Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
472.864
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Vereitelung eines Hausverkaufs durch Nachbarn


16.06.2017 13:10 |
Preis: 30,00 € |

Hauskauf, Immobilien, Grundstücke


Beantwortet von

Rechtsanwältin Doreen Prochnow



Ich möchte mein Haus verkaufen. Als ich das Haus gekauft hatte, wurde im Notarvertrag vereinbart, dass mein Nachbar und seine Besucher mein Grundstück (260 qm) auf Lebenszeit betreten darf, um auf sein Grundstück zu gelangen. Eine Eintragung ins Grundbuch erfolgte nicht. Würde ich das Haus verkaufen, würde das "Wegerecht" verfallen. Um auf sein Grundstück zu gelangen, müsste er dann eine Tür in seine Umfriedung, eine Mauer, einbauen.

Es gibt noch eine Reihe andere Gründe, die meinen Nachbarn im Fall ich verkaufe das Haus, schlechter stellen. Ich möchte ihm ein Interesse unterstellen, dass ich das Haus behalte. Ich bin schließlich nie da, wohne 400 km weiter weg.

Ich hatte einen Interessenten für das Haus. Er hatte den Kauf per SMS schon zugesagt.

Danach hat der Interessent das Haus noch 2 mal besucht.
In Gesprächen hat dann der Nachbar dem Interessenten erzählt,
dass ich schon 2 Jahre versuchen würde, dass Haus zu verkaufen. Was nicht stimmt. Es sind 2 Wochen.

Weiter hat er den Kaufpreis genannt, den ich vor 5 Jahren für das Haus bezahlt hatte. Da ich die aber eine erhebliche Summe in das Haus investiert hatte, liegt der Kaufpreis nun deutlich höher.

Schließlich hat der Nachbar noch über den an mein Haus angrenzenden anderen Nachbar hergezogen.

Dies führte dazu, dass der Interessent mir abgesprungen ist.
Mein Makler und ich fürchten, dass sich das Benehmen meines Nachbarn bei einem weiteren Interessenten wiederholt.

Kann man das rechtlich unterbinden?




Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten
Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Ich fürchte so eine rechte juristische Handhabe werden sie leider nicht haben, denn dem Nachbarn kann nicht untersagt werden mit potentiellen Käufern zu reden ( auch das würde diese eventuell stutzig machen) oder über korrekte Tatsachen aufzuklären. Folglich haben sie kaum Möglichkeiten, sein Verhalten wunschgemäß zu beeinflussen.

Maßnahmen können sie nur ergreifen soweit unwahre Tatsachen behauptet werden ( Versuch des Hausverkaufs über 2 Jahre) oder Beleidigungen vorliegen, oder der Nachbar sonst rechtswidriges erhebliches Verhalten an den Tag legt. Hier würde ein Anwalt den Nachbarn zum Unterlassen bei einer Androhung einer Strafe auffordern können, denn die Grenzen der Strafbarkeit um hier erfolgreich Anzeige zu erstatten, halte ich für noch nicht überschritten. Allerdings beachten sie bitte auch, dass das vorwerfbare Verhalten dem Nachbarn auch beim Unterlassungsanspruch bewiesen werden muss.

Leider geht ihr Nachbar recht geschickt vor, in dem er strafrechtlich erhebliche Grenzen nur in Grauzonen "ankratzt" und Tatsachen auch nur so verdreht, dass unklar bleibt, ob er dies verwechselt oder absichtlich tut( 2 Jahre statt 2 Wochen). Alles also Punkte, die sich leicht verbiegen lassen. Es wird demnach nicht leicht dieser Lage her zu werden.

Auch einen Schadenersatzanspruch sehe ich (noch) nicht ( vgl. Bayerischen Obersten Landesgerichts 2Z BR 56/03), denn hier fehlt es mir an der (erheblichen) verschuldeten Pflichtverletzung. Ein potentieller Schaden wäre ein entgangener Gewinn aus einem späteren, ungünstigeren verkauf. Mit der Pflichtverletzung habe ich Probleme, denn es kann niemanden verboten werden mit anderen zu reden. Die Beweislast für die mitgeteilten Unwahrheiten/ Beleidigungen, was wohl die einzigen beanstandbaren Punkte wären, und dafür, dass der Käufer genau aus diesem Grund abgesprungen ist, tragen jedoch sie. Dies halte ich für sehr wackelig. Nur weil jemand nervt und **** ist, verhält er sich noch nicht zwingend rechtswidrig.

Was kann man tun?

Ich denke juristisch werden sie nicht weiter kommen, denn die Strafbarkeit wird sich unter diesen Umständen noch nicht herleiten lassen. Ein rechtswidriges, erhebliches Verhalten, dass eine Unterlassung begründen kann, ist kaum nachzuweisen.

Es kann aber helfen, den Nachbarn in einem Gespräch ausführlich darauf hinzuweisen, dass wenn er ihnen die Käufer anspricht, dies doch bitte nur mit wahren Angaben macht. Hierzu gehört, dass er andere Nachbarn nicht beleidigt oder verleumdet und neben dem alten Kaufpreis auch die Investitionen erwähnt. In so einem Gespräch könnte man darauf hinweisen, dass bei wiederholten Einmischungen in den Grundstücksverkauf, ein Schadenersatzanspruch in Höhe des entgangenen Gewinns drohen kann. Diesen Ausführungen könnte ein Anwalt schriftlich vermutlich etwas Nachdruck verleihen, dies hilft nicht selten. Allerdings würde ich zum Anwaltlichen Schreiben nur raten, soweit eine ernsthafte Aufforderung nicht ausreicht.Denn dies kostet Geld und wird die Fronten natürlich verhärten. Eventuell könnte man auch zunächst androhen, den Vertrag über das Wegerecht als Dauerschuldverhältnis wegen Pflichtverletzung ( Vergraulen von Käufern) zu kündigen, so dass auch ohne Verkauf oder gerade ohne Verkauf das Wegerecht in Gefahr ist.

Einen gerichtlich durchsetzbaren Anspruch halte ich jedoch für sehr schwierig konstruierbar und daher nicht erfolgversprechend.

Zudem lässt es sich ja vielleicht einrichten, dass Käufer nur in Anwesenheit des Maklers Besuche am Haus durchführen um den Nachbarn etwas zu dämpfen. Dieser könnte Fehlinformnationen dann auch gerade biegen.

Vielleicht hilft es auch beim (nächsten) Käufer diesen vorab zu informieren, dass der Nachbar Angst um sein nur vertragliches Wegerecht hat und daher stets Kontakt zum Käufer sucht und versucht diese abzuschrecken.

Es tut mir wirklich leid, aber ich denke dieses Problem lässt sich (noch) nicht juristisch, sondern nur menschlich und auf tatsächlicher Ebene lösen.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
FRAGESTELLER 30.12.1899 /5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 58398 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Trotz für mich ungünstiger Prognose war die Antwort sehr hilfreich und verständlich. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Einfach Spitze! Sehr kompetent... Immer wieder...! ...
FRAGESTELLER
4,2/5,0
Vielen Dank für Ihre Einschätzung meiner Situation. Ihre Beurteilung hat mir sehr geholfen. Der Vermieter (Wohngenossenschaft) ist stark zurück gerudert. Wir entfernen nur noch Tapteten in einem Raum anstatt in 3 Räumen :-) ...
FRAGESTELLER