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Versicherungsleistung nach Brand durch heiße Asche in Mülltonne


05.08.2010 08:17 |
Preis: ***,00 € |

Versicherungsrecht, Privatversicherungsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Sven Kienhöfer


| in unter 2 Stunden

Durch einen Brand, ausgelöst durch Grillasche in der Mülltonne wurde ein Balkon und Teile der Fassade beschädigt.
Die Asche wurde vor dem Einfüllen in die Biotonne auf Glutstückchen überprüft und war kalt. Leider kam es Stunden später doch zu einer Entzündung.
Die Versicherung will wegen unserer Mitschuld nur einen Teil der Kosten bezahlen.
Unsere Frage: besteht für uns Aussicht, den kompletten Schaden bezahlt zu bekommen? Gibt es einen Mindestzeitabstand, der vor der Entsorgung der Grillasche eingehalten werden muss und wenn ja, wie groß ist dieser? Reicht es aus, die Temperatur der Asche mit der Hand zu überprüfen oder müssen grundsätzlich weitere Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden? In unserem Fall wurde mittags gegrillt, abends die Asche entsorgt und in der Nacht hat es gebrannt. Ist dies als GROB fahrlässig anzusehen?
Vielen Dank für Ihre Antwort.
05.08.2010 | 09:33

Antwort

von

Rechtsanwalt Sven Kienhöfer
148 Bewertungen
Sehr geehrte Fragestellerin,

auf Grundlage des von Ihnen geschilderten Sachverhaltes möchte ich Ihre Frage gerne wie folgt beantworten:

Ihr handeln wird sich an folgender gerichtlicher Definition messen lassen müssen:
Grob fahrlässig handelt, wer die im Verkehr erforderliche Sorgfalt gröblich, d.h. im hohen Grade, außer Acht lässt und nicht beachtet, was unter den gegebenen Umständen jedem einleuchten musste. In subjektiver Hinsicht muss es sich weiterhin um ein schlechthin unentschuldbares Fehlverhalten gehandelt haben, das das gewöhnliche Maß erheblich übersteigt.

Aus meiner Sich wird das entscheidende Kriterium für die Leistungspflicht der Versicherung der Nachweis sein, inwiefern die Asche schon abgekühlt war bzw. als wie leicht entflammbar die Biotonne anzusehen ist.
Eine Mindestabkühlzeit für Asche ist nicht festgelegt, ein Leitfaden für weitere Vorsichtsmaßnahmen ist ebenfalls nicht vorhanden. Ihr handeln muss sich eben an o.g. Definition messen lassen.

Das LG Bremen hat in einem ähnlichen Fall z.B. bei unbeaufsichtigtem Zurücklassen eines mit Asche gefüllten Kunststoffeimers in der Wohnung grobe Fahrlässigkeit bejaht. Das OLG Köln hat dagegen eine Obliegenheitsverletzung des Versicherungsnehmers in einem ähnlichen Fall verneint.
In diesem Bereich kommt es immer grundsätzlich zu individuellen Einzelfallentscheidungen, deshalb landen auch überdurchschnittlich viele dieser Fälle vor Gericht.

Meiner Erachtens sollten Sie den zukünftigen Schriftwechsel mit der Versicherung direkt über einen Anwalt führen. Oftmals werden die Versicherungen bei Einschaltung eines Rechtsanwaltes hinsichtlich der Zahlungsbereitschaft doch deutlich kooperativer.

Ich hoffe, diese Ausführungen haben Ihnen bei Ihrem rechtlichen Problem weitergeholfen. Für eine weitere Beratung stehe ich Ihnen selbstverständlich zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Sven Kienhöfer
Rechtsanwalt


Nachfrage vom Fragesteller 05.08.2010 | 13:16

Vielen Dank für Ihre Antwort.
Können Sie mir auch einen Verweis zu den oben genannten Urteilen oder ähnlichen nennen?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 05.08.2010 | 13:20

Sehr geehrte Fragestellerin,

ich habe Ihnen gerade eine E-Mail mit Informationen zu den Urteilen geschrieben.

Mit freundlichen Grüßen

Sven Kienhöfer
Rechtsanwalt

ANTWORT VON
Rechtsanwalt Sven Kienhöfer
Waldstetten

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