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Urlaubsanspruch für 400-€-Kräfte


16.12.2008 16:24 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von


in unter 1 Stunde

Sehr geehrte Damen und Herren,

bei uns im Kollegenkreis wird immer wieder diskutiert, wie sich der Urlaubsanspruch von 400-€-Kräften korrekt berechnet.

In unserem Unternehmen arbeiten ca. fünf 400-€-Kräfte an durchschnittlich 10 Stunden pro Woche. Diese 10 Stunden sind individuell, je nach den persönlichen Gegebenheiten der betreffenden 400-€-Kollegen, über die Woche verteilt.

Bisher wurde die Auffassung vertreten, dass die Urlaubstage für die 400-€-Kräfte unter Berücksichtigung des gesetzlichen Mindesturlaubes von 24 Werktagen nach folgender Regelung ermittelt werden:

Wöchentliche Arbeitstage des 400-€-Mitarbeiters : 6 x 24 = Urlaubstage des 400-€-Mitarbeiters

Da die 400-€-Kollegen an unterschiedlichen Tagen arbeiten, wurde bisher die wöchentliche Stundenzahl (also 10 Stunden) als Basis genommen und in Relation zu einem „normalen“ 8-Stunden-Arbeitstag gesetzt, d.h., die 400-€-Kräfte haben durchschnittlich 1,25 Tage die Woche gearbeitet.

Nach der vorstehenden Regelung hatten die 400-€-Kollegen demnach einen Urlaubsanspruch von 1,25 : 6 x 24 = 5 Tage.

Es ist nun die Diskussion aufgekommen, ob diese Regelung korrekt ist.

Frage 1: ist dem so? Wenn nein, welche Regelung ist korrekt?

Frage 2: Was passiert, wenn ein 400-€-Mitarbeiter ausgeschieden ist, bevor der Urlaub genommen wurde. Wie hoch wäre der Vergütungsanspruch, wenn der Mitarbeiter z.B. 8 € pro geleisteter Arbeitsstunde erhält?

Vielen Dank für Ihre Antwort!

16.12.2008 | 16:53

Antwort

von


94 Bewertungen
Stettiner Str. 106
40595 Düsseldorf

Tel: 0176-43025411
Web:
E-Mail:
Sehr geehrter Fragesteller,

ich verweise zunächst auf § 3 des Bundesurlaubsgesetzes:
Dauer des Urlaubs
(1) Der Urlaub beträgt jährlich mindestens 24 Werktage.
(2) Als Werktage gelten alle Kalendertage, die nicht Sonn- oder gesetzliche Feiertage sind.

Das Gesetz geht also von einer Sechs-Tage-Woche aus, Urlaub wird anstelle von Arbeitstagen gewährt, so dass bei nicht täglicher Arbeit sich der Urlaubsanpruch anteilig nach den Arbeitstagen pro Woche richtet:

Bsp. 4 Tage Arbeit/Woche = 24/6*4=16 Tage Urlaubsanspruch.

Als Urlaubsentgelt ist das durchschnittliche übliche Entgelt der letzten dreizehn Wochen vor Urlaubsantritt zu zahlen.

(§ 11 BUrlG: (1) 1Das Urlaubsentgelt bemißt sich nach dem durchschnittlichen Arbeitsverdienst, das der Arbeitnehmer in den letzten dreizehn Wochen vor dem Beginn des Urlaubs erhalten hat, mit Ausnahme des zusätzlich für Überstunden gezahlten Arbeitsverdienstes. 2Bei Verdiensterhöhungen nicht nur vorübergehender Natur, die während des Berechnungszeitraums oder des Urlaubs eintreten, ist von dem erhöhten Verdienst auszugehen. 3Verdienstkürzungen, die im Berechnungszeitraum infolge von Kurzarbeit, Arbeitsausfällen oder unverschuldeter Arbeitsversäumnis eintreten, bleiben für die Berechnung des Urlaubsentgelts außer Betracht. 4Zum Arbeitsentgelt gehörende Sachbezüge, die während des Urlaubs nicht weitergewährt werden, sind für die Dauer des Urlaubs angemessen in bar abzugelten.)

