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Verkauf einer geschenkten Immobilie in DE - Steuerpflichtig in USA?


17.12.2013 23:15 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht



Ich bin deutscher Staatsbuerger, seit 30 Jahren lebe ich in den USA (in DE seit langem abgemeldet), als Permanent Resident und seit 2 Jahren mit doppelter Staatsbuergerschaft (mit Beibehaltungsgenehmigung von seiten DE).

Meine Eltern haben mir und meinen Geschwistern eine Immobilie uebertragen (geschenkt), die wir mit einer eigens gegruendeten GbR verwaltet haben. Nach ueber 10-jaehrigem Besitz haben wir diese Immobilie juengst verkauft. Uns wurde erklaert dass bei diesem Verkauf keine Steuer anfaellt (in DE), da das Objekt laenger als 10 Jahre in unserem Besitz war und es sich um ein Geschenk, somit nicht Gewerbe, handelte.

Mir ist bekannt dass die USA die weltweiten Einkuenfte ihrer Buerger (Citizens und LPR) besteuern. Wenn ich jetzt meinen Teil des Verkauferloeses auf ein Bankkonto lege gehe ich davon aus dass ich die damit erzielten Zinsen in der Zukunft dem IRS melden muss, sofern die Bank das nicht automatisch tut.

Meine Frage ist jetzt ob der eigentliche Erloes des Verkaufes irgendwie von den USA besteuert werden kann. Das halte ich fuer unwahrscheinlich da er ja in DE steuerfrei ist (aufgrund der 10-Jahre Besitz Huerde - wie ich das verstehe). Hier bitte ich um Klaerung / Bestaetigung.

Vielen Dank.
Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegeben Informationen verbindlich wie folgt beantworten:


Grundsätzlich gilt im internationalen Steuerrecht das Welteinkommensprinzip. Jeder ist danach in dem Staat, in dem er seinen Wohnsitz oder ständigen Aufenthalt hat und danach (vorbehaltlich der jeweiligen nationalen Steuergesetze) unbeschränkt einkommensteuerpflichtig ist, mit seinem Welteinkommen steuerpflichtig.

Grundsätzlich ist es somit richtig, dass Sie in Amerika Steuern aus dem Verkauf des Hauses zu zahlen hätten, wenn dieser Vorgang einen amerikanischen Steuertatbestand erfüllte. Hierzu kann im Rahmen dieses Portals keine Auskunft gegeben werden und müsste von einem amerikanischen Steuerrechtler beurteilt werden.

Jedenfalls nach deutschem Recht wäre grundsätzlich ein Steuertatbestand erfüllt, der aber, das sehen Sie richtig, aufgrund der von Ihnen gemachten Angaben entfällt.

Damit liegt folgende Situation vor: Grundsätzlich liegt ein Doppelbesteuerungstatbestand vor: Amerika hat das Recht auf Besteuerung des Welteinkommens, Deutschland aufgrund der Lage des Grundstücks.

Entscheiddend ist nun, wie die Regelung zur Vermeidung dieser politisch grundsätzlich ungewollten Situation ausgestaltet ist. Entsprechende Regelungen finden sich in den Doppelbesteuerungsabkommen zwsichen den betroffenen Staaten, kurz DBA genannt, nachzulesen etwa hier:

http://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Standardartikel/Themen/Steuern/Internationales_Steuerrecht/Staatenbezogene_Informationen/Laender_A_Z/Verein_Staaten/001.html

Artikel 23 des Abkommens regelt die so genannte Anrechnungsmethode.

Danach wird grundsätzlich die vom Steuerpflichtigen in Deutschland gezahlte Einkommensteuer auf die amerikanische Steuer angerechnet, also quasi abgezogen.

Da aber nun in Deutschland eine Steuer nicht erhoben wurde, kann auch keine Steuer in Amerika angerechnet werden. Anders könnte es unter Umständen nur aussehen , wenn abkommenstechnisch die Freistellungsmethode statt der Anrechnungsmethodegewählt worden wäre. Dies ist aber, wie ausgeführt, nicht der Fall.

Sie sollten deshalb also klären, wie der Sachverhalt in Amerika steuerrechtlich behandelt wird. Mit den deutschen Steuervorschriften hat dies grundsätzlich nichts zu tun. Der Rückschluss, dass in Amerika keine Steuer gezahlt werden muss, weil der Verkauf in Deutschland steuerfrei ist, ist jedenfalls falsch.

Ich hoffe, Ihnen mit meinen Ausführungen einen ersten Überblick verschafft haben zu können, wie er im Rahmen einer Erstberatung möglich ist und bedanke mich nochmals für die Anfrage.

Bitte beachten Sie, dass diese Webseite lediglich dazu dient, Ihnen einen erste Einschätzung zur Rechtslage zu liefern. Eine ausführliche und persönliche Beratung soll und kann hierdurch nicht ersetzt werden.

Außerdem kann das Fehlen oder Hinzufügen wesentlicher Angaben im Sachverhalt zu einer anderen rechtlichen Einschätzung führen.

Mit freundlichen Grüßen

Sebastian Baur
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