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Versorgungsausgleich Beamter / Angestellter


23.11.2014 09:54 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Zusammenfassung: Im Versorgungsausgleichsrecht gilt der sogenannte Halbteilungsgrundsatz


Guten Morgen, folgender Sachstand, bin Beamter (A11) 1962 geboren, seit 1990 verheiratet und werde vsl. 2015 geschieden (knapp 25 Ehejahre).

Die Frage betrifft Grundsätzliches und keine Ausrechnung eines Versorgungsausgleiches.

Bin seit 1981 Beamter und muss bis zum GJ 2028 arbeiten (66+8 Mon) - also 47 Jahre

Hier müsste doch die Formel 25/47 (53%) gelten da die Arbeitszeit verlängert wurde.

Ist es richtig, dass meine Frau 25/40 (62,5%) für den Versorgungsausgleich angerechnet werden und was passiert wenn sie vor ihrem Renteneintritt verstirbt? Bleibt die Kürzung dann bestehen oder wird wieder zurückentlastet?

Vielen Dank!!!
23.11.2014 | 10:59

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen wie folgt beantworten:

Im Versorgungsausgleichsrecht gilt der sogenannte Halbteilungsgrundsatz. Dies bedeutet, dass alle in der Ehezeit von den Eheleuten erwirtschafteten Rentenanwartschaften bei Ehescheidung festgestellt und dann geteilt werden.

Berechnungsgrundlagen für die Versorgungsbezüge eines Beamten sind die ruhegehaltfähigen Dienstbezüge und die ruhegehaltfähigen Dienstzeiten. Als ruhegehaltsfähig im Sinne des Versorgungsausgleichs gilt das Grundgehalt, wohingegen der Familienzuschlag oder Leistungszulagen nicht mit einbezogen werden.

Zudem gilt für Beamten die Sondervorschrift des § 44 Versorgungsausgleichsgesetz. Hiernach für Anrechte aus einem Beamtenverhältnis oder einem anderen öffentlich-rechtlichen Dienstverhältnis die Grundsätze der zeitratierlichen Bewertung anzuwenden. Näheres regelt wiederum § 40 Versorgungsausgleichsgesetz.

Befindet sich demgemäß ein Anrecht in der Anwartschaftsphase und richtet sich der Wert des Anrechts nicht nach den Grundsätzen einer unmittelbaren Bewertung so ist der Wert des Ehezeitanteils auf der Grundlage eines Zeit-Zeit-Verhältnisses zu berechnen.
Zu ermitteln ist die Zeitdauer, die bis zu der für das Anrecht maßgeblichen Altersgrenze höchstens erreicht werden kann (n). Zudem ist der Teil dieser Zeitdauer zu ermitteln, der mit der Ehezeit übereinstimmt (m). Der Wert des Ehezeitanteils ergibt sich, wenn das Verhältnis der in die Ehezeit fallenden Zeitdauer und der höchstens erreichbaren Zeitdauer (m/n) mit der zu erwartenden Versorgung (R) multipliziert wird (m/n x R).

Leider kann ich Ihre Angaben in der Fragestellung nicht prüfen, insbesondere auch nicht bezüglich Ihrer Ehefrau, insbesondere auch nicht dahingehend, ob bei dieser ebenfalls eine zeitratierliche Berechnung durchzuführen ist.
Letztendlich ist aber auf die tatsächlichen Gegebenheiten zum Zeitpunkt der Scheidung abzustellen und zwar auch hinsichtlich des künftigen Eintritts in das Pensionsalter bzw. die künftige Dienstzeitdauer.


Wenn Ihre dann geschiedene Ehefrau versterben sollte, bevor sie die Rente in Anspruch nehmen konnte, wird auf Antrag der Versorgungsausgleich und damit die Kürzung rückgängig gemacht. Die gilt auch für den Fall, dass ein Rente/Versorgung nicht länger als 36 Monate bezogen worden ist.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Tobias Rösemeier
Fachanwalt für Familienrecht

Nachfrage vom Fragesteller 23.11.2014 | 11:46

Vielen Dank für die schnelle Rückmeldung. Auch aus den Paragraphen geht nicht eindeutig hervor ob 40 Jahre zählen da 40x 1,79375 die Höchstgrenze von 71,75% erreichen. Meines Erachtens wäre 47 richtiger, da ja ein Abzug droht , falls vorher in Pension gegangen wird als mit 66J + 8 Mon (Baujahr 1962).

Meine Frau hat während der Ehe nur 1 Jahr gearbeitet, war zuhause wegen Kindererziehungszeiten (2 Kinder- insg. 5 Jahre 1x vor 1992 und 1x später).
Schwierig wird halt sein wie Rentenpunkte (6) mit der Beamtenversorgung auf einen Nenner gebracht werden.

Gibts hier ein Modell dazu?

Danke und schönen Sonntag

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 23.11.2014 | 11:58

Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Nachfrage.

Zum besseren Verständnis folgendes:

Beim Versorgungsausleich werden die jeweiligen Anwartschaften der Ehegatten geteilt. Beamtenversorgung und gesetzliche Anwartschaften in der Rentenversicherung bei Angestellten werden nicht miteinander verrechnet. Vielmehr werden bei Scheidung für den jeweils anderen Ehegatten aufgrund der Teilung gesonderte Anwartschaftskonten begründet.

Hierneben ist klarzustellen, dass bei Ihrer Frau aufgrund der Natur der gesetzlichen Anwartschaften in der Rentenversicherung keine zeitratierliche Berechnung vorgenommen wird, wie bei Beamten. Hier wird konkret ausgerechnet, welche Anwartschaften bisher während der Ehezeit tatsächlich erwirtschafteten worden sind. Mithin kommt es somit nicht auf ein etwaigen Renteneintrittsalter der Ehefrau an.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen die etwas komplizierten Regelungen und Maßgaben des Versorgungsausgleichs näher bringen.

Gegebenenfalls kontaktieren Sie mich per Mail, wenn weitere Unklarheiten bestehen.


ANTWORT VON

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