Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
457.482
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten

Verjährung einer Rechnung


| 08.02.2008 18:33 |
Preis: ***,00 € |

Vertragsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Lars Liedtke



Hallo,

ich habe am 16.04.2004 in einem Online Shop was bestellt und jetzt ein Schreiben der Firma erhalten da es damals angeblich zu schwierigkeiten bei der Bezahlung kam.

Hier das Schreiben im Originallaut:

Sehr geehrter Herr ...

Sie hatten am 16.04.2004 eine Bestellung in unserem Online Shop www.....de aufgegeben, die wir Ihnen am 17.04.2004 geliefert haben. Zur Bezahlung hatten Sie das Lastschriftverfahren gewählt. Offenbar gab es ein Problem bei der Abbuchung des Betrages, denn die Lastschrift wurde durch Ihre Bank zurückgewiesen. Wir hatten Ihnen diesbezüglich bereits am 21.01.2005 eine E-Mail an Ihre Adresse ...@...com geschickt, die aber leider unbeantwortet blieb.
Sollten wir bis zum 15.02.2008 weder einen Zahlungseingang noch eine Mitteilung von Ihnen erhalten, sind wir leider gezwungen, den offenen Forderungsbetrag an unseren Inkasso-Partner weiterzuleiten.



Hier nun meine Fragen:

Hat diese Schreiben denn noch irgendwelche Rechtsansprüche? Sind die Forederungen denn nicht schon längst verjährt?
Was soll ich auf das Schreiben antworten?
Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage. Zunächst möchte ich darauf hinweisen, dass dieses Forum lediglich die Funktion hat, Ihnen einen ersten Überblick über die Rechtslage zu geben. Eine persönliche Beratung/Vertretung kann und soll hierdurch nicht ersetzt werden. Hinzufügen oder Weglassen wesentlicher Tatsachen kann zu einer anderen Beurteilung des Falles führen. Unter Berücksichtigung Ihrer Sachverhaltsangaben und des von Ihnen gebotenen Einsatzes beantworte ich Ihre Fragen wie folgt:


Gem. § 195 BGB beträgt die allgemeine zivilrechtliche Verjährungsfrist, die in Ihrem Fall maßgeblich maßgeblich ist, 3 Jahre.

Gem. § 199 I BGB beginnt diese Frist mit Ablauf des Jahres, in dem der Anspruch entstanden ist und der Gläubiger von den den Anspruch begründenden Umständen und der Person des Schuldners Kenntnis erlangt hat. Gem. § 203 BGB wird eine laufende Verjährungsfrist jedoch gehemmt, wenn zwischen Schuldner und Gläubiger Verhandlungen über den Anspruch oder die den Anspruch begründenden Umstände schweben, bis eine Partei weitere Verhandlungen verweigert.

In Ihrem Fall bedeutet das, dass die Verjährungsfrist frühestens (aber auch wahrscheinlich) Ende 2004 zu laufen begann, weshalb unter 2 Voraussetzungen Ende 2007 Verjährung eingetreten wäre:
a) Sie haben die aktuelle Zahlungsaufforderung erst 2008 und nicht schon 2007 erhalten und
b) Die Verjährungsfrist dürfte zwischenzeitlich nicht gehemmt gewesen sein. Juristisch ist es streitig, ob die die Zahlungsaufforderung vom 21.001.2005 ein "Verhandeln" über den Anspruch darstellt und ob in Ihrer Nichtantwort darauf ein "Verweigern zu sehen ist". Zudem müsste die Gegenseite überhaupt erst einmal den Zugang der Email vom 21.01.2005 beweisen. M.E. ist Verjährung eingetreten.

Sie sollten schriftlich auf das Schreiben antworten und mitteilen, dass Sie einem Einschalten eines Inkasso-Büros oder auch einem gerichtlichen Geltendmachen der Forderung gelassen entgegensehen, da die Forderung mit Ablauf des letzten Jahres verjährt ist.

Ich rate Ihnen davon ab, die Forderung zu begleichen. Wahrscheinlich werden Sie mehrere Schreiben des Inkasso-Büros erreichen, die die Forderung durch Mahn- und Inkassokosten immer höher werden lassen. Dies erfolgt in der Hoffnung, dass Sie doch irgendwann aus Angst vor noch mehr Kosten zahlen werden. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Forderung tatsächlich gerichtlich gegen Sie geltend gemacht wird, halte ich für relativ gering, die Aussichten, sich hiergegen erfolgreich zu verteidigen für relativ hoch. Diese Einschätzung beruht natürlich nur auf den mir bekannten Fakten.

Ich hoffe, Ihnen einen ersten Überblick über die Rechtslage gegeben zu haben. Ansonsten nutzen Sie bitte die kostenlose Nachfragefunktion. Sollten Sie weitere Probleme bekommen, können Sie sich gerne an meine Kanzlei wenden. Der hier getätigte Einsatz wird auf die zusätzlich entstehenden Kosten angerechnet.

Abschließend möchte ich Sie bitten, diese Antwort zu bewerten, um dieses Forum für andere Nutzer transparenter zu gestalten.

Mit freundlichen Grüßen,

Lars Liedtke
Rechtsanwalt
Kanzlei@RA-Liedtke.de


eine teilweise Verjährung zum 31.12.2004 eingetreten sein kann, falls bis dahin keine Hemmung eingetreten ist, also Verhandlungen über den Anspruch aufgenommen worden sind, wobei es auch genügen kann, dass der Gläubiger die Leistung anmahnt.

Zudem kann sich etwas anderes aus dem Darlehensvertrag ergeben.

Eine endgültige Bewertung k
Bewertung des Fragestellers |


Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"Vielen Dank für die schnelle und für Laien gut verständliche Antwort! 1+++ "
FRAGESTELLER 5/5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 55151 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Die Beantwortung meiner Frage war sehr aufschlussreich, wir sind sehr zufrieden. Das Problem wurde verständlich aufgeschlüsselt und umfangreich beantwortet. Der Anwalt war professionell neutral freundlich. Ich würde diesen Anwalt ... ...
5,0/5,0
Sehr schnelle und verständliche Antwort. War mir eine große Hilfe. Jederzeit gerne wieder! ...
5,0/5,0
Bin auf den Erfolg gespannt, aber ich denke es passt alles. Sehr schnell und ausführlich beantwortet. Nur zu empfehlen... ...