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Verkauf Gebrauchtes Notebook


23.08.2004 18:18 |
Preis: ***,00 € |

Internetrecht, Computerrecht



Hallo ,
als Händler habe ich vor ca. 6 Monaten eine Gebrauchtes Notebook verkauft . Wie die meisten Händler schliesse ich eine Gewährleistung von Verbrauchsmatrial wie z.b Druckerpatronen , Toner und Accus mit den AGB aus .
Der Käufer des Notebooks reklamierte nach 4 Wochen das der Akku des Notebooks defekt sei . Ich habe dem käufer mitgeteilt das es auf Akkus keine Gewährleistung gibt , da es sich um Verbrauchsmatrieal handelt . Nach einigem hin und her habe ich dann doch den Accu auf Kulanz gegen einen anderen gebrauchten Accu getauscht .
Weitere 3 Monate später reklamierte der Käüfer wiederum den schon einmal getauschten Accu als defekt und verlangt nun wieder einen Accu .
Nun meine Frage :
Bin ich als Händler verplichtet einen neuen gebrauchten Accu zuliefern ? Obwohl ich Verbrauchsmatrial von der Gewährleistung ausgeschlossen habe ?

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Ob Sie zur Lieferung eines weiteren Akkus verpflichtet sind, richtet sich danach, ob das gelieferte Akku und damit das Notebook einen Sachmangel aufweist oder aber mängelfrei ist.

Zur Beantwortung dieser Frage ist zunächst auszugehen von dem zwischen Ihnen und dem Käufer vertraglich Vereinbarten. Wenn Sie also beim Verkauf das Akku als erschöpft beschrieben haben, liegt kein Mangel vor, Sie brauchten dann auch kein neues Gebrauchtes nachzuliefern.

Anders sieht die Sache aus, wenn zu dem Akku keine Aussagen getroffen wurden und das ganze Notebook einfach nur als "gebraucht" verkauft wurde.
Grundsätzlich ist auch eine zu kurze Akkulaufzeit bei einem Notebook ein Mangel.Allerdings ist bei der Annahme von Mängeln beim Verkauf gebrauchter Sachen Zurückhaltung geboten, denn der gewöhnliche, altersbedingte Verschleiß stellt keinen Mangel dar, wobei sich der gewähnliche Zustand auch mit Rücksichti auf den Preis bestimmen läßt. Zwar wird der Käufer in vielen Fällen hoffen, daß die Kaufsache überdurchschnittlich gut erhalten ist, aber dies ist nicht vertraglich geschuldet. Ist das Auftreten gewisser Mängel nicht unwahrscheinlich und tritt ein solcher Mangel auf, so liegt kein Fehler der Kaufsache vor, und zwar auch dann nicht, wenn bei der Mehrzahl verkaufter Gegenstände dieses Alters dieser Mangel nicht auftritt.
Entscheidend ist also hier, als wie alt das Notebook verkauft wurde und ob das Akku noch eine Restlaufzeit aufweist, die für ein Notebook dieses Alters noch "normal" ist.
Als Beispiel: Bei einem 1/2 Jahr altem Notebook kann ich als Käufer sicherlich noch eine Restlaufzeit von 1 Stunde erwarten, bei einem 3 Jahre alten Notebook muß ich als Käufer mit 5-10 Minuten zufrieden sein.
Wo hier das von Ihnen verkaufte Notebook einzuordnen sein wird, werden Sie sicherlich selbst entscheiden können.

Liegt hiernach die Restlaufzeit des Akkus noch im Toleranzbereich für Notebooks dieses Alters, liegt kein Mangel vor und Sie brauchen das Akku nicht auszutauschen.

Ist die Restlaufzeit des Akkus allerdings unterhalb einer für das angepriesene Alter vereinbarten Toleranzgrenze, läge ein Sachmangel vor, aufgrund dessen der Käufer eine Nachlieferung verlangen könnte.
In diesem Fall würde Ihnen auch der Ausschluß der Gewährleistung nichts nützen, da der Käufer - wie ich unterstelle - kein Unternehmer sondern eine Privatperson war, der gegenüber ein Ausschluß der Gewährleistung nicht möglich ist.

Für Rückfragen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Udo Meisen
Rechtsanwalt
Burgmauer 18
50667 Köln
Tel.: 0221 / 719 769 - 0
Fax: 0221 / 719 769 - 1
eMail: post@meisen.de
www.meisen.de
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