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Verlobte will mit Kindern in ein Mutter-Kind-Heim


19.12.2014 02:37 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von


Zusammenfassung: Das Sorgerecht kann einem Elternteil nur entzogen werden, wenn das Kindswohl gefährdet ist.


Ich bin Vater von 2 Kindern. Ich wohne mit der Mutter der zwei Kinder zusammen und wir sind verlobt seit paar Monaten. Wir haben für beide Kinder das gemeinsame Sorgerecht. Die Kinder werden 1 und 3 Jahre alt ende Februar 2015.
Die Kinder sind ganzen Tag zuhause. Besuchen noch kein Kindergarten oder Krippe.
Da ich ein polnischer Spätaussiedler bin, spreche ich fliesend polnisch und deutsch. Somit haben wir schon vor der Geburt des ersten Kindes beschlossen daß ich mit den Kindern polnisch spreche während meine Verlobte deutsch mit ihnen spricht. Damit die Kinder beide Sprachen beherrschen.
Vor der Schwangerschaft meiner Verlobten habe ich in Offenburg gelebt wo auch meine Eltern und meine Schwester leben. Meine Verlobte lebte in Münchener Nähe, wo auch ihre Eltern und Bruder leben.
Wir führten anfangs eine Fernbeziehung als sie aber dann schwanger wurde zog ich in Ihre Gegend (15 min von ihren Eltern entfernt). Da war sie in der Mitte ihrer Schwangerschaft.
Am Anfang hatten wir viele Spannungen und ich wollte 2 mal Schluss machen worauf sich meine Freundin androhte sich umzubringen. Sie sass 2 mal in der Toilette mit einem Messer in der Hand und hatte krampfhaft geweint. Dazu habe ich keine Beweise ausser ein kurzer chat mit ihrem Bruder wo ich kurz angesprochen habe daß sie mir gesagt hat sie will sich umbringen und auch ein chat mit meiner Freundin damals wo ich ihr eine terapie vorschlug die sie dann machen wollte aber dann doch nicht gemacht hat.
Das Erste Kind wurde in München geboren und meine Freundin nahm 8 Monate Elternzeit. Zur gleichen Zeit als unser Kind geboren wurde verlohr ich meine Arbeitsstelle da ich mich Krankschreiben lies um mit meiner Freundin im Krankenhaus zu bleiben nach der Entbindung.
Ich bekamm dann 4-5 Monate ALG1 und anschliessend machte ich noch 3-4 Monate Elternzeit.
Dies war den Eltern meiner Verlobten ein Dorn im Auge und sie machten Druck ich solle die Elternzeit aufgeben. Kurzgesagt sie mischten sich zu sehr ein und wir(ich und meine Verlobte) entschlossen uns von ihrer Gegend wegzuziehen. Zu der Zeit war unser Kind 10 Monate alt.
Wir zogen 300 km Richtung meiner Eltern nach Bad Wildbad. Von hier aus sind es ca. 100 km zu meiner Eltern, 40 km nach Karlsruhe wo meine Tante wohnt und 74 km nach Philipsburg wo meine Oma und Tante wohnen.
In Bad Wildbad angekommen musste ich ALG2 (Harz4) beantragen und war somit arbeitssuchend gemeldet. Meine Freundin wurde wegen Kind bis zum 3ten Lebensjahr des Kindes befreit. Zwischendurch bekamm ich für 1 Monat Arbeit wo ich Frühschicht gearbeitet habe und machte einen 3-4 monatigen Aufbaukurs (Bewerbungstrainig (2 mal die woche)). Ansonsten blieb ich zuhause kümmerte mich um die Kinder wie meine Verlobte auch und wir erledigten beide den Haushalt.
Februar 2014 bekammen wir unser zweites Kind.

Jetzt zum eigentlichen Problem: Vor kurzem bin ich zufällig auf eine chatseite (eine art facebook) meiner Verlobten gestossen in dem sie mit ihrem besten Kumpel über mich schreibt. Sie schreibt daß sie es langsam genug hat das wir harz4 beziehen und ich immernoch keine Arbeit habe. Sie schreibt weiter daß sie es in Erwegung zieht in ein Mutter-Kind-Heim in ihre Heimatstadt zu ziehen falls sich das in 2015 nicht ändern wird. Sie will so daß "leid unserer Kinder verhindern" was auch immer sie damit meint. Weiter kann man aus dem chat entnehmen daß die zwei sich gerne treffen würden und daß es viel leichter wäre wenn ich Arbeit hätte. Aus dem chat kann man auch entnehmen daß sie sich scheinbar auch schon getroffen haben sie mich aber angelogen hat sie gehe zu einer Bekannten die auch Kinder hat. Der beste Kumpel hat ihr indirekt vorgeschlagen doch Schlaftableten zu kaufen um mich für ne gewisse Zeit aussergefecht zu setzen. Damit sie bisschen ungestört turteln können worauf meine Verlobte aber nicht weiter eingegangen ist.

