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Verletzung persönlicher Datenschutzrechte


28.12.2016 15:00 |
Preis: 50,00 € |

Datenschutzrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Jan Wilking



Sehr geehrte Damen und Herren,

im Zuge einer Online Bewerbung kam es zu folgendem Vorfall.

Kurz vor Weihnachten hatte ich mich auf eine ausgeschriebene Stelle die von einer Personalvermittlung verwaltet wird beworben.
Auf diese erhielt ich leider eine Absage.
Dies ist hier aber nicht weiter relevant.

Der Faktor der mich massiv stört ist, dass der zuständige Mitarbeiter die Absage via E-Mail an einen großen für alle sichtbaren Verteiler versendet hatte.
Nun konnten 63 mir vollkommend fremde Personen meine persönliche E-Mail Adresse sehen und wer weiss was damit anstellen.

In diesem Kontext wollte ich mich bei Ihnen erkundigen, ob hier die Voraussetzungen einer Verletzung des BDSG sowie des § 823 BGB vorliegen.

Der Punkt der mich in dieser Sache sehr nervös werden lässt ist, dass in der heutigen Zeit mittels der vorhandenen E-Mail Adresse sämtliche Passwörter zurückgesetzt und Bestellungen getätigt werden können.

Für Ihre Einschätzung sowie eine etwaige Kostenschätzung zur weiteren Verfolgung meiner Interessen wäre ich sehr dankbar.

Mit freundlichen Grüßen
Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Tatsächlich können E-Mail-Adressen als personenbezogenen Daten im Sinne des § 3 Abs. 1 BDSG einzustufen sein. Dies ist insbesondere der Fall, wenn die E-Mail-Adresse aus Vor- und Nachnamen besteht. Es reicht aber grundsätzlich aus, wenn die E-Mail-Adresse einer bestimmten natürlichen Person zugeordnet werden kann oder diese Zuordnung zumindest mittelbar erfolgen kann.

Personenbezogenen Daten dürfen an Dritte nur dann übermittelt werden, wenn eine Einwilligung vorliegt oder eine gesetzliche Grundlage gegeben ist, § 4 Abs. 1 BDSG. In Ihrem Fall greift weder eine gesetzliche Grundlage noch liegt Ihre Einwilligung vor. der betroffenen Personen. Der offene Verteiler dürfte daher datenschutzrechtlich nicht zulässig sein und kann mit einem Bußgeld geahndet werden.

Soweit Ihre E-Mail-Adresse nach den oben genannten Kriterien als personenbezogenes Datum einzustufen wäre, also die Empfänger sie Ihrer Person zumindest mittelbar zuordnen können, steht Ihnen ein Unterlassungsanspruch gegen das Unternehmen zu. Theoretisch käme auch ein Schadensersatzanspruch in Betracht. Allerdings müssten Sie hierfür einen Schaden nachweisen. Da die E-Mail-Adresse nur einem begrenzten Personenkreis im Verteiler sichtbar ist und im Geschäftsverkehr üblicherweise Verfahren praktiziert werden, die eine Verifizierung der Adresse durch deren Inhaber bzw. die Angabe des bestehenden Passwortes vor einer Änderung voraussetzen, schätze ich die Gefahr eines Missbrauchs der E-Mail-Adresse und eines dadurch entstehenden Schadens aber äußerst gering ein. Ein Schadensersatzanspruch dürfte daher kaum durchsetzbar sein.

Sie sollten das Unternehmen auf jeden Fall über den Vorfall informieren und zukünftige Unterlassung der Verbreitung Ihrer E-Mail-Adresse fordern. Sie können in diesem Zusammenhang auch Auskunft darüber fordern, welche Daten über Sie gespeichert wurden und an wen diese Daten weitergegeben wurden. Sollte die Reaktion hierauf nicht befriedigend ausfallen, können Sie das zuständige Landesamt für Datenschutz einschalten.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
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