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Vermessung eines Teilgrundstücks


02.09.2009 17:58 |
Preis: ***,00 € |

Grundstücke


Beantwortet von

Rechtsanwalt Karlheinz Roth




Es liegt ein notariell beurkundeter Kaufvertrag über ein Grundstück vor.
In dem Vertrag heißt es, dass
1. eine noch zu vermessende ca. 2.535 qm große Teilfläche eines 2.816 qm großen Grundstücks verkauft wird. Der Verkäufer verpflichtet sich, die Teilfläche bis zum 31.12.2008 vermessen zu lassen. (§ 1 des Vertrages).
2. Der Verkäufer veranlasst die Vermessung (§ 4 des Vertrages).
3. Die Vermessungskosten trägt der Verkäufer (§ 7 des Vertrages).

Das ursprüngliche Grundstück wurde also geteilt.
Ergebnis ist nunmehr, dass mein (Teil-)Grundstück (A/2) jetzt 2.520 qm betragen soll und das andere Teilgrundstück mit 296 qm (A/1) aus dem ursprünglichen Grundstück heraus gemessen worden ist.
Für das kleine Teilgrundstück von 296 qm (A/1) sind Grenzsteine an der Grenz neu gesetzt worden.
Bei meinem größeren Teilgrundstück (A/2) sind keine (weiteren) Grenzsteine zu finden, so dass die Grenzen optisch unklar sind.
Deshalb fragte ich bei dem zuständigen Katasteramt an, wie es auf die Fläche des Reststückes über 2.520 qm (A/2) denn gekommen ist und dieses antwortete wie folgt:
- Durch die Vermessungsstelle xy wurde eine Zerlegungsvermessung auf dem historischen Flurstück A durchgeführt, dazu wurden die erforderlichen Flurstücksgrenzen, gegen die Flurstücke B und C überprüft, das zu zerlegende Flurstück A wurde dabei NICHT komplett untersucht,
- die neue Flurstücksgrenze, Flurstück A/1 gegen Flurstück A/2, wurde festgestellt und abgemarkt,
- die dabei ermittelten Koordinaten waren die Grundlage der Flächenberechnung des Flurstückes A/1
- für das Flurstück A/2 erfolgte die Flächenberechnung mittels Rest durch Abzug, d. h. von der gebuchten Fläche des Flurstückes A = 2.816 qm wurde die berechnete Fläche des Flurstückes A/1 = 296 qm abgezogen, die sich daraus ergebende Fläche des Reststückes beträgt 2.520 qm.

Da ich der Ansicht bin, dass zwar das Teilstück A/1 nun vermessen worden ist, aber nicht mein Teilstück A/2, forderte ich den Verkäufer auf, die Vermessung zu veranlassen; dieser verneint aber eine Verpflichtung hierzu.
Ich möchte, dass der Verkäufer das Teilstück A/2 vermessen lässt, zumal die Grenzen unklar sind, weil nicht zu erkennen (inzwischen wurden eingemauerte Grenzsteine in der Hauswand gefunden); lediglich die Abgrenzung von A/1 zu A/2 ist jetzt klar.

Meine Fragen:
1. Ist es richtig, dass sich aus den genannten Vertragsstellen für den Verkäufer eine Vertragspflicht ergibt, das Teilgrundstück A/2 tatsächlich vermessen zu lassen?
2. Falls ja, wie soll ich weiter vorgehen, damit das Grundstück möglichst bald tatsächlich vermessen wird?
3. Oder muss ich mich damit begnügen, dass mein Teilstück A/2 durch eine Substraktionsmethode (gebuchte Fläche 2.816 qm minus vermessene und berechnete Teilfläche A/1 296 qm = 2.520 qm) errechnet wurde und trotzdem als „vermessen“ gilt?
02.09.2009 | 21:31

Antwort

von

Rechtsanwalt Karlheinz Roth
751 Bewertungen
Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich auf der Grundlage der von Ihnen gemachten Angaben wie folgt beantworte.
Durch Weglassen oder Hinzufügen weiterer Sachverhaltsangaben Ihrerseits kann die rechtliche Beurteilung anders ausfallen, so dass die Beratung innerhalb dieses Forums lediglich eine erste rechtliche Orientierung in der Sache darstellt und keinesfalls den Gang zu einem Kollegen vor Ort ersetzen kann.

Dies vorausgeschickt wird das Folgende ausgeführt:

Mit der noch zu vermessenden Teilfläche von ca. 2.535 qm ist nach dem Vertrag Ihr Teilgrundstück A/2 gemeint, so dass sich insoweit der Verkäufer vertraglich verpflichtet hat, die entsprechende Vermessung zu veranlassen.

Bei Ihnen wurde eine Zerlgungsvermessung durchgeführt, d.h. die katastertechnische Aufteilung eines Flurstücks in mehrere selbstständige Flurstücke und ist immer dann notwendig, wenn aus einem bisher eigenständig nummerierten Flurstück oder Grundstück eine Teilfläche für sich eigenständig nachgewiesen werden soll.

Bei einer Zerlegungsvermessung werden durch eine örtliche Vermessung bestehende Flurstücksgrenzen festgestellt und neue Flurstücksgrenzen festgelegt und auf Antrag mit Grenzmarken gekennzeichnet (abgemarkt).

Eine Vermessung ist insoweit bereits vorgenommen worden. Sie können aber auf Antrag verlangen, dass die bestehenden Flurstücksgrenzen auch mit Grenzmarken gekennzeichnet werden.

Ich hoffe, dass ich Ihnen in der Sache weiterhelfen konnte.
Für eine kostenlose Rückfrage stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung. Sollten Sie eine darüber hinausgehende Vertretung in Erwägung ziehen, empfehle ich Ihnen eine Kontaktaufnahme über die unten mitgeteilte E-Mail-Adresse. Die moderne Kommunikation ermöglicht insoweit auch die Überbrückung größerer Entfernungen.



Nachfrage vom Fragesteller 03.09.2009 | 09:54

Sehr geehrter Herr Roth, vielen Dank für Ihre schnelle Beantwortung.
Sie schreiben, auf Antrag kann ich verlangen, dass die bestehenden Flurstücksgrenzen auch mit Grenzmarken gekennzeichnet werden; Frage:an wen habe ich einen solchen Antrag zu stellen und wer hat dann die Kosten für die Kennzeichnung der Flurstücksgrenzen zu tragen?
Mit freundlichen Grüßen
R. Wilhelm

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 03.09.2009 | 10:12

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihren Nachtrag.

Hier wäre das Katasteramt zuständig.

Die Kosten der Abmarkung sind von den Beteiligten nach § 919 Abs. 3 BGB zu gleichen Teilen zu tragen, sofern nicht aus einem zwischen ihnen bestehenden Rechtsverhältnis sich etwas anderes ergibt.


Mit freundlichen Grüßen
RA K. Roth

ANTWORT VON
Rechtsanwalt Karlheinz Roth
Hamburg

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