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Verbot Hundehaltung in einer WEG


| 07.12.2008 09:03 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von




Ich wohne seit 4 1/2 Jahren in einer WEG. Alle 12 Wohnungen werden selbst von den Eigenümern bewohnt. In der Teilungserklärung bzw. in Eigentümerversammlungen wurde bisher noch nicht über die Haltung von Tieren bestimmt. Es gibt keine Erklärungen/Vereinbarungen, die eine Tierhaltung verbieten.
Ich bin mit meiner Labradorhündig eingezogen und seit 4 Monaten habe ich noch einen Zwergpinscher.
im Nebenhauseingang wohnt ebenfalls eine Eigentümerpartei mit einem Jagdhund.
Der Miteigentümer im Stockwerk unter mir gibt an, gegen sämtliche Tierhaare allergisch zu sein. In einem Gespräch wurde vereinbart, dass von mir das Treppenhaus jeden 2. Tag gekehrt wird, um die Hundehaare im Treppenhaus so gering wie möglich zu halten (was auch der Wunsche dieses Miteigentümers war). Zusätzlich wird das Treppenhaus 1x wöchentlich mit Reinigungsmitteln nass gesäubert. Der Miteigentümer meint, dass seine Allergie durch die im Treppenhaus liegenden Haare verursacht wird.
Er ist der Meinung, dass seine Allerie (mit Asthma und Hautauschlag) immer schlimmer wird und möchte, dass wir unsere Hunde weggeben. Er beschwert sich darüber auch fast täglich bei unserer Hausverwaltung. Hat dieser Miteigentümer die Möglichkeit, eine Abschaffung meiner Hunde durchzusetzen?
Trifft nicht Ihr Problem? Wir haben 16 weitere Antworten zum Thema:
Antwort vom
07.12.2008 | 10:00
Guten Tag,

Grundsätzlich gilt, dass jeder Wohnungseigentümer verpflichtet ist, von den im Sondereigentum stehenden Gebäudeteilen sowie von dem gemeinschaftlichen Eigentum nur in solcher Weise Gebrauch zu machen, daß dadurch keinem der anderen Wohnungseigentümer über das bei einem geordneten Zusammenleben unvermeidliche Maß hinaus ein Nachteil erwächst (§ 14 Ziff. 1 WEG). Eine Tierhaltung, die gegen dieses Gebot der Rücksichtnahme verstößt, kann also untersagt werden. Untersagt werden können z. B. Kampfhunde, besonders belästigende Haltungsarten oder eine übermäßige Zahl von Hunden.

Ob die Allergien des Nachbarn schon ausreichen, scheint allerdings eher zweifelhaft. Zunächst müsste der Nachbar den Kausalitätsnachweis erbringen, dass gerade die Hundehaare seine Allergie auslösen. Zweitens müssten die gegenseitigen Interessen abgewogen werden, wobei natürlich das Gesundheitsinteresse einerseits, andererseits aber auch die Tatsache zu berücksichtigen ist, dass die Haltung von Haustieren wesentlich zur Lebensqualität beiträgt (so wäre z. B. ein generelles Haustierverbot durch Mehrheitsbeschluss unzulässig). Wie ein möglicher Rechtsstreit ausgeht, lässt sich nicht vorhersagen. Sicherlich müssen Sie aber die Hunde nicht auf einen bloßen Verdacht abschaffen.


Mit freundlichen Grüßen

M. Juhre
Rechtsanwalt
Bewertung des Fragestellers 2008-12-11 | 17:57


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