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Verjährung Pflichtteil Geltendmachung


| 18.06.2011 19:47 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Gerhard Raab


| in unter 1 Stunde

Vater ist im Dezember 2003 verstorben. Alleinerbe die Mutter. Mutter machte im Jahr 2004 oder 2005 Testament bzw. Vermächtnis, das dem jüngsten Sohn Haus und Hof zukommt nach ihrem Tode. Diese Verfügung wird dem älteren Sohn, der auf die fristgerechte Pflichtteilgeteltendmachung nach dem Tode des Vaters verzichtete, erst jetzt bekannt, bisher hieß es immer, dass sie keine Verfügung von Todes wegen mache bzw. gemacht habe. Die notarielle Verfügung wird nun vor kurzem eingestanden und umfasst rd. 80 % des vom Vater übernommenen und noch aktuellen Gesamtvermögens.

Frage. kann im Nachhinein und jetzt noch der Pflichtteil aus dem Ableben des Vaters verlangt werden !? Und wie lange kann man dieses Verlangen ggf. noch ausüben, da noch der Wert eines Grundstückes in der Schwebe ist - Bauland oder nicht !.

TR


Trifft nicht Ihr Problem? Wir haben 748 weitere Antworten zum Thema:
18.06.2011 | 20:00

Antwort

von

Rechtsanwalt Gerhard Raab
747 Bewertungen
Sehr geehrter Fragesteller,

zu Ihrer Anfrage nehme ich wie folgt Stellung:


1.

Der Pflichtteil kann innerhalb von drei Jahren geltend gemacht werden. Diese Frist beginnt mit dem Tag, an dem der Pflichtteilsberechtigte vom Tod des Erblassers (und seiner Enterbung) Kenntnis erlangt hat. D. h. der Pflichtteilsanspruch verjährt nach drei Jahren. Diese Frist beginnt mit dem Schluß des Jahres, in dem der Pflichtteilsanspruch entstanden ist und der Berechtigte Kenntnis erlangt hat.


2.

Nach Ihrer Schilderung ist dem älteren Sohn die Enterbung nach dem Tod des Vaters, also im Jahr 2003, bekannt geworden. Damit ist die Verjährung der Pflichtteilsansprüche mit Ablauf des 31.12.2006 eingetreten.

D. h. der Pflichtteil nach dem Vater kann nicht mehr verlangt werden.


Mit freundlichen Grüßen

Gerhard Raab
Rechtsanwalt


Nachfrage vom Fragesteller 18.06.2011 | 20:07

Hinweis - siehe meine Frage !!!:
Die Erlangung der Kenntnis von der den andern Sohn total begünstigenden Verfügung war nicht 2003, sondern im Mai 2011 !!!

"Die notarielle Verfügung wird nun vor kurzem eingestanden und umfasst rd. 80 % des vom Vater übernommenen und noch aktuellen Gesamtvermögens."

TR

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 18.06.2011 | 20:28

Sehr geehrter Fragesteller,

zu Ihrer Nachfrage nehme ich wie folgt Stellung:


1.

Aufgrund der Sachverhaltsschilderung gehe ich davon aus, daß dem älteren Sohn nach dem Tod des Vaters bekannt geworden ist, daß die Mutter Alleinerbin geworden war. Das ergibt sich aus Ihrer Formulierung, daß der Sohn "auf die fristgerechte Pflichtteilsgeltendmachung nach dem Tode des Vaters" verzichtet habe.

Das ist der erste Erbfall (nach dem Tod des Vaters), auf den sich Ihre Frage bezieht.

Dann gibt es das Testament, das die Mutter errichtet hat, wonach auch die Mutter den älteren Sohn enterbt.

Folglich müssen Sie zwei Erbfälle voneinander unterscheiden und trennen: den Erbfall nach dem Tod des Vaters und den Erbfall nach dem Tod der Mutter.

Der Hinweis, die notarielle Verfügung sei nun vor kurzem eingestanden worden und umfasse rd. 80 % des vom Vater übernommenen und noch aktuellen Gesamtvermögens, betrifft doch die letztwillige Verfügung der Mutter (sie war ja alleinige Erbin geworden) und nicht das Testament des Vaters.


2.

Nochmals: Nach dem Tod des Vaters ist die Mutter Alleinerbin geworden. Das hat der ältere Sohn - und so ist der Sachverhalt zu lesen - gewußt. Gleichwohl hat er auf die Geltendmachung von Pflichtteilsansprüchen verzichtet, vielleicht in der Hoffnung, er werde nach dem Tod der Mutter Miterbe. Das ändert aber nichts an der Tatsache, daß mit Ablauf des 31.12.2006 die Pflichtteilsansprüche nach dem Tod des Vaters verjährt sind.

Auf den Inhalt der letztwilligen Verfügung der Mutter kommt es im Hinblick auf die Pflichtteilsansprüche nach dem Tod des Vaters also nicht an.


Mit freundlichen Grüßen

Gerhard Raab
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 2011-06-20 | 10:59


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"Naja, wenn die Antwort nicht wie erhofft ausfällt, ist die Bewertung schwierig. Eigentlich hat mir die Beantwortung ja nicht geholfen - aber immerhin weiß ich jetzt, woran ich bin ......................................."
Stellungnahme vom Anwalt: Leider sieht die Rechtslage oftmals anders aus, als man es sich erhofft.
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BEWERTUNG VOM FRAGESTELLER 2011-06-20
4,4/5.0

Naja, wenn die Antwort nicht wie erhofft ausfällt, ist die Bewertung schwierig. Eigentlich hat mir die Beantwortung ja nicht geholfen - aber immerhin weiß ich jetzt, woran ich bin .......................................


ANTWORT VON
Rechtsanwalt Gerhard Raab
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