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Verkehrsunfall, fahrlässige KV, Öffentliches Interesse vorhanden ?


24.09.2017 19:27 |
Preis: 25,00 € |

Verkehrsrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Zusammenfassung: Strafbarkeit und öffentliches Interess an der Strafverfolgung bei fahrlässiger Körperverletzung im Straßenverkehr.


Sehr geehrter Herr/Frau Anwalt.

Ich habe vor einigen Monaten einen Verkehrsunfall mit einem Radfahrer gehabt.
Ich saß im Auto und Stoppte an einer einmündenen Straße bei einem Stoppschild, ich wollte nach links abbiegen.

Ich habe nachdem ich stoppte mich vergewissert, ob von links oder rechts Verkehrsteilnehmer kommen und habe niemanden wahrgenommen. Ich fuhr an und plötzlich sah ich einen Radfahrer von links "heranrasen", ich habe ihn leider übersehen.

Ich stoppte noch auf seiner Fahrbahnseite, fuhr also nur ein Stück auf die Kreuzung auf, er versuchte mit einem Ausweichhaken auszuweichen, leider stieß er vorne an meine Stoßstange und geriet dadurch ins schlingern und fiel auf die Straße.

Er hat einen Trümmerbruch im linken Handgelenk, was operativ behandelt werde musste davongetragen.
Ich stieg sofort aus und half ihm, außerdem meldete ich mich einige Tage, sowie nochmals zwei Wochen darauf bei ihm per Telefon um zu erfragen wie es ihm ginge.


Er stellte zu der Fahrlässigen Körperverletzung durch meinen Abbiegeunfall KEINEN Strafantrag, jetzt möchte ich aber gern wissen ob hier durch seinen Trümmerbruch im Handgelenk und ein paar Hautabschürfungen besonderen öffentlichen Interesse durch die Staatsanwaltschaft vorliegt und die "Tat" trotzdem verfolgt wird.

Falls es wichtig ist, ich fahre seit über 3 Jahren unfallfrei Auto und habe noch nie irgendetwas "getan", des Weiteren habe ich keinerlei Punkte oder Fahrverbote gehabt.

Außerdem würde mich interessieren was ich für eine Strafe erwarten könne, ich bin Azubi und verdiene knapp 1000€ Netto monatlich.


Vielen Dank !
Eingrenzung vom Fragesteller
24.09.2017 | 19:30
24.09.2017 | 20:31

Antwort

von


15 Bewertungen
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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Zunächst steht nach Ihrer Schilderung ja nicht einmal fest, ob überhaupt der Tatbestand der fahrlässigen Körperverletzung von Ihnen erfüllt wurde, d.h. ob der Unfall für Sie vorhersehbar und vermeidbar war.
Nach Ihrer Schilderung spricht durchaus Einiges dagegen. Sollte die Staatsanwaltschaft ähnliche Zweifel haben, wird das Verfahren möglicherweise ganz eingestellt, da kein Tatnachweis zu führen ist.
Wenn die Staatsanwaltschaft dagegen zu dem Ergebnis kommt, dass die Voraussetzungen für eine schuldhafte Verursachung der Körperverletzung durch Sie vorliegen, richtet sich die Frage nach dem „öffentliches Interesse" in Verkehrsdelikten oft danach, ob die Staatsanwaltschaft der Auffassung ist, dass hier aufgrund der „Breitenwirkung" Anklage erhoben werden soll: Verkehrsdelikte gehören zu den Straftaten, bei denen die Staatsanwaltschaft dazu neigt, das öffentliche Interesse zu bejahen, da die Bekämpfung von Fehlverhalten im Straßenverkehr als wichtige öffentliche Aufgabe angesehen wird.

Selbst wenn die Staatsanwaltschaft zu der Ansicht kommen sollte, dass Sie sich strafbar gemacht haben, kommt allerdings eine Einstellung in Betracht.
§§ 153 und 153a StPO sehen vor, dass in Fällen, bei denen das Verschulden des Täters nicht sehr schwer wiegt, das Verfahren entweder völlig ohne oder mit einer Auflage (idR einer Geldauflage) eingestellt werden kann.
Die Voraussetzungen könnten bei Ihnen vorliegen, da Sie keinerlei Vorbelastungen haben, und selbst wenn man ein Verschulden bejaht, dieses relativ gering sein dürfte.
Sollte es gleichwohl zu einer Strafe kommen, würde diese wahrscheinlich im schriftlichen Verfahren (Strafbefehl) ausgesprochen werden, was bei diesen Massendelikten mit relativ einfachem Sachverhalt oft der Fall ist.
Rechnen müssten sie als Ersttäter mit geringem Verschulden vermutlich mit einer Geldstrafe in der Größenordnung von einem bis zwei Monatseinkommen , wobei die Praxis regional unterschiedlich ist.
Ich weise Sie darauf hin, dass diese Angaben nur sehr unverbindlich sind, da eine genaue Prognose und Einschätzung des Sachverhalts gerade in Strafsachen ohne Kenntnis des Akteninhaltes nahezu unmöglich ist.
Ihren Angaben nach sind Sie Azubi: Sollten Sie Jugendlicher oder Heranwachsender sein, spielen auch noch Fragen des Jugendstrafrechts eine Rolle.

Ich empfehle Ihnen, sich an einen Anwalt Ihres Vertrauens zu wenden, der dann die Akte einsieht und möglicherweise im Gespräch mit der Staatsanwaltschaft erreichen kann, dass das Verfahren gegen Sie entweder ohne oder notfalls mit Auflagen eingestellt wird. Nachdem was sie hier mitgeteilt haben, sind die Aussichten dafür gut.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Michael Kinder

ANTWORT VON

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