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Verbindung von zwei Eigentumswohnungen durch Wanddurchbruch


25.09.2017 21:06 |
Preis: 70,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Wir haben eine Eigentumswohnung im EG eines Achtfamilienhauses. Jetzt beabsichtigen wir die Wohnung neben der unsrigen zu kaufen und beide Wohnungen durch eine Tür zu verbinden, sowie in der neuen Wohnung die Wand zwischen Küche und Bad zu beseitigen. Die Wände sind nicht tragend, die Statik haben wir von einem Ingenieurbüro berechnen lassen. Im Umlaufverfahren haben wir die Zustimmung der anderen Mieter beantragt. Bis auf einen hatten alle zugestimmt. Zwischenzeitlich hat die Hausverwaltung von dem Vorhaben erfahren und einen Brief an alle Eigentümer versandt, dem ein altes Urteil des BayOlG beilag, wonach durch die Verletzung der Abgeschlossenheit alle Eigentümer einstimmig zustimmen müssten.
Inzwischen hat ein weiterer Eigentümer, der zwei Wohnungen im Haus besitzt, seine Zustimmung zurückgezogen. Er begründete dies mit der Gefahr für die darüber liegenden Wohnungen, in denen es zu Rissen in der Wand kommen könnte, was eigentlich durch die ordnungsgemäße Durchführung der Arbeiten gem. Vorgabe des Statikers aus meiner Sicht auszuschließen ist.

Die Hausverwaltung hat jetzt eine außerordentliche Hausversammlung einberufen.

Zwei Fragen
Kann ich die Arbeiten auch bei Ablehnung durch einzelne Eigentümer durchführen lassen? Entsprechende Urteile habe ich im Netz gefunden. Voraussetzung ist wohl, dass niemand einen erheblichen Nachteil aus der Maßnahme erfährt.

Zur ordnungsgemäßen Durchführung der Mauerdurchbrüche muss laut Statiker bis in den Keller abgestützt werden. Hierzu müsste ich in den Keller des Eigentümers, welcher die Zustimmung zurückgezogen hat. Muss er mir den Zutritt für die Durchführung der Abstützung gewähren?
25.09.2017 | 22:04

Antwort

von


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Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich auf Grundlage Ihrer Schilderung summarisch gerne wie folgt beantworte:

Bei einer baulichen Veränderung müssen grundsätzlich alle Eigentümer gemäß Par. 22 Abs. 1, 14 Nr. 1 WEG zustimmen. Lediglich ausnahmsweise ist die Zustimmung der Eigentümer entbehrlich, deren Rechte durch die Maßnahme nicht oder nur unwesentlich beeinträchtigt werden. Die Eigentümer, die durch die bauliche Maßnahme einen Nachteil erleiden, der über das bei einem "geordneten Zusammenleben unvermeidliche und damit zu duldende Maß hinausgeht", müssen immer zustimmen.

Eine abschließende Beurteilung über den Kreis der Eigentümer, die zustimmen müssen, ist erst in Kenntnis aller Details, insbesondere der Teilungserklärung/Gemeinschaftsordnung, möglich.

Wenn die Baumaßnahme durchgeführt werden kann, muss der Eigentümer den Zutritt zwecks Abstützung dulden, wofür Sie ihn ggf. zu entschädigen haben.

Ich rate Ihnen, einen Rechtsanwalt vor Ort mit der weiteren Prüfung und Vertretung Ihrer Interessen zu beauftragen.

Mit freundlichen Grüßen

Michael Böhler
Rechtsanwalt


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