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Vernehmung bei Ladendiebstahl


01.07.2005 00:08 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht



Guten Tag,

Vor ca. einer Woche bin ich in einer Drogerie beim Ladendiebstahl im Wert von ca. 30€ (Make up) erwischt worden.
Es wurden meine Personalien aufgenommen und ich bekam Hausverbot und den Hinweis das ich angezeigt werde. Eine Geldstrafe oder Fangprämie musste ich nicht bezahlen. Es war mein erster Diebstahl (und bestimmt auch letzter). Das ich eine Strafe erhalten werde, ist mir klar, aber vor was ich am meisten Angst habe,ist das die Polizei persönlich bei mir auftaucht um Fragen zu stellen, denn meine Angehörigen sollen davon nichts erfahren. Kann das passieren oder bekomme ich schriftlich was zugeschickt? Und wie lange muss ich darauf warten? Oder soll ich mich bei der
Polizei melden? Noch eine Frage: Bin ich dann automatisch vorbestraft?

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Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

zunächst vielen Dank für Ihre Anfrage.

Wenn die Drogerie den Ladendiebstahl bei der Polizei angezeigt hat, wird man gegen Sie zunächst ein Ermittlungsverfahren einleiten. Im Rahmen dieses Verfahrens werden Sie als Beschuldigte auch vernommen werden. In aller Regel wird diese "Vernehmung" bei derartigen Straftaten so durchgefürhrt, dass Sie im Rahmen eines polizeilichen Schreibens aufgefordert werden, schriftlich zu dem gegen Sie erhobenen Vorwurf Stellung zu nehmen. Es kann auch sein, dass Sie zu einer Vernehmung geladen werden. Für äußerst unwahrscheinlich halte ich es, dass Polizeibeamten zum Zwecke der Vernehmung bei Ihnen persönlich erscheinen. Ich rate Ihnen daher, zunächst das polizeiliche Schreiben abzuwarten.

Sollte das Verfahren nicht wegen Geringfügigkeit eingestellt werden, müssen Sie allenfalls mit einer geringen Geldstrafe rechnen. Denn zum einen handelt es sich "nur" um einen Diebstahl geringwertiger Sachen und zum anderen sind Sie bislang strafrechtlich noch nicht in Erscheinung getreten.

Kommt es gleichwohl zu einem gerichtlichen Verfahren und zu einer Verurteilung, so wären Sie dann tatsächlich vorbestraft. Aber zu Ihrer Beruhigung: In ein Privatführungszeugnis, welches beispielsweise zur Vorlage bei einem Arbeitgeber in der Regel ausreicht, wird eine Verurteilung zu einer Geldstrafe von bis zu 90 Tagessätzen oder einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Monaten nicht aufgenommen, sofern nicht bereits eine andere Verurteilung registriert ist. Dieses Strafmaß wird in Ihrem Falle nun ganz bestimmt nicht erreicht. Nur in einem behördlichen Führungszeugnis werden auch Verurteilungen mit einem verhältnismäßig geringen Strafmaß aufgenommen.

Ich hoffe, Ihnen mit diesen Ausführungen etwas weiter geholfen und beruhigt zu haben.

Mit freundlichen Grüßen


Ingo Kruppa
Rechtsanwalt
www.kruppa-ruprecht.de
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