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Verjährung, Familienrecht


17.12.2012 13:16 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Thomas Bohle



Hallo,

ich lebe von meinem ExMann seit Anfang November 2010 getrennt. Seit Mai 2012 sind wir nun rechtskräftig geschieden.
Nach dem Auszug meines Exmannes Anfang November 2010 sind von meinem Konto im Monat November und Dezember 2010 noch seine Beiträge der privaten Versicherung, Krankenversicherung und Fitnessbeitrag abgebucht worden.
Da mein ExMann von mir nun Geld fordert, das ich angeblich von ihm als Darlehen während der Ehe erhalten habe - dies bestätigt ihm seine Mutter- will ich von ihm diese von mir bezahlten Beträge von knapp 650,00 € nun einfordern.

Meine Frage:
Hätte ich diese Beträge gleich nach meiner Abbuchung zur Zahlung von ihm einfordern müssen?

Kann ich diese im Januar 2013 von ihm noch einfordern? Meine Kinder und ich sind ab dem 21.12.2012 im Ausland und ich komme erst im neuen Jahr wieder.

Kann mein ExMann mir entgegenhalten, dass ich die Beträge zu spät einfordere und er dachte, er könne darauf vertrauen, dass ich weiter zahle und nichts von ihm fordere?

Meine Tochter benötigte Nachhilfeunterricht. Dies wollte auch mein Mann. Ich habe diesen daher bezahlt. Kann ich die Häfte der Kosten aus dem Jahr 2012 auch von meinem Mann rückwirkend einfordern?

Danke

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Sehr geehrte Ratsuchende,


nach Ihrer Sachverhaltsdarstellung wird die Verjährungfrist drei Jahre betragen, so dass erst Ende 2013 die Verjährung eintreten dürfte.


Bei einer möglichen Verwirkung muss neben dem Zeitelement (Nicht-Geltendmachung über einen längeren Zeitraum), immer noch ZUSÄTZLICH ein weiterer Umstand hinzukommen, wonach der Schuldner von einem Verzicht der Forderung ausgehen kann. Allein die längere Nicht-Geltendmachtung reicht also nicht.

Ein solches weitere Element kann ich Ihrer Sachverhaltsschilderung nicht entnehmen.




Hat sich absehen lassen, dass eine für das Kind erforderliche Nachhilfe über einen längeren Zeitraum regelmäßig anfallen wird, handelt es sich nicht um Sonderbedarf, sondern um regelmäßigen Mehrbedarf, der nur dann rückwirkend geltend gemacht werden kann, wenn sich der leistungspflichtige Elternteil insoweit in Verzug befindet.

Nur wenn Sie Ihren Ehemann nachweisbar also zur Zahlung aufgefordert haben, werden Sie rückwirkende Zahlungen zur Hälfte geltend machen können.



Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwalt
Thomas Bohle
Damm 2
26135 Oldenburg

Tel: 0441 / 26 7 26
Fax: 0441 / 26 8 92
mail: ra-bohle@rechtsanwalt-bohle.de
http://www.rechtsanwalt-bohle.de/index.php?tarcont=content/e-mail.inc.php

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