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Vater zahlt nicht


25.07.2017 23:10 |
Preis: 51,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Ich habe am 30.03.2017 entbunden. Bis Februar 2017 habe ich studiert, erhielt ein Stipendium von 1000,00€ und habe im Nebenjob 405,00€ monatlich verdient. Ich bin nicht verheiratet. Mein Partner trennte sich von mir als er erfuhr, dass ich schwanger bin. Ich habe für die Kinderbetreuung zwei Urlaubssemester beantragt und bekomme zur Zeit nur das Mindesterziehungsgeld und Kindergeld. Meine Mutter muss mich finanziell unterstützen, sonst könnte ich den Lebensunterhalt für mich und das Baby nicht bestreiten.Im Juli 2017 hat der Kindesvater erstmals den Mindestunterhalt gezahlt nach mehreren Aufforderungen durch das Jugendamt.Die Einkommensnachweise hatber noch immer nicht beigebracht . Bis Mai habe ich monatlich 150,00€ Unterhaltsvorschuß erhalten , dies wurde aber eingestellt , weil der Kindesvater im Juni nach dem von ihm verlangten Vaterschaftstest die Vaterschaft anerkannt hat.
Der Kindesvater bewohnt allein ein großes Einfamilienhaus, welches ihm gehört und betreibt zwei gut gehende physiotherapeutische Praxen mit ca. zehn Angestellten und verfügt damit über ein recht gutes Einkommen.
Nun meine Frage, welche finanziellen Ansprüche kann ich geltend machen, damit ich die Zeit bis zur Wiederaufnahme des Studiums im März 2017 überbrücken kann?
26.07.2017 | 00:16

Antwort

von


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Sehr geehrte Ratsuchende,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich wie folgt beantworten möchte:

Ihr Kind hat über Sie den sehr wichtigen Auskunftsanspruch. Der Kindesvater ist also verpflichtet, nach entsprechender Aufforderung genau Auskunft über seine Einkommensverhältnisse zu erteilen. Gerade dann, wenn zu erwarten ist, dass die
Einkommensverhältnisse gut sind und sich daraus über die Düsseldorfer Tabelle ein höherer Unterhaltsanspruch ergibt, ist es wichtig, den Auskunftsanspruch geltend zu machen.

Sie sollten unbedingt den Kindesvater schriftlich zur Auskunft über sein Einkommen auffordern und zur Zahlung des sich daraus ergebenden Unterhalts. Erst diese Aufforderung bewirkt, dass ab dem Monat des Zugangs der Aufforderung der sodann zu berechnende Unterhalt auch noch rückwirkend eingeklagt werden kann. Ansonsten kann Unterhalt rückwirkend nicht mehr durchgesetzt werden.

Der Kindesvater sollte sodann die entsprechende Auskunft erteilen, damit der Unterhalt korrekt berechnet werden kann. Tut er dies nicht, können Sie Auskunftserteilung gerichtlich durchsetzen.

Wenn die finanziellen Verhältnisse des Kindesvaters gut sind, ist damit zu rechnen, dass der Unterhaltsanspruch deutlich höher ausfällt als der Mindestunterhalt.

Noch ein Tipp: Sie sollten sich anwaltlicher Hilfe bedienen, da die Auswertung der Bilanzen bzw. der Einnahmen-Überschuss-Rechnungen bei Selbständigen und deren Einordnung in die Düsseldorfer Tabelle schwierig ist. Unter Umständen haben Sie Anspruch auf Beratungshilfe.

Auch sollten Sie nocheinmal nachfragen, warum Sie keinen Unterhaltsvorschuss mehr erhalten. Dies hört sich auch etwas merkwürdig an.

Wichtig ist, dass Sie jetzt förmlich die Auskunft verlangen (lassen).

Ich hoffe, Ihnen hiermit weitergeholfen zu haben und wünsche Ihnen alles Gute in dieser Angelegenheit!

Mit freundlichen Grüßen

Thomas Zimmlinghaus
Rechtsanwalt


Nachfrage vom Fragesteller 26.07.2017 | 09:53

Erst einmal vielen Dank für Ihre Antwort,
Meine Frage sollte eigentlich klären , ob ich neben dem Unterhalt für das Kind auch einen Betreuungsunterhalt einfordern kann und ob das nur mit anwaltlicher Vertretung geht. Durch die Betreuung des Kindes fehlen mir ja monatlich 1400,00€ , so daß es schwierig ist meinen Lebensunterhalt zu bestreiten.
Vielen Dank

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 26.07.2017 | 22:26

Sehr geehrte Ratsuchende,

gerne beantworte ich Ihre Nachfrage wie folgt:

Unabhängig vom Kindesunterhalt gehe ich davon aus, dass Ihnen auch Unterhalt wegen Betreuung des Kindes gemäß § 1615 Abs. 1 BGB zusteht. Danach haben Sie einen Anspruch auf Unterhalt für den Zeitraum 6 Wochen vor der Geburt bis 8 Wochen nach der Geburt. Darüber hinaus haben Sie im Grundsatz bis zur Vollendung des 3. Lebensjahres des Kindes einen eigenen Unterhaltsanspruch wegen Betreuung des Kindes, wenn Sie aufgrund der Kinderbetreuung keiner Arbeit nachgehen können. Die Höhe richtet sich grundsätzlich nach Ihren bisherigen Lebensverhältnissen. Wenn Sie bislang Euro 1.000,- aus einem Stipendium und Euro 450,- durch einen Nebenjob, dann sollte sich der Unterhaltsanspruch in dieser Höhe bewegen, sofern der Kindesvater finanziell leistungsfähig ist.

Sofern diese Voraussetzungen vorliegen, ist Ihnen also zumindest für die ersten drei Lebensjahre Ihres Kindes Betreuungsunterhalt zu zahlen, unabhängig von dem bereits beschriebenen Kindesunterhalt. So sollten Sie die nächste Zeit überbrücken können.

Auch diesbezüglich muss der Kindesvater zur Auskunft bzw. Zahlung aufgefordert werden, was Sie also zunächst unbedingt förmlich tun sollten.

Ich hoffe, Ihre Nachfrage in Ihrem Sinne beantwortet zu haben und wünsche Ihnen Alles Gute.

Mit freundlichen Grüßen

Thomas Zimmlinghaus
Rechtsanwalt

ANTWORT VON

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