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Verjährungsunterbrechung Pflichtteilsanspruch


13.12.2004 15:27 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von


in unter 1 Stunde

Hallo,
mein Vater ist am 20.12.2001 verstorben und hat per Ehe- und Erbvertrag meine Mutter als Alleinerbin eingesetzt. Mit Schreiben vom 01.03.2002 haben wir (3 Töchter) davon Kenntnis bekommen. Da ich die einzige der 3 Töchter bin, die nicht in der Nähe der Mutter wohnt, und auch nicht mehr so den Kontakt habe, möchte ich mir ein Recht auf meinen Pflichtteil bewahren aber noch nicht ausüben. Von dritten habe ich vor kurzem erfahren, das schon Grundstücke überschrieben worden sind von meiner Mutter an meine jüngere Schwester, weswegen ich diese Frage stelle...Ich kenne die Werte der Immobilien, Grundstücke leider nicht und weiß auch nicht genau, was jetzt davon überschrieben wurde. Ich weiß von der Verjährungsfrist des Pflichtteilsanspruchs nach 3 Jahren. Was muss ich nun schriftlich? aufsetzen und an wen, damit ich diese Frist unterbrechen kann oder muss ich gleich meinen Auskunftsanspruch nach §2314 BGB (per Anwalt) geltend machen?
Vielen Dank im voraus.
13.12.2004 | 15:51

Antwort

von


162 Bewertungen
Sehr geehrte Damen und Herren,

Für Sie gilt § 2232 Abs. 1 BGB, der wie folgt lautet:
"Der Pflichtteilsanspruch verjährt in drei Jahren von dem Zeitpunkt an, in welchem der Pflichtteilsberechtigte von dem Eintritt des Erbfalls und von der ihn beeinträchtigenden Verfügung Kenntnis erlangt, ohne Rücksicht auf diese Kenntnis in 30 Jahren von dem Eintritt des Erbfalls an"

Die Hemmung der Verjährung tritt nach §§ 203 ff. BGB ein.
Zwar kann gem. § 203 BGB auch bei Verhandlungen, die Verjährung unterbrochen werden, doch dies ist bei Ihnen nunmehr schwierig, da die 3 Jahres - Frist bald abgelaufen ist.

Wichtig: Sie könnnen mit einer reinen Auskunftsklage die Verjährung nicht hemmen (so: Palandt/ Edenhofer § 2332 Rn. 10).
Aber eine sog. Stufenklage (1. Stufe: Auskunft, 2. Stufe eidesstattliche Versicherung 3. Stufe Leistung) hemmt die Verjährung. Sie sollten sich vorher aber durch einen Anwalt beraten lassen.

Sie sollten den Erben und daher zur Auskunft innerhalb von 14 Tagen auffordern und gleichzeitig verlangen, daß er auf die Einrede der Verjährung verzichtet. Andernfalls müssen Sie klagen.

Mit freundlichen Grüßen
Klaus Wille
Rechtsanwalt




Rechtsanwalt Klaus Wille
Fachanwalt für Familienrecht

ANTWORT VON

Köln

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