Zu Ihrer weiteren Frage § 7 BUrlG: (3) 1Der Urlaub muß im laufenden Kalenderjahr gewährt und genommen werden. 2Eine Übertragung des Urlaubs auf das nächste Kalenderjahr ist nur statthaft, wenn dringende betriebliche oder in der Person des Arbeitnehmers liegende Gründe dies rechtfertigen. 3Im Fall der Übertragung muß der Urlaub in den ersten drei Monaten des folgenden Kalenderjahrs gewährt und genommen werden. 4Auf Verlangen des Arbeitnehmers ist ein nach § 5 Abs. 1 Buchstabe a entstehender Teilurlaub jedoch auf das nächste Kalenderjahr zu übertragen.
(4) Kann der Urlaub wegen Beendigung des Arbeitsverhältnisses ganz oder teilweise nicht mehr gewährt werden, so ist er abzugelten.

Wenn der Arbeitnehmer 8 EUR pro Stunde verdient hat, sind auch 8 EUR abzugelten.

Bsp: Der Arbeitnehmer arbeitet je drei Tage / Woche mit 3 Stunden. Er hat einen Urlaubsanspruch von: 24/6*3=12 Tagen Urlaub, sollte er diesen wegen der Beendigung des Arbeitsverhältnisses nicht nehmen können, sind 12 Tage a 3 Stunden mit je 8,00 EUR = 288,00 EUR abzugelten.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen weiterhelfen.

Mit freundlichem Gruss
Lausch
- Rechtsanwältin -


Nachfrage vom Fragesteller 16.12.2008 | 20:32

Guten Tag Frau Lausch,

zunächst einmal vielen Dank für Ihre Antwort.

Sie haben mir aus einigen relevanten Gesetzen einige §§ kopiert, sind aber - mit Verlaub - nicht auf den Kern meiner Frage eingegangen.

Die zentrale Frage war, ob es statthaft ist, bei in der Regel 10 Stunden wöchentlicher Arbeitszeit, die jeweils an UNTERSCHIEDLICHEN Tagen und in UNTERSCHIEDLICHEN Zeitintervallen geleistet werden (z.B. erste Woche: Montag 1 Stunde, Donnerstag 7 Stunden, Freitag 2 Stunden, zweite Woche: Dienstag 4 Stunden, Mittwoch 2 Stunden, Donnerstag 1 Stunde, Freitag 3 Stunden, dritte Woche: Montag 10 Stunden, vierte Woche: ... ) die wöchentlich geleisteten 10 Stunden mit UMGERECHNET bzw. DURCHSCHNITTLICH 1,25 Tagen (ergibt sich bei Annahme eines "Normalarbeitstages" von 8-Stunden) für die Berechnung des Urlaubsanspruchs anzusetzen. Dadurch ergäben sich 1,25 Tage : 6 x 24 = 5 Tage Urlaubsanspruch bei durchschnittlich 10 Stunden Arbeitszeit wöchentlich. Ist diese Berechnung so zulässig oder nicht? Wenn nein: wie wird der Urlaubsanspruch bei ständig wechselnden Einsatztagen und -zeiten korrekt berechnet? (Anmerkung: dies sind keine zwei Fragen, sondern bei "nein", würde lediglich die korrekte Antwort gegeben).

Vielen Dank für Ihre Rückantwort.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 17.12.2008 | 08:02

Sehr geehrter Fragesteller,

in diesem Fall sind die Durchschnittswerte der letzten dreizehn Wochen zu berechnen, um bei Ihrem Beispiel zu bleiben:

Es wurde hier in drei Wochen an sechs Tagen gearbeitet, ergibt im Durchschnitt zwei Arbeitstage pro Woche.
Urlaubsanspruch: 24/6*2=8 Tage

An sechs Arbeitstagen wurden insgesamt 24 Stunden gearbeitet, also im Schnitt 4 Std. pro Tag.

Hieraus ergibt sich ein Anspruch auf Urlaub von 8 Tagen pro Jahr, zu vergüten sind pro Urlaubstag 4 Std. mit je 8 EUR.

Sofern das Arbeitsverhältnis nicht das ganze Jahr über besteht, ist der Jahresurlaub natürlich noch anteilig nach Monaten zu berechnen.

Mit freundlichem Gruss
Lausch
- Rechtsanwältin -



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