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Vermieter lehnt Kündigung wegen zu spätem Zugang des Kündigungsschreibens ab


31.12.2004 10:09 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum



Sehr geehrte Damen und Herren,

bei mir handelt es sich um ein etwas grösseres Problem. Ich versuche jedoch so kurz und trotzdem genau zu formulieren.

Ich bewohne seit dem 01.01.2004 ein Zweifamilienhaus mit meiner Lebensgefährtin. Die zweite Partei sind unsere Vermieter.

Im September haben wir unsere Kündigung persönlich zu den Vermietern gebracht. (Fristgerechte Kündigung zum 31.12.04)
Der Grund für die Kündigung war, dass meine Freundin Arbeitslos wurde.
Die Vermieter haben die Kündigung annerkannt und uns gebeten diese nochmal mitzunehmen um sie sauber abzuschreiben(Hintergrund: Kündigung war Handschriftlich wegen druckerproblemen)
Dies stellte sich für uns als kein Problem da.
Die Vermieter sagten:"Lassen sie sich ruhig Zeit wir fahren in einer Woche erst in eine Kur. Es reicht wenn die Kündigung da ist wenn wir zurückkommen nach 3 Wochen." Ein Paar Tage später stand die Wohnung in der Zeitung beziehbar zum 01.01.05. (Den Zeitungsausschnitt haben wir aufbewahrt.) Es kamen 2 Interessenten doch die haben abgelehnt.
Dann sind die Vermieter in Kur gefahren und wir haben als sie zurückkamen nach 3 Wochen die Abschrift der Kündigung abgegeben.

ca 3 Tage später kam die Vermieterin zu mir und sagte sie erkennt die Kündigung nicht an da sie zu spät eingereicht war.
Wir müssen noch für januar 05 bezahlen.

Dies haben wir nicht eingesehen und sind auch ausgezogen. Gestern wollten wir die Wohnung übergeben. Die Vermieter verweigerten die Übernahme und weigerten sich uns die Zählerstände mitzuteilen.
Sie sagten auch das sie in der Wohnung waren und die Heizung angestellt haben, und durch alle Räume gegangen sind. Dafür haben sie sich bei uns jedoch keine Erlaubnis geholt was für mich Hausfriedensbruch ist. Desweitern werden wir des Diebstahls beschuldigt ein Badezimmerregal mitgenommen zu haben obwohl keins bei Einzug vorhanden war!

Was sollen wir nun tun? Wir haben nach unserer Sicht nichts falsch gemacht! Die Vermieter bestehen auf Zahlung für Januar 05

Mit freundlichem Gruss

Maik Hofmann

PS: Ich hoffe das ist verständlich
Sehr geehrter Ratsuchender,

leider sind Sie ín die unschöne Situation geraten, dass man Ihr Vertrauen und die bisher offensichtlich guten Beziehungen schamlos ausnutzt, um sich selbst schadlos zu halten. Es ist nicht zu übersehen, dass Ihre Vermieter sich jetzt so verhalten, weil Ihnen mangels Neuvermietung die Miete für Januar anderenfalls "flöten gehen" würde.

Also zunächst bleibt festzuhalten, dass Sie mit Ihrer handschriftlichen Kündigung im September ordnungsgemäß und fristgerecht gekündigt haben. Da für die Kündigungserklärung keine Form vorgeschrieben ist, hätte Sie auch auf einem Bierdeckel stehen können, ohne dass dies etwas an der Wirksamkeit ändert.

Diese Kündigungdserklärung ist Ihren Vermietern auch zugegangen, so dass - um es nochmal festzuhalten - ordnungsgemäß zu Ende Dez. gekündigt worden ist.

Problematisch ist jetzt natürlich die Beweisbarkeit. Ich entnehme Ihrer Schilderung, dass Sie und Ihre Lebensgefährtin gemeinsam die Kündigung an das Vermieterpaar übergeben haben. Das führt zu der unschönen Situation, dass hier Aussage gegen Aussage steht. Wirklich retten könnte Sie daher nur, wenn Sie zu zweit die Kündigung nur an einen vom Vermieterpaar übergeben haben, ohne dass der andere dabei war. Das würde Ihre Beweissituation verbessern.

Leider kann man allein aus der Tatsache, dass die Wohnung zum 1.1. inseriert wurde keinen Beweis ableiten, dass zum 31.12. wirksam gekündigt wurde. Ebenso ist es eher ein schwaches Indiz, dass Sie bereits raus waren und Ihre Vermieter die Wohnung betreten haben.

Ich kann Ihnen daher eigentlich nur raten, nach Möglichkeit eine gütliche Einigung herbeizuführen zu versuchen; bsp. Zahlung der halben Miete für Januar o.ä. Werfen Sie aber die Flinte nicht zu schnell ins Korn. Warten Sie erst einmal ab, ob die Vermieter tatsächlich so weit gehen würden, die Zahlung z.B. gerichtlich durchzusetzen.

Bedenken Sie, dass Sie in einer denkbar schlechten Beweissituation stecken. Das Risiko, dass die Gegenseite anwaltliche Hilfe sucht oder gar Zahlungsklage gegen Sie einreicht, sollten Sie daher nur eingehen, wenn Sie rechtsschutzversichert sind. Andernfalls laufen Sie Gefahr, dass neben der Januarmiete auch noch Anwalts- und Gerichtskosten an Ihnen hängen bleiben.

Ich bedauere, Ihnen keine positivere Auskunft geben zu können. Ihnen wird letztlich nur die traurige Erkenntnis bleiben, dass beim Geld die besten Beziehungen schnell auf der Strecke bleiben und man in jeglichen vertraglichen Angelegenheiten das eigene Vertrauen in die Ehrlichkeit des anderen hinter die Rechtssicherheit zurückstellen sollte.

Mit freundlichen Grüßen

Thomas J. Lauer
Rechtsanwalt
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