Nun zu meinen Fragen:
1. Ich habe im internet gelesen daß in Mutter-Kind-Heimen es den Frauen empfohlen wird ein Gewaltschutzantrag zu stellen und so dem Vater alle Möglichkeiten genommen werden seine Kinder zurückzuholen. Stimmt das? wenn ja wie kann man sich rechtzeitig davor schützen?

2. Macht es sinn in dem Fall jetzt schon ein Antrag auf das alleinige Aufenthaltsbestimmungsrecht zu stellen? Wenn ja wie sieht es das Gericht daß ich mit meinen Kindern polnisch rede? ist des eventuell ein Nachteil in den Augen des Gerichts?

3. Macht das Sinn den besten Kumpel meiner Verlobten anzuzeigen wegen der indirekten vorschläge mit den Schlaftableten.

4. Werden solche chats vor dem Gericht überhaupt ernstgenohmen, ist das als Beweiss zulässig?

5. Wir das Gericht auf Basisi meiner chatkopienen ein psychologisches Gutachten für meine Freundin erstellen lassen?

6. Ist das nicht ein verstoss gegen das gemeinsame Sorgerecht wenn sie die Kinder zu Personen mitnimmt die vor den Kindern schlecht über mich reden und wo ich mein klares nein ausgesprochen habe die Kinder zu diesen Personen mitzunehmen?

7. Wie sollte ich mich jetzt verhalten?

8. Wie steht das Gericht zu Tonaufnahmen als beweiss in den meine Freundin zugibt Selbstmordversuche unternohmen zu haben? Würde mir das helfen das Aufenthaltsbestimmungsrecht zu bekommen?
19.12.2014 | 06:32

Antwort

von


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Sehr geehrte/r Fragesteller/in,

Ihre Anfrage möchte ich auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

zu 1. Zur Begründung eines Gewaltschutzantrages ist es erforderlich, dass Ihrerseits Übergriffe auf Ihre Verlobte und/oder die Kinder vorliegen. Dies ist nach Ihren Angaben nicht der Fall. Der Ratschlag von solchen Heimen bezog sich sicherlich nur auf gewalttätige Väter. Denn nur in solchen Fällen nehmen solche Heime Mütter mit ihren Kindern auf.

zu 2. Jetzt besteht noch kein ausreichender Grund, einen Antrag auf alleiniges Sorgerecht bzw. Aufenthaltsbestimmungsrecht zu stellen. Wenn dann müsste Ihre Verlobte, wenn Sie wegziehen möchte, einen solchen Antrag stellen, sofern Sie dem Umzug nicht zustimmen. Dass Sie mit Ihren Kindern polnisch sprechen ist meiner Ansicht nach kein Nachteil. Vor deutschen Gerichten ist die Gerichtssprache allerdings Deutsch.

zu 3. Eine Anzeige gegen Ihren Freund ist im Hinblick auf eine familienrechtliche Streitigkeit nicht von Relevanz.

zu 4. Gerichte können Beweise frei würdigen. In Bezug auf E-Mails - auch im Rahmen von Chats - können diese selbstverständlich beweiskräftig sein. Allerdings könnten Sie sich unter Umständen strafbar machen, wenn Sie unberechtigt an diese E-Mails gelangt sind.

zu 5. Ein psychologisches Gutachten wird seitens eines Gerichts nur im Rahmen eines Verfahrens erstellt, wenn dies für erforderlich erachtet wird. Sollten Sie der Mutter das Sorgerecht entziehen wollen, könnte ein solches Gutachten erstellt werden. Maßgeblich wäre dann eine Kindswohlgefährdung. Ob diese bei der Androhung mit einem Suizid gegeben ist, ist fraglich. Nebenbei bemerkt ist es oft so, dass tatsächlich suizidgefährdete Menschen dies nicht ankündigen.

zu 6. Bei Fragen nach dem Sorgerecht steht immer das Kindeswohl im Mittelpunkt. Wenn das Sorgerecht entzogen werden soll, ist Voraussetzung, dass das Kindeswohl gefährdet ist. Dies kann ich hier nicht erkennen.

zu 7. Ich rate Ihnen das Gespräch mit Ihrer Verlobten zu suchen, gegebenenfalls mit der Unterstützung einer Beratungsstelle. Es ist immer besser für alle Beteiligten, insbesondere für die Kinder, wenn die Angelegenheiten außergerichtlich geklärt werden.

zu 8. Durch die heimliche Aufzeichnung von Tonaufnahmen können Sie sich strafbar machen, daher rate ich Ihnen ab, solche vor Gericht zu verwenden.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.


Mit freundlichen Grüßen


Astrid Hein
Rechtsanwältin


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