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Verladung in Moskau


07.12.2008 15:37 |
Preis: ***,00 € |

Transportrecht, Speditionsrecht



Ich habe vor 2 Monaten 12 Sattelzüge für einen deutschen Auftraggeber in Moskau verladen. Die Ladung ging nach Istambul Türkei. Der Spediteur wurde von dem türkischen Empfänger beauftragt. Die Lkw,s hatten zu wenige und ungeeignete Ladungssicherungsmittel an Bord. Ich habe die Fahrer und den türkischen Empfänger, der einen Bevollmächtigten vor Ort hatte, mehrmals darauf hingewiesen. Es wurden für die schwersten Teile Ketten besorgt, aber keine weiteren Spanngurte. Aus Zeitnot und auf Druck des Türken mußte ich die Lkw beladen. Jetzt will mein deutscher Auftraggeber meine Rechnung kürzen, da angeblich ein Teil während der Fahrt Schaden genommen hat. Wie ist die Rechtslage?
Sehr geehrter Ratsuchender,

für ihre Anfrage möchte ich Ihnen danken und diese unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes summarisch wie folgt beantworten:

Vorausgesetzt in Ihrem Fall ist ein Vertrag nach deutschem Recht geschlossen und dieser sieht keine von der gesetzlichen Regelung abweichende Regelung vor, gelten die Vorschriften der §§ 407 ff. HGB, da es sich in Ihrem Fall um einen Frachtvertrag handeln dürfte.

Gem. § 412 Abs. 1 HGB muss der Absender und somit auch Sie als dessen Vertreter vor Ort grundsätzlich das Frachtgut beförderungssicher verstauen. Gem. § 414 Abs. 2 HGB schadet eine Haftung des Absenders ganz oder teilweise jedoch aus, wenn der Frachtführer (Fahrer des LKW) bei der Verursachung der Schäden mitgewirkt hat.

Da der Frachtführer trotz der fehlenden Sicherungsmittel und Ihres ausdrücklich Hinweises den Transport beladen ließen, hat er bewusst Schäden am Frachtgut in Kauf genommen, so dass dem Frachtführer mindestens ein erhebliches Mitverschulden zurechenbar ist. Die Geltendmachung eines erheblichen, wenn nicht gar des gesamten Teils des Schadens müsste daher ausgeschlossen sein. Die Höhe Ihres Mitverschuldens müsste anhand eines Sachverständigengutachtens ermittelt werden.

Des Weiteren sehe ich in der Zustimmung des Bevollmächtigten des Empfängers zur Verladung trotz fehlender Sicherungsmittel einen Verzicht auf Geltendmachung eines eventuell dadurch entstehenden Schadens, da der Bevollmächtigte das Risiko kannte und dieses bewusst in Kauf genommen hat. Da folglich aufgrund Ihres Handelns bei Ihrem Auftraggeber (Spediteur) kein Schaden entstanden ist, kann er bei Ihnen auch keinen Schadensersatz geltend machen.

Rein vorsorglich weise ich daraufhin, dass Sie im Streitfall die Umstände beim Verladen in Moskau beweisen müssen, da Sie andernfalls wegen Verstoßes Ihrer Pflicht zur ordnungsgemäßen beförderungssicheren Verladung für den entstandenen Schaden haften müssen.

Ich hoffe, Ihnen mit der Beantwortung der Frage weitergeholfen zu haben und wünsche Ihnen für die Klärung der Angelegenheit viel Glück.

Gern können Sie die Nachfragefunktion nutzen.

Abschließend weise ich daraufhin, dass das Weglassen oder Hinzufügen von Details die rechtliche Beurteilung der Angelegenheit verändern kann.

Mit freundlichen Grüßen


Christoph Lattreuter
- Rechtsanwalt -


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