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Verkehrsunfall 1986


30.12.2004 18:09 |
Preis: ***,00 € |

Schadensersatz



Sehr geehrte Damen und Herren,
ich hatte 08/86 einen folgenschweren, unverschuldeten Verkehrs-unfall/Betriebsunfall.Bis 09/87 mehrere OP´s und Krankenhaus- aufenthalte.Danach wieder bis 12/96 vollschichtig als leitender Angestellter gearbeitet.Ab 01/97 bis 03/98 stundenweise als Berater im Betrieb tätig gewesen.Zum 01.04.98 aus gesundheit- lichen und persönlichen Gründen ausgeschieden.Meine Privatver- sicherung erkannte rückwirkend ab 02/98 die BU und die BfA ab 06/98 die EU an.
Immaterieller Schadensersatz (Schmerzensgeld und Lohnausgleich)
wurde in 1992 für den Unfallzeitraum ( 08/86 bis 09/87 ) von der gegnerischen Versicherung geleistet, mit dem Anerkenntnis, als läge ein Feststellungsurteil vor.Ich bin bis heute sowohl von der Versicherung als auch von meinem Rechtsanwalt über einen evtl.später auftretenden materiellen Schaden nicht aufgeklärt worden.2002 forderte ich privat den nicht unerheblichen Erwerbsschaden bei der Versicherung an. Diese verwies mich auf den § 852 Abs.1 BGB (alte Fassung)und verweigerte die Zahlung.
Meine Fragen:
In wieweit kann ich die Versicherung oder meinen Anwalt durch die Unterlassung der Hinweispflicht bzw. Aufklärungspflicht über den materiellen Schaden haftbar machen?
Wie sieht es mit der Anwaltshaftung nach § 51 BRAGO primäre bzw. sekundäre Haftung aus,oder gibt es noch andere Möglichkeiten?
Bestehen überhaupt noch in irgendeiner Art Erfolgsaussichten für mich?
Ich wäre sehr dankbar, wenn man mir in dieser Situation einige Tips oder Ratschläge geben könnte.
Mit freundlichem Gruß
H.M.
Sehr geehrter Anfragender,

aufgrund Ihrer sehr allgemein gehaltenen Sachverhaltsschilderung kann ich Ihnen auch nur allgemein zur Haftung antworten:

Ob Ihr Rechtsanwalt Sie überhaupt auf einen nach Ihren Worten "evtl. später auftretenden materiellen Schaden" hätte hinweisen müssen, hängt entscheident davon ab, welchen Auftrag Sie ihm zur anwaltichen Vertretung erteilt haben. Denn Rechtsgrundlage der Haftung des Rechtsanwalts ist in der Regel der mit dem Mandanten abgeschlossene Vertrag.

Darüber hinaus setzt eine Verpflichtung des Rechtsanwalts zum Schadensersatz aufgrund einer evtl. Verletzung einer Hinweis- bzw. Aufklärungspflicht voraus, dass Ihnen als Mandant tatsächlich ein Schaden entstanden ist. Ein Schaden ist gegeben, wenn Sie Vermögenseinbußen erlitten haben.

Nicht jede Pflichtverletzung des Rechtsanwalts führt jedoch automatisch zu einem Schadensersatzanspruch. Voraussetzung ist vielmehr, dass das pflichtwidrige Verhalten des Rechtsanwalts ursächlich für eine Vermögenseinbuße ist.
Es ist also zu prüfen, wie sich Ihre Vermögenslage beim pflichtgemäßen Handeln des Rechtsanwalts entwickelt hätte.
Wichtig ist also: Nicht allein eine Pflichtverletzung führt zum Schaden, sondern die Prüfung: Falls der Anwalt keinen Fehler gemacht hätte, wäre dann Ihre Situation als Geschädigter besser?

In Ihrem Fall müsste auch geprüft werden, ob nicht ein evtl. Haftungsanspruch gegen den Rechtsanwalt nicht schon verjährt ist. Schadensersatzansprüche des Mandanten gegen den Rechtsanwalt verjähren gemäß § 51 b der BRAO innerhalb von drei Jahren ab Entstehung des Anspruchs, spätestens aber in drei Jahren nach Ende des Mandatsverhältnisses. Auf eine Kenntnis des Geschädigten kommt es nicht an.

Allerdings ist der Rechtsanwalt nach der Rechtsprechung verpflichtet, auf eine eigene Pflichtverletzung und daraus möglicherweise resultierende Schadensersatzansprüche vor Ablauf der Verjährungsfrist hinzuweisen. Verletzt er diese Hinweispflicht schuldhaft, obwohl er zur Prüfung eines Regreßanspruchs begründeten Anlaß hatte, muß er den Mandanten so stellen, als ob die Verjährung des sogenannten Primäranspruchs nicht eingetreten wäre. Dieser sogenannte Sekundäranspruch verjährt dann ebenfalls nach § 51 b BRAO. Diese Verjährungsfrist beginnt dann also mit der pflichtwidrig unterlassenen Belehrung über den möglichen Schadensersatzanspruch.

Ich hoffe, ich habe Ihnen mit meiner Antwort zunächst weiterhelfen können.

Mit freundlichen Grüßen

P. Hanauer
Rechtsanwältin
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