gegründet. Eingestellt wurde ich als "Leiterin Marketing und Unternehmenskommunikation / Key Account Managerin", war aber damals naturgemäß ganz allein in dieser Funktion. Beim vorherigen Arbeitgeber (von wo mein Chef mich mitgenommen hat, der aber in der neuen Firma nur noch im Aufsichtsrat auftaucht) hatte ich die Funktion „Leiterin Unternehmenskommunikation und Investor Relations" und führte ein Team von drei Leuten.

Um mich für das Start-up zu gewinnen, wurde mir damals ein Home Office zugestanden - ich in Stadt A, die Fa. in B, 200 km entfernt. Und das ist, glaube ich, mein Verhängnis ... trotz aller Telemedien bin ich zu weit ab, bekomme nicht genug mit, weder von den Fakten noch von den "weichen Faktoren" im Unternehmen. Ich hatte auch immer den Eindruck, dass der GF (und mein direkter Vorgesetzter, der ebenfalls von meinem ehem. Chef mitgezogen wurde aus dem anderen Unternehmen) nicht besonders gut mit mir "kann", es gab in den Jahren viele Missverständnisse, oft hat er mich auch einfach überrollt - einzelne Aufgaben aus meinem Verantwortungsbereich einfach weggenommen oder Ähnliches. Ein offenes Gespräch dazu war nie möglich.

Irgendwann umging er dann meine Leitungfunktion ganz konkret, indem er zunächst eine persönliche Assistentin einstellte, die dann plötzlich zur Produktmanagerin und Online-Marketing-Managerin gemacht wurde. Dann kam vor 1,5 Jahren, angeblich um mich zu entlasten, eine Grafikdesignerin dazu, die aber an ihn berichtet, nicht an mich. Dann eine Auszubildende in dem Bereich, die aber natürlich auch in B angesiedelt ist und an ihn berichtet.

Ende letzten Jahres dann drohte eine geschäftliche Krise. Die Besserverdiener sollten auf Gehalt verzichten, was auch alle taten, ich auch. Wissend, dass gerade die Marketing-Kosten als erste beschnitten werden (und ohne Budget keine Aufgaben für mich) bot ich an, vertrieblich mitzuhelfen (zu 40%).

Nun ist das eine Jahr, für das dieses vereinbart war, beinahe zu Ende, und mein Chef hat mir zu verstehen gegeben, dass er mich gerne komplett in der Vertriebsschiene sähe. Nicht, weil ich schon so tolle Erfolge im Vertrieb erzielt hätte, ist meine Befürchtung, sondern weil er gerne diese unglückliche Marketing-Situation mit mir in A und drei Mädels in B beenden möchte. Vielleicht aber auch nur, um meinen Vertrag zu ändern und mich dann rauszuschmeißen, wenn ich nicht gut genug performe…? (Andererseits habe ich auch schon mal einen Job als Abteilungsleiterin verloren, weil die Finanzinvestoren im Hintergrund sparen wollten und argumentierten, die Leitungsfunktion könne auch der GF in Personalunion übernehmen, und kamen damit durch.)

Ich bin unsicher, was ich tun soll. Ich fühle, dass alles anders gelaufen wäre, wäre ich damals nach B. mitgegangen. Ist aber jetzt müßig. Ich weiß auch, dass ich über kurz oder lang immer weiter aus der Marketing-Schiene gedrängt werde – bin einfach allein und zu weit weg. Ich fürchte also, ich habe eh kaum eine andere Wahl, als den Sprung in den Vertrieb zu wagen – ohne Leitungsfunktion.

Meine Fragen: Was raten Sie mir, bei der Vertragsänderung zu beachten, insbesondere hinsichtlich einer möglichen späteren Abfindungsverhandlung? Habe ich evtl. schon zuvor versäumt, etwas zu unternehmen, nämlich als er Marketing-Funktionen nicht vertragsgemäß unter mir ansiedelte?



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Sehr geehrte Fragestellerin,

zu Ihrer Anfrage nehme ich wie folgt Stellung:


1.

Ihre Position im Betrieb ist durch die Home Office Tätigkeit sicherlich ungünstig. Da hilft es auch nicht, wenn Sie laut Arbeitsvertrag als "Leiterin Marketing und Unternehmenskommunikation/Key Account Managerin" eingestellt sind.

Wie Sie selbst festgestellt haben, sind Sie vom Geschehen zu weit weg mit der Folge, das der Betrieb an Ihnen vorbei zu laufen scheint. Die Funktion der Leiterin steht, so mein Eindruck aufgrund Ihrer Schilderung, lediglich auf dem Papier.


2.

Aus Ihrer Sachverhaltsschilderung geht nicht hervor, ob Ihre angedachte Tätigkeit im Vertrieb in A oder in B ausgeübt werden soll. Ich vermute, daß Ihre Home Office Tätigkeit enden soll und daß Sie künftig in B tätig sein werden.

Bezüglich des Arbeitsvertrags reicht es aus, wenn Ihre Tätigkeit entsprechend Ihrer künftigen Aufgaben genannt wird. Ob weitere Änderungen des aktuellen Arbeitsvertrags notwendig oder erstrebenswert sind, kann ich natürlich nicht beurteilen, da ich den bestehenden Arbeitsvertrag nicht kenne.

Was eine eventuelle Abfindung im Fall der Beendigung des Arbeitsverhältnisses angeht, haben Sie diesbezüglich bei der Gestaltung des Arbeitsvertrags keine Einflußmöglichkeit.

Das ergibt sich aus dem Charakter der Abfindung, die im Fall der arbeitgeberseitigen Kündigung des Arbeitsverhältnisses gezahlt werden kann. Nur am Rande sei erwähnt, daß diese Thematik im Regelfall nur dann relevant wird, wenn das Kündigungsschutzgesetz greift.


3.

Daß Sie bereits zuvor etwas versäumt haben, würde ich so nicht unbedingt sehen. Außer vielleicht, daß das Konstrukt "Leitung" und Home Office zum Scheitern verurteilt ist.

Sie dürfen nicht vergessen, daß Titel wie "Leitung" den Arbeitgeber nicht hindern (können), neue Betriebsstrukturen zu schaffen und Hierarchien zu ändern. Das liegt im arbeitgeberseitigen Direktionsrecht.

Mehr kann man man in diesem Rahmen und auf der Grundlage des beschriebenen Sachverhalts leider nicht sagen.


Mit freundlichen Grüßen

Gerhard Raab
Rechtsanwalt
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