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VZ als AN, dazu Selbstständig! Ab wann muss ich mich selbst versichern?!


25.09.2017 22:09 |
Preis: 80,00 € |

Sozialversicherungsrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich war bis dato im Jahr 2017 Vollzeit-Beschäftigter als ArbeitNehmer. Bruttolohn jeden Monat 1450,00 EUR, Arbeitsstunden 160-190 je Monat.

Zudem war ich bis dato als Kleinunternehmer mit meinem Eventservice tätig. Da die Vollzeittätigkeit überwiegt/e (unter 18 Stunde je Woche), konnte ich weiter "normal" über meine Vollzeittätigkeit Krankenversichert werden.

Aufgrund meiner Umsätze, wird aus meinem Kleinunternehmen, ein "richtiges" Einzelunternehmen.

FRAGE1: Folgende Situation hätte ich gerne bewertet:
A Ich erziele ein Jahresumsatz von 25.000 Euro, beschäftige 3 Kurzfristig Beschäftigte AN, 2 Geringfügig Beschäftigte AN, der persönliche Stundeneinsatz von mir wird 18 Stunden trotzdem nicht überschreiten.
Frage: Kann ich über meine VZ-Tätigkeit weiter krankenversichert werden?

FRAGE 2: Wenn die Antwort negativ ist, was muss ich ändern, bzw.was sind die Gründe hierfür.

FRAGE 3: Ab wann verliere ich "unvermeidbar" den krankenversichertenschutz über meinen Vollzeit AG. Bitte nennen Sie mir konkrete Beispiele bzw. Zahlen / Umsatzgrenzen / Beschäftigte AN.

FRAGE 4: Für den Fall, dass ich mich selbst versichern muss. - Für mich keine Option da chronisch krank! -
a) Ist die Vollzeittätigkeit als AN weiterhin möglich?
b) Welche SV-rechtlichen Abgaben bei der Abrechnung würden entfallen beim VZ-AG und könnte diese für die eigenständige KV einplanen?
Aktuell AG; KV 1000 211,70 EUR, ZBP 20,30 EUR, RV0100 271,16 EUR, AV0010 43,50 EUR, PV0001 40,60 EUR
Aktuell AN; KV 126,15 EUR, RV 135,58 EUR, AV 21,75 EUR, PV 22,11 EUR

Da ich "nur" ein "gefährliches Halbwissen" habe, bitte ich um eine ausführliche an Beispielen angelehnte Antworten.

Hierfür danke ich Ihnen herzlichst im Voraus!


25.09.2017 | 23:13

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Frage 1:
Nein, eine nebenberufliche Selbständigkeit liegt dann nicht mehr vor. Es gibt zwar keine festen gesetzliche Regelungen, die besagen, ab welchem Einkommen oder Zeitaufwand jemand als hauptberuflich selbstständig oder angestellt gilt.
Die meisten Krankenversicherungen setzen aber eine Grenze bei 18 Stunden wöchentlich und einer bestimmten Einkommensgrenze. Mit Ihrer Arbeitszeit wären Sie danach noch nebenberuflich selbständig. Wenn das Arbeitseinkommen aber 75 v. H. der monatlichen Bezugsgröße (2017 = 2.231,25 Euro) übersteigt und deshalb anzunehmen ist, dass es die Hauptquelle zur Bestreitung des Lebensunterhalts darstellt, gilt die Tätigkeit nicht mehr als nebenberuflich.
Ein weiteres Indiz für eine hauptberufliche Selbständigkeit wären die Angestellten. Danach sind Sie meiner Auffassung kein nebenberuflich Selbständiger mehr.

Frage 2:
Unter der Grenze von monatlich 2.231,25 Euro €(brutto) bleiben und keine Angestellten haben. Weitere Gründe: siehe oben Frage 1

Frage 3:
Hauptberuflich ist die selbstständige Tätigkeit dann, wenn sie von der wirtschaftlichen Bedeutung und dem zeitlichen Aufwand Ihre Angestelltentätigkeit zusammen deutlich übersteigt und den Mittelpunkt der Erwerbstätigkeit darstellt.
Das ist z.B. der Fall, wenn
- Sie mehr als 18 Stunden arbeiten
- mehr als 2.231,25 Euro € monatlich verdienen
- Angestellte haben.

Frage 4:
a) Die Vollzeitätigkeit ist weiterhin möglich, sofern Ihr Arbeitgeber keine Bedenken hat und Sie aufgrund Ihres Arbeitsvertrages nicht daran gehindert sind.
b) Sollte Ihre Selbständigkeit als hauptberuflich zu qualifizieren, haben Sie keinen Anspruch auf Beitragszuschuss durch den Arbeitgeber für die Krankenversicherung. Die Renten- und die Arbeitslosenversicherung bleiben dabei unberührt. Sie können also die Krankenversicherungsbeiträge aus Ihren obigen Zahlen einfach kürzen.

Bitte beachten Sie, dass die Bewertung einer Tätigkeit ob sie als „hauptberuflich selbständig" einzustufen ist oder nicht stets im Einzelfall unter Abwägung der genannten Kriterien zu bestimmen sind. Ihre Fragen kann ich insofern leider nicht abschließend beurteilen, sie sollten sich auf jeden Fall bei Ihrer Krankenkasse erkundigen bevor Sie Änderungen bzgl. Angestellte und Arbeitszeit und Umsatz vornehmen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwältin Monika Gansel

ANTWORT VON

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