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Vermieter arbeitet als Makler in der Immobilienfirma - Provision rechtens?


| 03.12.2013 22:32 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von

Rechtsanwalt Jan Wilking



Wir sind kurz davor, einen Mietvertrag für ein Haus zu unterschreiben. Es wäre auch die übliche Provision fällig. Die Arbeit der Immofirma war alles andere als zufriedenstellend. Kontaktaufnahme von mir über Immoscout. Besichtigungstermin mit Makler 1 stattgefunden. Unterlagen eingereicht. Nie wieder etwas gehört. Nach mehrmaligen Nachfragen schließlich Absage. Nachdem das Haus weiterhin inseriert war, nochmalige Kontaktaufnahme mit Makler 2 derselben Firma, da Makler Nr. 1 wie üblich nicht erreichbar war. Daraufhin Anruf von Makler Nr. 1, hätte alles versucht, Vermieter wollten aber nicht. Am selben Tag noch persönliches Absageschreiben der Vermieter. Nach 2 Tagen Kontaktaufnahme der Vermieter per eMail direkt bei mir: Es wäre wieder alles offen. Dann Treffen mit Vermieter und nochmalige Besichtigung (ohne Anwesenheit eines Maklers). Nun sind wir uns einig - und jetzt kommt der Makler wieder ins Spiel. Hatte einen Anruf von Makler Nr. 3 derselben Firma, der den Mietvertrag machen möchte. Zu guter Letzt habe ich jetzt noch auf der Website der Immofirma festgestellt, dass mein Vermieter für die Immobilienfirma als Immobilienmakler arbeitet.

Müssen wir tatsächlich Provision zahlen?
Vielen Dank für Ihre Einschätzung.

Einsatz editiert am 03.12.2013 22:41:48
Sehr geehrte Ratsuchende,

gerne beantworte ich Ihre Anfrage unter Berücksichtigung Ihrer Sachverhaltsschilderung und Ihres Einsatzes wie folgt:

Gemäß § 652 BGB, § 2 Absatz 1 WoVermRG kann ein Makler bereits mit dem Nachweis die Provision verdient haben, ohne dass es auf weitere Vermittlungsbemühungen ankommt. Für eine provisionspflichtige Nachweistätigkeit reicht es daher aus, dass eine Besichtigung stattgefunden hat und Namen und Anschrift des Vermieters genannt wurden.

Da eine solche Nachweistätigkeit nach Ihren Angaben vorgenommen wurde, dürfte ein Provisionsanspruch der Maklerfirma dem Grundsatz nach zu bejahen sein.

Es wäre allerdings nach Ihrer Schilderung zumindest denkbar, dass dieser Anspruch wegen der engen wirtschaftlichen Verknüpfung zwischen Vermittler und Vermieter ausnahmsweise nicht besteht. Denn hier könnte § 2 Absatz 2 Nr. 2 WoVermRG greifen, der auch anwendbar ist, wenn aufgrund des äußeren Erscheinungsbildes des Geschäftsgebarens des Maklers Zweifel an dessen Unabhängigkeit vom Vermieter bestehen. Solche Zweifel könnten hier durchaus begründet sein, wenn der Vermieter selbst für die Maklerfirma arbeitet. Da dieser Fall aber nicht explizit im Gesetz geregelt ist, käme es hier im Streitfalle auf die Einschätzung der entscheidenden Richter an, die schwer hervorgesagt werden kann.

Es gibt also durchaus Ansatzpunkte, um sich gegen ein Provisionsverlangen zu wehren. Aufgrund des nicht geringen Prozessrisikos für beide Seiten sollte aber wenn möglich eine vergleichsweise Regelung angestrebt werden.


Ich hoffe, Ihnen eine erste hilfreiche Orientierung ermöglicht zu haben. Bei Unklarheiten benutzen Sie bitte die kostenfreie Nachfragefunktion.

Bedenken Sie bitte, dass ich Ihnen hier im Rahmen einer Erstberatung ohne Kenntnis aller Umstände keinen abschließenden Rat geben kann. Sofern Sie eine abschließende Beurteilung des Sachverhaltes wünschen, empfehle ich, einen Rechtsanwalt zu kontaktieren und die Sachlage mit diesem bei Einsicht in sämtliche Unterlagen konkret zu erörtern.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 03.12.2013 | 23:28

Vielen Dank für die qualifizierte Beantwortung. Wie hoch schätzen Sie eine "Gewinnchance" vor Gericht ein - bzw. wo läge in etwa ein realistisches Vergleichsangebot (Beispiel: 50% der Gesamtprovision?)

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 04.12.2013 | 08:28

Vielen Dank für Ihre Nachfrage, die ich wie folgt beantworten möchte:

Der Hauptvertrag muss wie bereits ausgeführt mit einem vom Makler verschiedenen Dritten geschlossen werden, um einen Provisionsanspruch zu begründen. Dies folgt aus der Selbstständigkeit und Unabhängigkeit des Maklers. Haben Sie den Maklervertrag mit der Maklerfirma geschlossen, für die der Vermieter arbeitet, kann man durchaus eine wirtschaftliche Verflechtung bejahen. In diesem Fall würde ich das Prozessrisiko tatsächlich etwa hälftig einschätzen und daher ein Vergleichsangebot von 50 % als realistisch betrachten.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen weiterhelfen und verbleibe

mit freundlichen Grüßen

Bewertung des Fragestellers 03.12.2013 | 23:20


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