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"Urlaubsanrechnung" während Kündigungsfrist


18.11.2014 18:44 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Hallo,

ich war vom 17.2.2014 unter Probezeit in einer Firma beschäftigt. Mit Schreiben vom 07.5.2014 wurde mir gekündigt wie folgt:

"..veranlasst...Ihnen innerhalb der Probezeit hiermit vertragsgemäß zu kündigen. Das Arbeitsverhältnis endet somit am 21.05.2014. Bis zu diesem Zeitpunkt stelle ich Sie von der Erbringung der Arbeitsleistung frei. Innerhalb dieser 2 Wochen sind die Ihnen noch verbleibenden Urlaubstage zu nehmen."

Danach bin ich auch nicht mehr zur Arbeit gegangen und habe zu der Kündigung nicht mitgeteilt.

Nun habe ich Urlaubsabgeltung von 6,25 Tagen geltend gemacht - noch vor Ablauf der 6-monatigen Verfallfrist. Daraufhin wurde mir mitgeteilt, dass ich unter Anrechnung des Urlaubs freigestellt wurde und nicht widersprochen habe. Wenn ich widersprochen hätte, wäre dies etwas anderes gewesen.

- Ist es zutreffend, dass ich nun keine Urlaubsabgeltung geltend machen kann?
- Ist auch die "Anrechnung" in der Kündigung wirksam formuliert? Meine Recherche hat ergeben, dass der Arbeitgeber deutlich machen soll, ob er den vollen Jahresurlaub anrechnen oder nur den für den Zeitraum bis zur Kündigung (BAG 9 AZR 189/10).
- Habe ich die 6,25 Urlaubstage richtig berechnet, der Arbeitsvertrag gibt mir 25 Urlaubstage ei 40 Wochenstunden, Mo.-Fr?

Vielen Dank.



18.11.2014 | 19:20

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Fragen möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen wie folgt beantworten:

Leider ist es zutreffend, dass Sie vorliegend keinen Abgeltungsanspruch mehr haben. Der Arbeitgeber hat in seiner Kündigung und der damit einhergehenden Freistellungserklärung zum Ausdruck gebracht, dass der bestehende Urlaubsanspruch damit abgegolten sein soll. Die Formulierung ist zwar etwas unglücklich, aber es ist erkennbar, dass eine Anrechnung gemeint sein soll.

Richtig ist zwar, dass eine zweifelhafte Erklärung zu Lasten des Arbeitgebers geht. Dies betrifft aber in der Tat die Frage ob damit der bis dahin bestehende anteilige oder der volle Urlaubsanspruch gemeint sein soll. In Ihrem Fall spielt dies jedoch leider keine Rolle, da Sie vor Ablauf der Wartezeit und zudem im 1.Halbjahr ausgeschieden sind und daher ohnehin nur ein anteiliger Urlaubsanspruch bestanden hat und kein voller Jahresurlaubsanspruch.

Ihre Berechnung des Urlaubsanspruchs ist unabhängig davon richtig.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Tobias Rösemeier
Fachanwalt für Familienrecht

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